Rümmingen Karl Frierson rockt mit wandelbarer Stimme die Bühne

Weiler Zeitung, 26.06.2017 00:49 Uhr

Rümmingen (cre). Für das Open-Air-Konzert am Rümminger Jubiläumssamstag war es den Veranstaltern gelungen, ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen. Höhepunkt war der Auftritt des aus Kalifornien stammenden Sängers Karl Frierson.

Eine kurze Umfrage unter den Besuchern des Festes ergab, dass nur wenigen der als Top-Act angekündigte Sänger etwas sagte. Das aber sollte sich schnell ändern! Der Sänger entpuppte sich als Rampensau im positivsten Sinn. Die sich vor der Bühne drängelnden Kinder wurden vom ihm einzeln durch Abklatschen begrüßt. Damit hatte er nicht nur deren Herzen im Sturm erobert. Dass er sein Handwerk versteht, bewies er in einer temporeichen Show, die sich bis nach 23 Uhr erstreckte. Und wäre es nach dem Willen des Publikums gegangen, hätte er wohl die ganze Nacht durchmachen können.

Hatte sich Frierson mit der Gruppe De-Phazz noch eher der experimentellen Musik verschrieben, rockte er die Rümminger Bühne, kongenial begleitet von der Frank-Schultz-Band und den Sängern und Sängerinnen des Ensembles „Radiance“, mit hauptsächlich Soul-Stücken aus der Hochzeit des Souls in den 1960er Jahren. Marvin Gaye und Wilson Pickett ließen grüßen.

Mit seiner wandelbaren Stimme und seiner Bühnenpräsenz gelang es Frierson jedoch, diesen Stücken neuen – seinen – Charakter zu verleihen. Viele aus dem Publikum hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen. Sie standen vor der Bühne, um nahe dran zu sein und sich vom Auftritt Friersons begeistern zu lassen.

Vor dem Hauptact waren als „Special Guests“ Bo Katzman aus der Schweiz mit seiner Tochter Ronja Borer aufgetreten. Als Duo präsentierten sie Hits und Oldies wie Lee Hazelwoods und Nancy Sinatras „Jackson“ oder als besondere Nummer Johnny Cash’s „Ring of Fire“ - gesungen von Ronja. Wer die Augen schloss, sah beim „Blowing in the Wind“, gesungen von Bo Katzman, tatsächlich Bob Dylan vor sich.

Eine tolle Vorstellung gab auch das Gesangsensemble „Radiance“ unter der Leitung von Alexander Sehringer. Er dirigiert auch den Gesangverein Schallbach. Vor einigen Monaten war das Ensemble erfolgreich in der Rümminger Kapelle aufgetreten.

Den Schlusspunkt setzten die Besucher mit einem wahren Lichtermeer, produziert von vorher ausgeteilten Knick-Leuchtstäbchen. Donnernder Applaus der Besucher war der verdiente Dank für die Akteure.