Ringen Wende: DRB will DRL die Hand reichen

Gibt’s zukünftig wieder volle Hallen in der Bundesliga? Foto: Rolf Rombach Foto: Die Oberbadische

Es gab einiges zu bereden an der jüngsten Bundesliga-Tagung in Würzburg. Die wichtigste Entscheidung war sicherlich die, dass ab der Saison 2021/22 wieder eine 2. Bundesliga eingeführt wird. Überraschend war für viele Vereinsvertreter sicherlich, dass der Deutsche Ringerbund (DRB) den Klubs aus der Deutschen Ringerliga (DRL) wieder die Hand reichen will.

Würzburg (rom/nod). Dochdamit nicht genug: Bereits im nächsten Jahr soll die 1. Bundesliga mit jeweils sieben Vereinen wieder zweigleisig an den Start gehen.

Ebenfalls zweigleisig soll die 2. Bundesliga wieder eingeführt werden. Pro Staffel sind sieben oder acht Klubs vorgesehen.

Die Zusammensetzung wird dann erneut nach regionalen Gesichtspunkten getroffen. Das bringt mitunter kuriose Aufteilungen mit sich, wie sie derzeit bereits bestehen: So sind aktuell in allen drei Bundesliga-Gruppen Vereine aus Baden-Württemberg vertreten. Während Südbaden mit dem Saarland die Südwest-Sparte präsentiert, sind die nordbadischen Vereine in die Gruppe Nordwest eingeteilt worden, Und die württembergischen Vereine kämpfen in der Südost-Staffel. Eine Etage darunter sind alle drei Landesverbände in einer gemeinsamen Regionalliga vertreten.

Eine Überraschung für viele Beobachter war das Friedensangebot des DRB an die Vereine der Deutschen Ringerliga (DRL). DRB-Vizepräsident Ralf Diener bestätigte gegenüber dem Saarländischen Rundfunk, dass die ehemaligen Bundesligisten, darunter die mehrfachen nationalen Titelträger ASV Nendingen, SV Germania Weingarten und der VfK Schifferstadt, unter Beachtung des DRB-Regelwerks wieder zurückkehren könnten.

Auf der Homepage des Deutschen Ringerbundes wird diese Causa indes nicht erwähnt. Somit ist nicht geklärt, ob die Vereine dann direkt ins Oberhaus zurückkehren können, wo sie bis zu ihrem Rückzug antraten, oder der sportliche Weg gegangen werden muss. Letzteres wäre dann doch nicht die Sensation, wie sie en passant verkauft wurde, da die Reservemannschaften der DRL-Teams als „Amateure“ weiter im DRB-Sportbetrieb aktiv sind.

Andererseits fragen sich die Experten, welche 14 Vereine ansonsten künftig in einer ersten Liga antreten würden. Von den aktuell 23 Teams sind lediglich sechs bis acht Mannschaften annähernd auf Augenhöhe. Frühzeitig klare Ergebnisse wie am Wochenende, als die Spitzenteams aus Adelhausen und Köllerbach die Gegner einstellig von der Matte fegten, sorgen nicht gerade für spannende Kampfabende und frustrieren auch die Verantwortlichen, wenn alle Anstrengungen für einen spannenden Spitzensport verpuffen.

Thomas Altstadt, Vorsitzender des KSV Witten bemängelt in seiner Stellungnahme auf der DRB-Facebookseite die Kommunikationskultur im DRB: „Schon in der Begrüßung wurde von Manfred Werner (DRB-Präsident, Anm. d. Red.) laut und selbstherrlich klargemacht, dass es keine Alternativen gibt, und einzelne Meinungen von Vereinen wurden als Eigeninteresse abgestempelt, obwohl sie nur auf die Risiken aufmerksam gemacht haben. Ein Mitspracherecht der Vereine gibt es mittlerweile nicht mehr!“ Ferner verwies Altstadt auf einen Beschluss, der eine Rückkehr von DRL-Vereinen nur auf sportlichem Wege vorsehe. „Da fragt man sich, welchen Wert Beschlüsse auf einer Bundesligatagung haben“, schließt er.

Die Verantwortlichen des TuS Adelhausen, der seine Teilnahme an der Tagung kurzfristig absagte, haben sich noch nicht über die gefassten Beschlüsse beraten. Von einer kurzfristigen Stellungnahme hat man auch bei der RG Hausen-Zell abgesehen. „Beim DRB kann sich ja noch einmal etwas ändern“, begründet Ralf Wagner, der Sportliche Leiter, die Haltung der RG.

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