Ringen Nach Kräften gewehrt, Fronten geklärt

Auch den Rückkampf hat der TuS Adelhausen deutlich für sich entschieden. Das Derby in der Bundesliga Südwest wurde für den Favoriten nicht zum Stolperstein, auch wenn sich die RG Hausen-Zell nach Kräften wehrte. 20:7 hieß es am Ende vor 450 Zuschauern. Der eine oder andere Kampf in der Zeller Stadthalle war auch eine enge Kiste.

Von Mirko Bähr

Zell im Wiesental. Während der Gast mit den 27 Zählern annähernd die Maximalpunktzahl der eingesetzten Ringer ausschöpfte, kamen die Hausherren im ersten Rückrundenkampf nur auf 19. Da war also noch Luft nach oben.

Die rumänischen Top-Athleten weilten im Trainingslager irgendwo in Russland. Nach langem Hin und Her durfte die RG immerhin Razvan-Marin Kovacs loseisen. Der wurde in ein Taxi verfrachtet, um an den 280 Kilometer entfernten Flughafen zu gelangen. Von dort ging es über Istanbul nach Basel. Zwölf Stunden war er unterwegs.

Der Schreck in die Glieder fuhr dagegen Adelhausens Artem Gebekov bei seiner Anreise. Ebenfalls aus Russland hatte er sich mit dem Flieger auf den Weg gemacht. Beim Landeanflug hatte es starke Turbulenzen gegeben. Beide trafen in der 61 kg-Freistilklasse aufeinander. Gebekov behielt mit 11:2 die Oberhand.

Diese Begegnung war irgendwie symptomatisch für den Kampfabend. Die Zeller rangen mit, stemmten sich dagegen, doch die Gäste hatten fast immer die bessere Antwort parat. Sie waren schlicht einen Tick ausgebuffter. „Mit den Ergebnissen habe ich im Großen und Ganzen gerechnet. Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, ist okay“, gab hernach TuS-Trainer Bernd Reichenbach zu Protokoll.

Gute Kämpfe seien da dabei gewesen, befand sein Gegenüber Florian Hassler. „Das eine oder andere Duell ist dabei aber zu hoch ausgefallen.“ Dabei verwies er auf den Kovacs-Kampf und die 71 kg-Freistil-Affiche zwischen Leon Gerstenberger und Manuel Wolfer. 8:3 hieß es am Ende für den TuS-Athleten, der ja das Ringer-ABC bei der RG erlernte. Gerstenberger enttäuschte sicher nicht, aber Wolfer wehrte geschickt ab und konterte erfolgreich. „Es freut mich für ihn, dass er in seiner Heimatstadt gewonnen hat. Das gibt Selbstvertrauen“, so Reichenbach.

Der sah insgesamt sieben Erfolge für seine Truppe. Nedyalko Petrov (57 kg-Greco) hatte gegen Michael Denner leichtes Spiel, siegte nach 1:26 Minuten mit 16:0. Nick Mathuin (130 kg-Freistil) legte gegen den 34 Kilogramm leichteren Adrian Recorean nach. Wobei der RG-Routinier lange mit viel Eifer dagegen hielt, erst mit dem Schlussgong musste er dem TuS-Ringer die Maximalpunktzahl (16:0) überlassen.

Gebekov erhöhte auf 11:0 für die Gäste, die in der 98 kg-Greco-Klasse Arian Güney gegen Oliver Hassler brachten. 13 Kilo und viel Routine gaben den Ausschlag für Hassler. Mit 6:1 setzte er sich ohne Schwierigkeiten durch, holte somit die ersten beiden Zähler in die rote Ecke.

Im letzten Duell vor der Pause war Virgil Munteanu (66 kg-Greco) mehr als fünf Minuten lang klar der aktivere Mann. Kampfrichter Claudio Bibbo (KSK Furtwangen) honorierte das jedoch nicht. Manrikos Theodoridis tat lange Zeit nur das Nötigste, um dann ab 5:30 Minuten einen 0:4-Rückstand noch zu einem 4:4 gegen den völlig ausgepumpten RG-Ringer auszugleichen. Wegen der höheren Wertung gewann Theodoritis. „Virgil hat eine Sekunde nicht aufgepasst“, meinte Hassler. „Und der andere hat fünf Minuten nichts getan.“ Den Kampf hätte auch Muntenau gewinnen können, meinte Reichenbach.

Chancenlos war zu Beginn der zweiten Hälfte dagegen Stefan Hauschel (86 kg-Freistil) gegen Edgaras Voitchovskis beim 2:17, wobei auch er erst in der Schlussphase die Vier abgab. Nach Wolfers Sieg gegen Gerstenberger führte Adelhausen mit 18:2. Dann aber betrieb Florian Neumaier (89 kg-Greco) mehr als nur Ergebniskosmetik. Der Steinener besiegte Bozo Starcevic beim 3:3 aufgrund der letzten Wertung. Es war ein Duell auf Augenhöhe. „Das konnte so oder so ausgehen“, sagte Reichenbach. Am Ende ging Neumaiers Erfolg in Ordnung. „Das war stark. Er hat sich an die taktische Marschroute gehalten“, freute sich Hassler.

Alexandru Solomon (75 kg-Greco) rannte gegen Sascha Keller immer wieder an, doch der TuS-Akteur behielt die Ruhe, mache die entscheidenden Aktionen und fuhr am Ende einen 8:1-Punktsieg ein, der weitere zwei Teamzähler bedeutete.

Nur ganze vier Sekunden musste Arkadiusz Böhm (75 kg-Freistil) auf die Matte, ehe er Stephan Brunner geschultert hatte. „Das war eine Vorsichtsmaßnahme“, machte Reichenbach klar. Brunner war lange verletzt, hätte aber, wenn es noch um etwas gegangen wäre, voll dagegen gehalten, so Reichenbach, der schon den Rückkampf mit Köllerbach im Blick hat.

Davor stehen aber erst noch drei Duelle auf dem Programm. „Diese werden wir mit dieser Mannschaft bestreiten. Wir haben gar keine andere Möglichkeit“, erklärte Reichenbach an dessen Seite Ivo Angelov Platz nahm. Und auch Alexander Semisorow saß in der Ecke der Gästefans.

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