Ringen TuS motiviert bis in die Haarspitzen

Hammerlos und immer noch ein dicker Hals! Die Bundesliga-Ringer des TuS Adelhausen haben im Playoff-Viertelfinale mit dem SV Wacker Burghausen das mit Abstand schwerste Los erwischt. Es geht in Hin- und Rückkampf ausgerechnet gegen den amtierenden Deutschen Mannschaftsmeister, der die Adelhausener in der vergangenen Endrunde im Halbfinale unverfroren über den Tisch gezogen hatte. Deshalb der dicke Hals.

Von Uli Nodler

Rheinfelden-Adelhausen. Das erste Duell geht nun am morgigen Samstag beim TuS in der wohl über vollen Dinkelberghalle über die Bühne. Keine Frage: Ab 19.30 Uhr wird auf dem Dinkelberg die Hölle losbrechen.

Auf dem Papier dürfte Burghausen der Favorit sein. In der Südostgruppe sicherten sich die Burghausener Platz eins, schlugen den starken Zweiten Red Devils Heilbronn zweimal haushoch. Allerdings benahmen sich die Wackeraner am letzten Kampftag mit der Schlappe beim ASV Schorndorf, der sich damit noch Platz drei ergatterte, zum Leidwesen des SV Johannis Nürnberg gewaltig daneben.

Dementsprechend angefressen reagierten die Nürnberger über die Wacker-Unsportlichkeit: Als Johannis -Sportdirektor Mario Besold die Aufstellung der Begegnung zwischen Schorndorf und Burghausen in den Händen hielt, traute er seinen Augen nicht. Die Ostbayern traten beim Aufsteiger mit sechs eigenen Ringern an. Schon vor Kampfbeginn stand deshalb fest, dass der ASV Schorndorf damit sicher im Lostopf als Tabellendritter war. „Das ist der größte Skandal, den ich bis jetzt erlebt habe“, schüttelte Besold frustriert den Kopf. Der Kampf zwischen dem RSV Rotation Greiz und den Johannis Grizzlys aus Nürnberg war dann im Grunde nur noch Makulatur. Und das vor der Rekordkulisse von über 1100 Zuschauern.

Allerdings liegt auch Titelverteidiger Burghausen Viertelfinalgegner Adelhausen schwer im Magen: „Das ist aus unserer Sicht das schwerste Los, das für uns im Topf war. Aber wenn man bis zum Ende dabei sein will, muss man eben auch solche Gegner schlagen“, gibt sich SVW- Abteilungsleiter Jürgen Löblein zuversichtlich, dass die Wacker-Ringer das Halbfinale erreichen können.

Das wollen die Adelhausener Jungs mit allen fairen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern: „Es ist ein Duell, das angesichts der unschönen Dinge, die im Halbfinal-Hinkampf in der vergangenen Saison vorgefallen sind, unter ganz besonderen Voraussetzungen steht. „Wir haben das Los angenommen und werden in den beiden Viertelfinalkämpfen gegen Burghausen alles in die Waagschale werfen“, ist auch TuS-Trainer Bernd Reichenbach bis in die Haarspitzen motiviert.

Derart fokussiert werden auch die Adelhausener Ringer sein, wenn es zunächst am Samstag gilt, auch über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen.

Ein nicht zu unterschätzendes Handicap aus TuS-Sicht ist natürlich die Tatsache, dass Coach Reichenbach auf vier nicht einsatzfähige Ringer verzichten muss. Besonders schwer wiegen die Ausfälle von Greco-Ass Peter Öhler (130 kg/98 kg) sowie von Alexander Semisorow (71 kg, Greco) und Freistil-Leichtgewichtler Manuel Wolfer. Im letzten Vorrunden-Duell erweiterte Edgaras Voitechovskis die Adelhausener Verletztenliste. Der Litauer zog sich im rechten Knie einen Kreuzbandriss zu.

Natürlich wird die Burghausener Mannschaft im Viertelfinale ein ganz anderes Gesicht haben, als bei der 9:28-Niederlage in Schorndorf. Vorteile dürfte der Titelverteidiger in den schweren Gewichtsklassen haben, wo sich die Punktegaranten Ramsin Azizsir (Greco) und Erik Thiele (Freistil) die Gewichtsklassen 98 und 130 Kilogramm geteilt haben. Da werden sich auf Adelhausener Seite nach dem Ausfall von Öhler William Harth und Felix Kraft mit der Außenseiterrolle begnügen müssen. Allerdings steht hinter dem Einsatz von Azizsir ein Fragezeichen. Er zog sich in Schorndorf eine Knieverletzung zu. Der Burghausener musste den Kampf sogar aufgeben.

Kräftig punkten müssen die Adelhausener vor allem in den leichtesten Gewichtsklassen mit ihren Topleuten Beka Bujashvili (57 kg, Freistil) und Ivo Angelov (61 kg, Greco). Allerdings verfügen die Burghausener mit Ahmet Peker in diesen beiden Gewichtsklassen ebenfalls über einen Klassemann. Zudem verfügen die Ostbayern mit Magomedmurad Gadzhiev (71 kg, Freistil) und Kakhaber Khubezhty (86 kg, Freistil) über bärenstarke Siegringer.

Ungeachtet der Außenseiterrolle wird das erste Duell am morgigen Samstag in der Adelhausener Dinkelberghalle auf der Matte entschieden. Die lautstarke Unterstützung der TuS-Fans dürfte den Adelhausener gewiss sein.

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