Rümmingen Große Klangvielfalt geboten

Weiler Zeitung, 16.04.2018 22:08 Uhr

Lebendige Instrumentalstudie und anspruchsvollen Hörgenuss verband das Konzert des Blechbläserensembles „Querblechein“, das am Sonntagabend im Rahmen der Reihe „Kultur in der Kapelle“ gegeben wurde.

Von Daniela Buch

Rümmingen. Die Besucher durften sämtliche Klangfarben erleben, die durch verschiedene Besetzungen erwirkt wurden. Etwa das Trompetenquartett in der dreisätzigen „Sonatina“ von Ron Simpson, ein Tuba-Ensemble zu John Stevens „Benediction“ oder ein Ensemble für Bassposaune in Steven Verhelsts „Slide’o’mix“.

Besonders reizvoll gelang die Umsetzung des „Allegro Maestoso“ aus Georg Friedrich Händels „Wassermusik“ im gemischten Quartett – eines davon im Publikumsraum platziert, ein weiteres von der Empore herab spielend.

Ein so großes Ensemble sei für die Konzertreihe doch eher selten, meinte Organisator Richard Geppert bei der Begrüßung, das Verhältnis von Musikern und Publikum scherzhaft als 1:1 bezeichnend, was natürlich nicht stimmte, gab es doch kaum ein Platz in den Reihen, der unbesetzt blieb – das musikalische Thema des Abends zog ein großes Publikum an.

Das Konzert sollte eine Premiere gleich in zweifacher Hinsicht werden. So war es der erste Auftritt des Ensembles in der „Kulturo“-Reihe, und die Auswahl der Stücke sei ungewöhnlich, wie Jürgen Thun, Bassposaunist und musikalischer Leiter, erläuterte. Denn typischerweise spiele das Ensemble in der großen Besetzung, lasse gelegentlich einzelne Register in den Vordergrund rücken. „Doch so viele Wechsel in der Besetzung hatten wir so wie heute noch nicht. Klangvielfalt zieht sich als Motto durch das Konzert“, stellte Jürgen Thun fest. Dazu kam die Auswahl der Stücke, die am Sonntag den Schwerpunkt auf klassische Werke legte, und nur wenige Ausflüge in zeitgenössische Stücke und Ragtime – „Peacherine Rag“ von Scott Joplin – unternahm.

In vollem und mächtigen Klang zu hören war das gesamte Ensemble in Henry Purcells Symphonie „Fairy Queen“, im „Einzug der Königin von Saba“ aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Salomon“, in Steven Verhelst „Promenade“ inklusive solistischen Einlagen von Yannick Perrotin (Horn) und Toni Cueni (Posaune) sowie in dem „Canzon Duodecimi Toni a 10“ von Giovanni Gabrieli. Mit einer dann doch typischen „Querblechein“- Mischung, dem klassischen Stück „Letzter Frühling“ von Edvard Grieg und dem New Orleans-Jazzklassiker „Down on Bourbon Street“ als Zugaben verabschiedeten sich die Musiker von einem erfrischten, begeisterten Publikum, das die durchweg wunderbaren Darbietungen mit einem Riesenapplaus quittierte.

 
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