Rümmingen Darsteller drängt es auf die Bühne

Alexandra Günzschel
Thomas Fritz (links) und Marc Heß von der Theatergruppe Rümmingen im Vereinsheim, das im Juli überflutet wurde Foto: Alexandra Günzschel

Seit zwei Jahren – mit Unterbrechungen – probt die Theatergruppe Rümmingen bereits an dem Stück „Kaviar trifft Currywurst“ von Winnie Abel. Wie man es von ihnen erwartet, haben sie die Komödie in Mundart umgeschrieben. Nun brennen sie darauf, endlich wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Termine gibt es schon, doch ob die Aufführungen stattfinden können, ist ungewiss.

Von Alexandra Günzschel

Rümmingen. An drei Wochenenden Ende März und Anfang April sollen die Aufführungen stattfinden. Diesmal an sieben statt fünf Abenden, für den Fall, dass weniger Gäste als sonst in der Halle zugelassen sind.

„Das ist schon sportlich“, sagen Thomas Fritz und Marc Heß aus dem Vorstand des Vereins angesichts wieder steigender Coronazahlen durch die Omikron-Variante.

Deshalb mussten nun auch die gemeinsamen Proben wieder auf Eis gelegt werden, für die dem Verein eigentlich die Gemeindehalle zur Verfügung steht. Derzeit übt jeder Darsteller seine Rolle für sich allein zu Hause. Da alle vollständig geimpft und auch geboostert sind, hoffen sie jedoch auf eine baldige Lösung – egal, ob diese dann 2G oder 2G plus heißen wird.

„Das Bedürfnis nach kulturellen Veranstaltungen ist groß“, sind Fritz und Heß überzeugt. Und auch die Darsteller würden den Auftritten entgegenfiebern.

Nicht zuletzt deshalb wollen die Theaterleute erst einmal an den unsicheren Terminen im Frühjahr festhalten. Ohnehin wäre eine Verlegung der drei Wochenenden mit sieben Aufführungen wegen der Hallenbelegung schwierig. Gerne würden die Veranstalter ihre Gäste auch mit Sekt empfangen und kleine Speisen anbieten – ein weiterer Unsicherheitsfaktor.

Spendenfreudig

Einen Teil der Einnahmen wollen die erfahrenen Laiendarsteller spenden, eventuell an die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal, überlegen die beiden Vorstandsmitglieder.

Besonders lobenswert ist das deshalb, weil der Verein selbst Opfer einer Überschwemmung wurde. Das Vereinsheim im ehemaligen Sparkassengebäude wurde bei dem Starkregenereignis am 16. Juli stark in Mitleidenschaft gezogen, wie Fritz und Heß vor Ort demonstrieren. Der Boden und Teile des Inventars waren danach nicht mehr zu gebrauchen.

Mit viel Eigenleistung wollen die Vereinsmitglieder dieses Problem nun angehen und bei dieser Gelegenheit auch gleich noch die sanitären Anlagen erneuern. Das Laminat für einen neuen Boden jedenfalls liegt schon bereit. Vereinsmitglied Martin Greiner hat es gespendet. Die Sanierung des Vereinsheims ist ein weiteres Projekt, das der Verein nach Möglichkeit im Frühjahr angehen will.

Das Vereinsheim diente den Mitgliedern als Treffpunkt für Besprechungen oder Sitzungen. Es war aber auch Materiallager, etwa für die Kulissen, die glücklicherweise nicht beschädigt wurden. Die „Dorfhäxe“ Rümmingen boten Hilfe an. Sie haben das Material kurzerhand für den befreundeten Verein zwischengelagert.

Trotz erneuter Einschränkungen bei den Proben sind die Vorstandsmitglieder guter Dinge für das Mundart-Stück, das seiner Aufführung harrt. Seit Juli haben sich die elf Darsteller regelmäßig getroffen und konnten im Oktober sogar noch ein Probenwochenende veranstalten, bei dem alle gemeinsam auf der Bühne standen.

Turbulente Komödie

In der turbulenten Komödie muss eine Wirtin innerhalb von 24 Stunden ihre heruntergekommene Eckkneipe in ein Edel-Lokal verwandeln, um ihren Cousin und Geldgeber zufrieden zu stellen. Fritz gibt als Verehrer der Wirtin den überforderten piekfeinen Kellner, während Heß, der darüber hinaus Regie führt, einen Stammgast mimt. Für das Stück wurde eine Theke als Requisite erstellt, die später ihren festen Platz im Vereinsheim finden soll

Die Leidtragenden der Pandemie seien die Jugendlichen, bedauern die beiden Vorstandsmitglieder. Denn in der Jugendabteilung herrscht derzeit Stillstand. Vor Corona hatten die jungen Leute ein Stück einstudiert, für das sie sich nun zu alt fühlen. Wann und wie es weitergeht, kann der Vorstand derzeit noch nicht sagen, obwohl es durchaus Anfragen gibt.

Nicht mehr zur Aufführung kommen wird wohl auch das Stück „Das Schweigen der Kühe“, für neue Mitglieder und jene, die bei dem anderen Stück diesmal nicht mitwirken konnten. Es wurde letztlich zum Corona-Opfer.

Nun ruht die Hoffnung auf einen baldigen Neustart also ganz allein auf der Komödie „Kaviar trifft Currywurst“. Online-Alternativen wurden zwar ausprobiert. Doch Fritz und Heß sind sich einig: „Ein Stück wird erst zum Stück, wenn man auf der Bühne steht mit allen Kulissen und Darstellern.“

Die Theatergruppe Rümmingen plant sieben Aufführungen der Mundart-Komödie „Kaviar trifft Currywurst“: von Freitag, 25. März, bis Sonntag, 27. März, am Freitag, 1. April, und Samstag, 2. April, sowie am Freitag, 8. April, und am Samstag, 9. April. Reservierungen sind derzeit noch nicht möglich.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage unter www.theatergruppe-rümmingen.de.

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