Rümmingen (pink). Eine fast gespenstisch anmutende Szenerie bot sich auf dem Aussiedlerhof der Familie Bürgin am Ortsrand von Rümmingen: Künstlicher Rauch drang aus einem Gebäudeteil, und die verzweifelten Rufe einer Frau nach einer Annika waren zu hören. Schließlich ertönten Martinshörner und Blaulichter wurden erkennbar.

Die Großübung der sechs Verbandsfeuerwehren aus Rümmingen, Binzen, Eimeldingen, Wittlingen, Schallbach und Fischingen rief fast 70 Feuerwehrleute mit insgesamt neun Lösch- und Transportfahrzeugen sowie das DRK Wollbach mit zehn Einsatzkräften auf den Plan. Angenommen wurde, dass die Schweißarbeiten an einem Mulchgerät auf dem Bürgin-Hof, verbunden mit einer Gasleckage und daraus folgender Explosion, für einen Brand und einige verletzte Personen gesorgt hatten. Einsatzleiter war der Rümminger Feuerwehrkommandant Joachim Endters.

800 Meter Löschleitungen

Sofort begannen die Retter und Helfer nach kurzer Lageeinweisung mit der Suche nach den gefährdeten Personen. Insgesamt 800 Meter an Löschleitungen mussten gelegt werden, davon allein 500 Meter, um eine Löschleitung von der Kander zum Hof herzustellen. Rund um das gesamte Hof-Areal wurden die Löschfahrzeuge strategisch platziert und begannen mit den Löscharbeiten, während einige Feuerwehrmänner unter Atemschutzgeräten aus dem verrauchten Scheunenbereich zwei Arbeitskräfte in Form von Puppen bargen und vier „verletzte“ Kinder retteten.

Nicht nur die Kinder Annika, Lucas, Silas und Jan waren mit entsprechenden Verletzungen geschminkt worden, sondern auch deren Mutter, die von Yvonne Ehrengarth dargestellt wurde. Sie glänzte in ihrer absolut authentisch gespielten Rolle. „Das Kind atmet nicht, tut doch etwas“, lautete die dramatische Aufforderung, die die Stresssituation für die Helfer deutlich steigern sollte, aber außer den Zuschauern niemanden aus der Ruhe brachte, so dass die Helfer routiniert und überlegt ihren Hilfseinsatz durchführen konnten.

Die Zuschauer, unter denen sich auch Rümmingens Bürgermeisterin Daniela Meier sowie die Bürgermeister Andreas Schneucker aus Binzen, Oliver Friebolin aus Eimeldingen und Michael Herr aus Wittlingen befanden, schwankten zwischen Irritation und Begeisterung. Letztendlich hieß es aber nach einer knappen Stunde, „alle Personen gerettet und Feuer gelöscht“.

Einsatzleiter Endters, Führungsgruppenleiter Knut Nabbefeld, Abschnittsleiter Gerhard Wildschütz, aber auch Giorgio Scalice vom DRK Wollbach und Bürgermeisterin Meier zeigten sich von den Einsatzleistungen überzeugt uns begeistert. „Wir können und glücklich schätzen, dass es bei uns so viele Menschen gibt, die bereit sind, im Ehrenamt anderen zu helfen und uns zu beschützen“, so Meier.

Die Hof-Betreiber zeigten sich ebenso positiv angetan von dem Rettungs-Einsatz. „Ich hoffe, unsere 1500 Hühner hatten keinen Stress und liefern morgen unbeeindruckt wieder frische Eier“, schmunzelte Markus Bürgin.