Ringen Schick tritt in große Fußstapfen

Personelle Veränderungen gab es beim Verbandstag im Präsidium (von links): Werner Schüler, Ralf Wendle, Klaus Riesterer, Axel Asal, Mattias Brenn, Dorothea Oldak, Aribert Gerbode, Torsten Baumgartner, scheidender Präsident Martin Knosp, Ralf Schick (neuer Präsident) und Rechtsausschuss Martin Aßmuth. Foto: Lothar Herzog Foto: Die Oberbadische

Der Südbadische Ringerverband (SBRV) wird von einem neuen Präsidenten geführt. Beim Verbandstag in Hofstetten wurde der bisherige Sportreferent Ralf Schick (Ettenheim) einstimmig zum Nachfolger von Martin Knosp (Urloffen) gewählt.

Hofstetten (lh). Im Gegensatz zu früheren Verbandstagen überwog aufgrund der Corona-Pandemie und des anstehenden Stabwechsels an der Spitze diesmal nicht das Sportliche, sondern die Emotionen.

In seinem Rückblick bedauerte Knosp, dass im vergangenen Jahr sämtliche Deutsche Meisterschaften (DM) in allen Altersklassen ausgefallen waren. „Für Athleten, die sich durch vordere Platzierungen bei den Landesmeisterschaften die Teilnahme an der DM sicherten, war das besonders bitter. Ich weiß, wie schmerzhaft das ist“, erinnerte sich der scheidende Präsident an den deutschen Olympiaboykott 1980, wo er als aussichtsreicher Kandidat auf den Olympiasieg galt.

Bitter sei es auch für fünf SBRV-Vereine gewesen, die ihre Jubiläen nicht hätten feiern können. Und auch der Verband habe alles versucht, um 2020 eine Verbandsrunde auf die Füße zu stellen. Nachdem sich immer mehr Vereine abgemeldet hätten, sei noch versucht worden, mit einer Freundschaftsliga das Ringen am Leben zu erhalten. Leider habe das Coronavirus auch dies ausgebremst.

Seit dem Jahr 2000 habe der SBRV in der Gesamtwertung der Deutschen Meisterschaften mit einer Ausnahme immer auf dem Treppchen gestanden und achtmal gar den Sieg geholt, bilanzierte Knosp zufrieden.

Finanziell sei der Verband gut durch die Krise gekommen. Es fehle derzeit allerdings jegliche Planungssicherheit, und von der Politik werde man im Stich gelassen. „Welchen Schaden Corona bei den Vereinen hinterlassen hat, ist noch nicht abschätzbar. Bei den Kader- athleten, die am Olympiastützpunkt trainieren konnten, ist eine große Bereitschaft vorhanden. Bei der Jugend muss abgewartet werden“, sagte Knosp.

Sein Anspruch als Präsident sei immer gewesen, alle fair zu behandeln und den Sport an die erste Stelle zu rücken. Dabei habe er auch über den Tellerrand hinausgeblickt. „Es war mir eine Ehre, diesen tollen Verband 16 Jahre führen zu dürfen. Diese Zeit möchte ich nicht missen. Wenn ich dabei jemand zu hart angegangen habe, dann entschuldige ich mich dafür“, ließ Knosp mit gebrochener Stimme wissen.

Minutenlanger Applaus für Martin Knosp

Für seine emotionalen Worte erhielt das Urloffener Urgestein von den stehenden Vereinsvertretern minutenlang Applaus. Auch Ralf Schick, der ehemalige Ringer des KSV Weil und des TuS Adelhausen, sprach nach seiner Wahl von einer Ehre, in die großen Fußstapfen von Martin Knosp treten zu dürfen. Er, so Schick, sei sich der großen Verantwortung bewusst. Aber er übernehme einen gut geführten Verband, hinter dem ein starkes Team aus erfahrenen und motivierten Funktionären stehe.

Die frei gewordene Position des Sportreferenten übernahm Matthias Brenn (Tennenbronn), der ebenso einstimmig gewählt wurde wie Vizepräsident Verwaltung Werner Schüler (Waldkirch). Neue Pressereferentin ist Dorothea Oldak (Seelbach). Die Kampfabstimmung um die Funktion des Jugendreferenten – Amtsinhaber Klaus Blank (Radolfzell) hatte sich nach 42 Jahren nicht mehr zur Wahl gestellt – entschied Ralf Wendle (Altenheim) gegen Gerhard Broghammer (Tennenbronn). Neuer Kampfrichterreferent ist Torsten Baumgartner (Adelhausen), der Thomas Knosp (Bonndorf) ablöste.

Weitere Änderungen im Präsidium gab es nicht. Martin Knosp und Klaus Blank wurden aufgrund ihrer langjährigen Verdienste für das Ringen zu Ehrenmitgliedern des SBRV ernannt. Wie Schick in seiner Laudatio betonte, habe Knosp durch seine zahlreichen sportlichen Erfolge auf nationaler und internationaler Bühne positiven Einfluss auf den SBRV genommen und sich für den Deutschen Ringerbund und andere Sportfachverbände eingesetzt. 1987 zum Vizepräsidenten Sport und 2001 zum Präsidenten gewählt, bringe er es im SBRV auf 34 Jahre Funktionärstätigkeit, hob Schick hervor.

Krankheitsbedingt konnte Blank die Ehrung nicht entgegennehmen, sie wird nachgeholt. Blank hatte laut Schick 20 Jahre beim Heimatverein Lahr-Kuhbach gerungen und wurde bereits mit 31 Jahren zum Jugendreferenten des SBRV gewählt. Blank habe sich immer sehr stark für die Jugend engagiert. Seine Wahl 1997 zum Jugendreferenten des DRB sei ein Vorteil für den SBRV gewesen, urteilte Schick.

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