Ringen Entspannt in Richtung Allgäu

Die Oberbadische, 07.12.2017 12:48 Uhr

Bürgerhaus Alpenblick, so heißt die lieblich klingende Heimstätte des TSV Westendorf. Doch wenn die Griffkünstler aus dem Allgäu dort auf die Matte, gehen, dann steppt der Bär, wird die kleine, enge Halle zum Hexenkessel. So mancher favorisierte Ringer strauchelte da schon. Florian Philipp kennt die hitzige Atmosphäre, sitzt diesmal aber entspannter also sonst im Bus. Der Grund: Der TuS Adelhausen hat den Hinkampf des Playoff-Achtelfinales mit 25:4 gewonnen.

Von Mirko Bähr

Rheinfelden-Adelhausen. Ein dickes Polster, ein Polster, welches der TuS locker über die Runden bringen wird. Das Viertelfinale ist den Dinkelbergern nur noch theoretisch zu nehmen. Nicht auf der Matte, da sind die Kräfteverhältnisse zu eindeutig. Zumal der TuS-Coach klar macht, dass man keine „Spielchen“ spielen werde, sondern die Akteure auf die Matte schicke, die verfügbar seien. „Schon alleine, um sportlich fair zu bleiben“, so Philipp.

Bliebe also nur ein Verstoß gegen die Statuten, etwa das zu späte Eintreffen beim offiziellen Wiegen. Das hätte dann eine 0:40-Pleite zur Folge. Aber auch hier geht der TuS auf Nummer sicher. Bereits am Samstagvormittag setzt sich der TuS-Tross in Bewegung. „Eigentlich reicht ja die Abfahrt um 13 oder 14 Uhr, aber wir fahren rechtzeitig in den Morgenstunden los“, lässt Philipp wissen.

Der hätte arge Bauchschmerzen, wenn der Hinkampf enger ausgegangen wäre. „Ich bin froh, dass wir 25:4 und nicht 12:10 gewonnen haben, die Kämpfe in Westendorf sind nämlich unangenehm“, weiß er aus eigener Erfahrung. Da flogen schon mal Bierbecher auf die Matte oder sogar der eine oder andere Reißnagel.

Die TSV-Fans sind der elfte Mann, lautstark und pushen ihre eigenen Ringer enthusiastisch. Ein Vorgeschmack dessen, was die TuS-Akteure erwartet, bekamen sie im Vorkampf auf dem Dinkelberg serviert. „Da waren ja nur fünf da, die so einen Rabatz gemacht haben, in Westendorf sind es dann 400 oder gar 500“, erzählt Philipp.

Der war mit dem Auftritt seiner Schützlinge im Heimkampf in der Vorwoche sehr zufrieden. „Klar, wir waren der Favorit. Aber die Einstellung lag bei 110 Prozent, die Motivation der Jungs war riesig, und das hat sich dann im überraschend deutlichen Ergebnis wiedergespiegelt.“ Mit diesem Kantersieg habe niemand rechnen können.

Auch wenn jetzt „nichts mehr anbrennen“ werde, so werde Adelhausen nun nicht einen Gang zurückschalten. Unter anderem wird Bozo Starcevic die Reise ins Ostallgäu mitmachen, genauso wie Zoheir El Quarraque. Michael Kaufmehl ist an Bord, rutscht wieder eine Gewichtsklasse runter, so dass Arian Güney in der Greco-Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm an den Start gehen wird.

Und Sascha Keller hat gegen Philipp Heiß nach der Niederlage auf dem Dinkelberg noch eine Rechnung offen. „Er will Revanche“, weiß Florian Philipp.

 
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