Ringen WKG verzockt sich mit der Aufstellung

Die Oberbadische, 08.10.2017 19:39 Uhr

Von Gerd Lustig

Steinen-Höllstein. Mehr kann man von einem Derby nicht verlangen: Eine proppenvolle Wiesentalhalle, ohrenbetäubendes Anfeuerungsgeschrei und Spannung bis zum letzten Kampf.

In der Tat, das Regionalligaderby zwischen der WKG Weitenau-Wieslet und der RG Hausen-Zell hatte wieder einmal eine Menge zu bieten. Den Kampf auf Augenhöhe gewannen schließlich die Gäste mit 17:15, nachdem die WKG vor dem drittletzten Kampf noch mit 13:9-Punkten geführt hatte. Nun liegen beide Teams nach sieben Wettkämpfen Kopf an Kopf auf den Tabellenplätzen fünf und sechs mit jeweils 8:6-Punkten.

„Das war ein wichtiger Sieg für uns, der vierte in Folge“, freute sich RG-Trainer Adrian Recorean, der selbst vier Zähler in einem packenden Fight gegen Michael Herzog in der 98 kg-Freistilklasse hingelegt hatte. Die Jungs hätten durch die Bank tolle Duelle geliefert. Allen voran Sven Kiefer in der 130 kg-Kasse, der mit einem „Vierer“ gegen den 27,6 Kilogramm schwereren WKG-Recken Michael Butzer überraschte.

Lob gab es auch für Alexander Rümmele (86 kg, Greco), der unter der Woche sechs Kilo Gewicht gemacht hatte und einen wichtigen Zähler gegen den starken Jonas Dürr holte. In die Karten spielte der RG auch, dass Sebastian Rapp (66 kg, Freistil) lediglich drei Punkte gegen WKG-Siegringer Zorhab Ohanian abgab sowie Benny Vogt (71 kg, Greco) nur deren zwei gegen Dennis Kronenberger. „Na ja, und auf unsere Asse Görgö Wöller und Laszlo Szabolcs ist ohnehin Verlass“, so Recorean weiter.

„Wir haben uns heute für die falsche Aufstellung entschieden“, nahm WKG-Coach Marc Viardot die Derby-Niederlage zum großen Teil auf sich. Im WKG-Lager hatte man nämlich darauf spekuliert, dass die RG im Schwergewicht den nahezu unbesiegbaren Alin Alexuc-Ciuraiu als einen der beiden Ausländer einsetzt, setzte somit auf Michael Butzer. Doch die RG reiste mit Wöller und Szabolcs an, punktete hier voll. Und Butzer, der nach knapp zwei Minuten bereits ziemlich platt war, zog gegen Sven Kiefer den Kürzeren. „Wir haben es riskiert, doch der Schuss ging nach hinten los“, räumte Viardot ohne Umschweife ein.

Dennoch war bei der RG keine Trübsal angesagt: „Wenn uns das einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir mit der RG Hausen-Zell mithalten können, hätte ich das nicht geglaubt“, erklärte Viardot. Lob verteilte der WKG-Trainer an die Youngsters Stefan Kilchling (75 kg, Greco) und vor allem an den immer stärker werdenden Dennis Kronenberger (71 kg, Greco), die beide jeweils zwei Mannschaftspunkte zum Teamergebnis beisteuerten. „Schade, dass wir hier nicht noch mehr punkten konnten, drin gewesen wär’s allemal“, so Viardot.

 
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