Ringen WKG einhellig für eine Saison-Absage

Freiburg - Die Ringerverbände Württemberg (WRV) und Südbaden (SBRV) halten trotz Corona noch an einer Mannschaftsrunde (wir berichteten) in diesem Jahr fest. Während in Südbaden die Ringer am 3. Oktober in die neue Saison starten wollen, soll in Württemberg die Runde am 17. Oktober beginnen.

Wie beide Verbände in einer Presseerklärung mitteilen, handelt es sich dabei um noch keine fixen Termine. Zumindest haben jetzt die Vereine die Gewissheit, dass der ursprünglich geplante Saisonstart am 5. September vom Tisch ist.

Allerdings stößt diese Entscheidung beim einen oder anderen Verein im Bezirk Oberrhein auf wenig Gegenliebe. Die Verantwortlichen des Regionalligisten WKG Weitenau-Wieslet beispielsweise lehnen die Austragung einer Mannschaftsrunde auf Landes-, Verbands- und Bezirksebene 2020 vehement ab. Das war der einhellige Tenor einer jüngst abgehaltenen Vorstandssitzung.

„Momentan steht wegen Corona alles in den Sternen. Wie soll man da gescheit planen. Und die mit großer Sicherheit anfallenden Kosten für die Austragung einer Mannschaftsrunde stehen in keinem Verhältnis zum Ertrag. Für alle Beteiligten wäre es aus meiner Sicht das Beste, die Saison 2020 komplett abzusagen“, betonte Dirk Pfunder, der stellvertretende Vorsitzende des WKG-Fördervereins.

Auf Kritik stieß bei den Oberrhein-Vereinen im Vorfeld auch ein Schreiben des Geschäftsführenden Präsidums des Südbadischen Ringerverbandes mit Präsident Martin Knosp an der Spitze. In ihm wurde den südbadischen Ringerklubs die momentane Situation, das künftige Vorgehen des Verbandes und die neue Gebührensituation erläutert. Man bekomme beim Lesen den Eindruck, dass der SBRV weit weg von der Realität sei, so die Meinung nicht weniger Vereinsmacher.

Einen kleinen Lichtblick gibt es aber trotzdem: Während derzeit sportliche Aktivitäten nur im Freien und nur in Kleingruppen möglich sind, sollen ab dem 2. Juni die Sporthallen wieder für den Trainingsbetrieb öffnen. Allerdings unter hohen Auflagen hinsichtlich des Mindestabstandes und der Hygienevorgaben. „Ein richtiges Ringertraining wird vorerst nicht möglich sein und die weitere Entwicklung, unter anderem die Vorgaben der Politik, muss abgewartet werden“, machen sich die Verbandsspitzen nichts vor.

Sofern der 3. Oktober in Südbaden haltbar ist, soll nach bisherigem Terminplan gerungen werden, damit die Vereine die bereits reservierten Sporthallen nutzen können. Die davor ausgefallenen Kämpfe sollen dann anschließend stattfinden. Bei Problemen, eine Sportstätte für die Heimkämpfe zu bekommen, können nach Absprache mit dem Sportwart und dem Gegner Begegnungen auf Freitag oder Sonntag verlegt werden. Unabhängig davon bleiben die Wartefristen bei Vereinswechseln für Einzelmeisterschaften (30 Tage) und Mannschaftskämpfe (90 Tage) bestehen. Sollte die Runde aufgrund der Corona-Krise doch nicht stattfinden können, werden die Gebühren weder für erteilte Lizenzen noch die Startgebühr für Mannschaftskämpfe erhoben, teilt das geschäftsführende Präsidium Südbadens mit.

Hygienekonzept und Austragungsmodus wird erarbeitet

Nach Auskunft des WRV soll die Saison aufgrund des späteren Starts ins Jahr 2021 hineinreichen und am 16. Januar abgeschlossen werden. Hierzu sind wie in den Vorjahren mehrere Doppelkampftage erforderlich. Nähere Informationen zur vorgesehenen Mannschaftsrunde will der Verband in Kürze den Vereinen zukommen lassen. „Sollten wir bis zum 31. Juli 2020 seitens der Landesregierung keine verbindliche Zusage erhalten, dass Kontaktsportarten wie Ringen nach den Sommerferien ausgetragen werden können, werden wir die diesjährige Ringersaison absagen müssen“, räumt das geschäftsführende WRV-Präsidium um Günter Maienschein (Tuttlingen), Matthias Thimm (Hardt) und Günter Prexl (Tamm) ein.

Wie das Trio weiter informiert, wird derzeit ein Hygienekonzept zur Vorlage an den Landessportverband (LSV) und den Württembergischen Landessportbund (WLSB) sowie ein angepasster Austragungsmodus für die Mannschaftsrunde erarbeitet. Letzterer soll in einer Sportaussitzung mit der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Baden-Württemberg) Anfang Juni verabschiedet werden.

Für N4- und N6-Anträge müssen in Württemberg die Voraussetzungen bis zum Stichtag 10. Oktober erfüllt sein. Die Frist, ab der höhere Lizenzgebühren zu bezahlen sind, verschiebt sich auf den 14. August. „Die Mannschaftsrunde 2020 wird zwangsläufig von Einschränkungen durch das Coronavirus geprägt sein. Und wir sind von Lockerungen und Freigaben der Bundes- und Landesregierung sowie der Kommunen abhängig“, bittet Maienschein um Verständnis.

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