Ringen Verletzungen überschatten Spitzenduell

Alexander Semisorow verletzt sich bei seinem Einsatz gestern im TuS-Trikot. Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Nun muss der TuS Adelhausen bei der Playoff-Auslosung auf Fortuna hoffen. Nach der gestrigen 16:21-Pleite gegen den KSV Köllerbach müssen sich die Dinkelberger mit Rang zwei in der Südwest-Gruppe der Bundesliga begnügen. Bedeutet: Der TuS ist nicht gesetzt und kann auf die Mega-Kracher Burghausen oder Heilbronn treffen. Viel schlimmer als die Niederlage wogen gestern aber zwei weitere mögliche Ausfälle aufgrund von Verletzungen.

Von Mirko Bähr

Rheinfelden-Adelhausen. Der Showdown dieser Gruppe war bereits auf der Waagen so gut wie entschieden. Die Hypothek des 14:19 der Hinrunde war zu groß gegen die Saarländer, die mit einer Endrunden-Formation anreisten. Auch ein Sieg wäre vor 600 Zuschauern nur dann drin gelegen, wenn Manrikos Theodoritis und Alexander Semisorow ihre Duelle hoch gewonnen hätten.

Daraus aber wurde nichts: Theodoridis (66 kg-Greco) musste sich dem deutschen Vizemeister Etienne Kinsinger mit 1:10 beugen und Semisorow hatte in einem aktionsreichen und auf hohem Niveau stehenden 71 kg-Freistil-Duell zweier WM-Teilnehmer mit 4:7 gegen Mihail Sava das Nachsehen. Viel schlimmer war dabei aber, dass sich „Sascha“ kurz vor dem Ende bei einer Aktion am Sprunggelenk verletzte und von der Matte humpelte. „Toll, wie die beiden Ringer die Aktionen ausgerungen haben“, lobte Reichenbach.

Noch schlimmer hat es wohl Manuel Wolfer, der in der Klasse bis 75 kg-Freistil gegen Altmeister und DM-Sieger Andrij Shyyka chancenlos war und sich vor seiner Schulterniederlage am Knie verletzte. Das sah nicht gut aus. Trainer Bernd Reichenbach jedenfalls konnte es nicht fassen: „Es ist eine Katastrophe, ich weiß nicht, warum uns das immer passiert. Die Niederlage ist mir relativ egal, die Verletzungen sind bitter.“

Eventuell bekommt das TuS-Lazarett kurz vor der entscheidenden Phase Zuwachs. Schon vor dem gestrigen Kampf waren Reichenbach die Hände gebunden. „Besser konnten wir nicht aufstellen“, machte er klar. So musste Sascha Keller mit 80,4 Kilogramm im Greco der 98 kg-Klasse gegen den 17 Kilo schwereren Meloin Noumonvi ran und hatte im Bodenkampf keine Chance. Alles nur, um die maximalen Aufstellungspunkte nicht zu überziehen. 28 darf man auf Papier bringen, 28 waren es beim TuS, der vier Mattenduelle für sich entscheiden konnte.

Nedyalko Petrov (57 kg-Greco) gewann gegen Steven Ecker technisch-überhöht, während Artem Gebekov (61 kg-Freistil) einen Schultersieg nach fünfeinhalb Minuten gegen Valentin Steinmetz landete. Vier Teampunkte sicherte auch der Kroate Dominik Etlinger (75 kg-Greco), der Marc-Antonio von Tugginer nach 1:28 Minuten mit 16:0 bezwungen hatte. Aufgrund einer Verletzung von Pajtim Sefaj kam Bozo Starcevic (80 kg-Greco) schnell zu einem Schultersieg.

Keine Chance hatten Pascal Ruh (86 kg-Freistil), der Piotr Ianulov nach 2:21 Minuten vorzeitig nach Punkten unterlag und Felix Krafft (130 kg-Freistil), der gegen Oleksandr Khotsianivkyi nichts reißen konnte. Der WM-Dritte war eine Nummer zu groß. Oder in Kilos ausgedrückt: fast elf.

Warm gerungen für den Spitzenkampf hatten sich die Dinkelberger am Samstagabend beim ASV Urloffen. Der bis dato Vorletzte der Tabelle sollte nicht zum Stolperstein werden. Am Ende schlug ein 18:12 für den TuS zu Buche.

Sechs Einzelsiege fuhr Adelhausen ein. Manrikos Theodoridis (66 kg-Greco) und Sascha Keller (80 kg-Greco) holten vier Teampunkte in die blaue Ecke, Artem Gebekov (61 kg-Freistil), Dominik Etlinger (75 kg-Freistil) und Nick Matuhin (130 kg-Freistil) deren drei sowie Alexander Semisorow (71 kg-Freistil) immerhin einen Zähler.

Aber auch dort hatte Reichenbach in Sachen Aufstellung kaum Möglichkeiten. „Bei uns müssen nun einfach die Siegringer stechen und die Jungs, die verlieren, dürfen einfach nicht zu viele Punkte abgeben.“

Um die Playoff-Teilnahme als Gruppenzweiter auch rein rechnerisch klar zu machen, fehlt dem TuS in den letzten beiden Kämpfen der Gruppenphase noch ein Zähler.

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