Ringen Klage gegen DRB angestrengt

Timo Zimmermann hat dem DRB-Präsidenten geschrieben.                                             Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Der TuS Adelhausen und der Deutsche Ringerbund (DRB) werden wohl in diesem Leben keine Freunde mehr. Aktuell ist wieder Feuer unterm Dach, weil jüngst DRB-Präsident Manfred Werner bei der Bundesligatagung den Erstbundesligisten vom Dinkelberg, der inzwischen eine Klage auf Schadenersatz für entgangene Einnahmen gegen den DRB angestrengt hatte, verbal heftig angegangen ist.

Von Uli Nodler

Adelhausen. Werners Äußerungen bei dieser Bundesligatagung am Freitag letzter Woche will der Verein nicht auf sich sitzen lassen. Timo Zimmermann, Vorsitzender der Abteilung Ringen im TuS Adelhausen, bezog nun in einem Brief an Werner Stellung.

Doch der Reihe nach: Der Zankapfel zwischen den beiden Streithähnen ist schon mehr als zwei Jahre alt. Damals, am 5. Januar 2019, erschien der bayrische Ringerverein Wacker Burghausen verspätet zum ersten Playoff-Halbfinalduell auf dem Dinkelberg und kassierte den Statuten gemäß zunächst eine Niederlage an der Waage.

Es wäre das Aus für Burghausen im Titelrennen gewesen. Gerungen wurde an diesem Abend zwar noch, doch für den TuS hatte die knappe Heimniederlage gegen Burghausen lediglich noch Freundschaftscharakter.

Der Deutsche Ringerbund sah das aber ganz anders. Für ihn war die wetterbedingte Verspätung der bayrischen Ringer-Staffel ein triftiger Grund, obwohl schon angesichts der Wetterprognose Tage vorher feststand, dass an diesem Samstag in Bayern starke Schneefälle zu großen Verkehrsbehinderungen führen werden.

Der DRB wischte den Entscheid des Kampfgerichts vom Tisch und entschied tags darauf per Verwaltungsentscheid, dass der eigentliche Freundschaftskampf gewertet wird. So zog der SV Wacker Burghausen nach einem klaren Sieg im Rückkampf ins Finale ein und wurde dann auch Deutscher Mannschaftsmeister.

In der Folgezeit habe – so Zimmermann – der Verein mehrfach versucht, die Thematik des Verwaltungsentscheids und der Sportrechtssache 001-2019 im sportlichen Sinne außergerichtlich zu klären, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden. Des Weiteren habe es auch Versuche über ein Mitglied des Bundesliga-Ausschusses gegeben, Kontakt mit dem Präsidium aufzunehmen. „Das wurde aber von Seiten des DRB abgelehnt“, so Zimmermann in seiner Stellungnahme an DRB-Präsident Werner, der – Nachtigall, ick hör dir trapsen – auch noch Präsident des Bayrischen Ringer-Verbandes ist.

Schließlich betonte Zimmermann nochmals, dass es sich hier um die Einhaltung von Richtlinien und die Art und Weise gehe, wie Dinge einfach lapidar per Aussage gehandhabt würden. Es solle für alle Mannschaften nach gleichen Richtlinien verfahren werden, egal, ob in der Bezirksliga oder Bundesliga.

Statt einen Konsens mit dem TuS zu finden, lederte nun Werner bei der jüngsten Bundesligatagung gegen den Erstbundesligisten mit den von Zimmermann in seinem Brief aufgeführten Worten: „...wenn weithin wahrscheinlich bekannte Fehler in der Vereinsführung eines Vereins auf dem Rücken des Dachverbandes und auf Kosten seiner finanziellen Reserven ausgetragen werden sollen. In Zeiten von Corona, in denen wir versuchen, jeden Cent in die Unterstützung und Aufrechterhaltung des Sportbetriebs zu stecken, hat es den Anschein, dass sich ein Verein auf Kosten anderen sanieren möchte.“

Das Tischtuch zwischen Adelhausen und dem DRB ist zerschnitten

Werners Aussage brachte nun „das Fass zum Überlaufen“, und Zimmermann blieb die Widerrede nicht schuldig: „Ihrer Aussage ist wörtlich die Anschuldigung zu entnehmen, dass wir nicht sauber gewirtschaftet hätten und uns mit der Klage auf Kosten anderer Vereine sanieren möchten. Dies können wir in dieser Form nicht stehen lassen. Der Turn- und Sportverein Adelhausen steht finanziell gut da, und es besteht kein Grund, sich finanziell sanieren zu müssen. Die Nichtteilnahme an der Bundesliga-Saison 2020 hatte nicht den Grund, dass wir finanziell nicht in der Lage gewesen wären. Wie Ihnen in der E-Mail vom 08.07.2020 ausführlich dargelegt wurde, haben wir intern eine Entscheidungsgrundlage erstellt, bei der alle Vor- und Nachteile eine r Teilnahme der Mannschaftssaison in Betracht gezogen wurden. Die Entscheidung, im Jahre 2020 eine Durchführung der Meisterschaftsrunde auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene abzulehnen, wurde von der Gesamtvorstandschaft, der Sportlichen Leitung sowie der Jugendleitung mehrheitlich entschieden.“

Also, das Tischtuch zwischen dem TuS Adelhausen und dem DRB ist zerschnitten. Eine gütliche Einigung ist nach dieser Entwicklung unwahrscheinlich. So werden wohl oder übel die Gerichte entscheiden müssen.

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