Rümmingen Kalkablagerungen im Kanalnetz

Weiler Zeitung, 12.06.2018 22:25 Uhr

Die Zustandsbewertung der Regenwasserkanäle in Rümmingen, die vom Ingenieurbüro Fritz durchgeführt wurde, ist abgeschlossen. Der Gemeinderat erteilte in seiner öffentlichen Sitzung am Montag den Auftrag zur Sanierung bei einer Kostenschätzung von insgesamt rund 203 000 Euro.

Von Daniela Buch

Rümmingen. In die Kosten mit einkalkuliert ist der Bau einer Schmutzfangzelle im Gewerbegebiet. Die Sanierungsplanung soll bis Ende August fertig sein. Die Ausschreibung wird dann im September, die Auftragsvergabe im November erfolgen. Die Ausführung der Arbeiten beginnt dann voraussichtlich im Frühjahr 2019.

Das Regenwasserkanalnetz wurde in seiner gesamten Länge von rund 3,8 Kilometern mit 144 Kanalhaltungen im Jahr 2017 befahren und untersucht. Wie Planer Steffen Jäger vom Büro Fritz erläuterte, bestehe bei 28 Prozent der Regenwasserkanalisation kein Sanierungsbedarf. Bei rund 55 Haltungen auf einer Länge von 1,5 Kilometern wurden Kalkablagerungen von bis zu 30 Prozent und punktuell mehr festgestellt, was zu einer Behinderung des Abflussvermögens führt.

Auch wurden 85 Stutzen ausfindig gemacht, die nicht fachgerecht angeschlossen und undicht sind. An diesen Stellen werde der Wurzeleinwuchs begünstigt, was wiederum zu Abflusshinderungen im Kanal führe und langfristig die Standsicherheit der Leitung gefährde. Des Weiteren wurden 14 verschobene Muffenverbindungen festgestellt.

Auch wurden einige Risse und Löcher sowie zwei Rohrbrüche mit Scherbenbildung gefunden und ein Fehlanschluss ausfindig gemacht, der Schmutzwasser ins Regenwassersystem einleitet.

Zur Entfernung der Kalkablagerungen soll ein Höchstdruck-Wasserstrahl-Verfahren eingesetzt werden. Im Anschluss folgt die bauliche Kanalsanierung an den entsprechenden Stellen.

Das Ergebnis der Untersuchung, das als Grundlage für das Sanierungskonzept dient, liegt in Form von digitalen Filmen und Berichten mit Bildern vor. Die hydraulische Leistungsfähigkeit der Haltungen und Leitungen wurde nicht untersucht. Auch wurden die Kanäle gemäß der Verwaltungsvorschrift des Landes Baden-Württemberg nur optisch auf Dichtheit untersucht. Eine Dichtheitsprüfung mittels Druck wurde nicht durchgeführt.

Henriette Benner-Boll und Gerhard Wildschütz fragten nach, ob die schon in die Jahre gekommenen Rohre einer Hochdruckreinigung denn auch standhalten würden. Steffen Jäger bejahte dies. Der Prozess sei effizient und materialschonend, und werde außerdem vom Operator laufend überwacht und angepasst.