Rümmingen Es geht um den Substanzerhalt

In der Jakobuskirche müssen die Empore und der Treppenaufgang saniert werden. Foto: Silke Hartenstein

Seit Juni ist der Zugang zur Empore der Jakobuskirche abgesperrt: Der Organist kommt nicht mehr zur Orgel und 20 der 70 Sitzplätze sind nicht erreichbar. Veranstaltungen können in der mehr als 500 Jahre alten Kirche zwar stattfinden, doch Pfarrer Dirk Fiedler stellt fest: „Als Gottesdienstort ist die Jakobuskirche im Moment nicht nutzbar.“ Nun zeichnet sich nach längerem Hin und Her betreffs der Kostenübernahme der Sanierungsarbeiten eine Lösung ab.

Von Silke Hartenstein

Rümmingen. Zuständig für die Sanierung von Empore und Treppe ist das Amt Freiburg des Landesbetriebs Vermögen und Bau (VuB) Baden-Württemberg. Seit 1. Juli leitet Ole Nahrwold dieses Amt. Auf Anfrage gab er bekannt: „Vermögen und Bau wird alle sicherheitstechnisch erforderlichen Arbeiten an der Empore und am Treppenaufgang planen, finanzieren und durchführen. Hierzu gehört auch die Instandsetzung des Bodens der Empore.“

Für Mitte Oktober, so Nahrwold, sei ein Ortstermin vorgesehen, bei dem die konkret geplanten Arbeiten besprochen und mit der Kirchengemeinde abgestimmt werden sollen. Wann genau die Arbeiten beginnen könnten, hänge dann von der Genehmigung durch die Denkmalbehörde ab.

Ein Termin mit der Denkmalbehörde sei für die Bewertung der geplanten Maßnahmen nicht mehr erforderlich, der von der VuB mit der Planung beauftragte Architekt habe sich mit der zuständigen Denkmalbehörde abgestimmt, die denkmalschutzrechtliche Prüfung werde auf Grundlage der einzureichenden Pläne und Zeichnungen erfolgen. Nahrwold: „Ziel ist in jedem Fall eine möglichst schnelle Umsetzung der erforderlichen Arbeiten.“

Für das Kirchengebäude in Rümmingen bestehe eine grundsätzliche Erhaltungspflicht des Landes, stellte Nahrwold fest. Was die Kirchengemeinde zu zahlen hat und was das VuB, regelt das 200 Jahre alten Baulastenverzeichnis. Demnach, so Nahrwold, sei die Kirchengemeinde selbst beispielsweise zuständig für die Finanzierung der Erneuerung der Elektrik mit neuen Zuleitungen für eine seitens der Kirchengemeinde gewünschte neue Beleuchtung.

Möglichst einheitliche Projektabwicklung

Der Kirchengemeinde sei klar, dass sie zuständig sei für die rund 20 000 Euro teuren Elektroarbeiten, sagt Pfarrer Fiedler. Sie hätte bereits einen Elektromeister aus Lörrach mit der Planung beauftragt – dann jedoch sei ein vom VuB Beauftragter mit derselben Absicht erschienen: „Jetzt ist die Frage: Wer soll’s machen?“

Auch hier zeichnet sich Bewegung ab. Laut Nahrwolds Schreiben wäre das Amt bereit dazu, im Sinne einer einheitlichen Projektabwicklung auch diese Maßnahmen baulich zu betreuen. Von einer Verpflichtung, die Elektroarbeiten durch das VuB betreuen zu lassen, ist aber nicht die Rede.

Fiedler, zugleich Vorsitzender des Bauausschusses der evangelischen Kirchengemeinde Binzen-Rümmingen, ist froh über die Zusage des VuB auf Kostenübernahme der Arbeiten an Empore, Geländer und Treppenaufgang. „Wir fordern keine Aufwertung des Gebäudes, wir wollen lediglich den Substanzerhalt“, stellt er fest.

Da nach Meinung der Kirchengemeinde hierzu auch die Erneuerung des nach 30 Jahren angegrauten Innenanstrichs und die Restaurierung der Kirchenbänke gehören, werde man beides nach Ausführung der Arbeiten an Empore und Treppe erneut beantragen.

Nun hofft Fiedler fürs Erste auf einen Abschluss der Sanierungsarbeiten bis zum Frühjahr – dann nämlich soll das von Harald Glööckler gestaltete Fenster installiert werden.

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