Rümmingen „Kaum Bebengefahr durch Erdwärme“

Regine Ounas-Kräusel
So wie hier in Basel will Badenova auch im Kreis Lörrach auf Geothermie setzen. Der Gemeinderat Rümmingen hat das Vorhaben, das Rümmingen und 13 weitere Gemeinden vorrangig betrifft, gut geheißen. Foto: Adrian Steineck

Die Firma Badenova Wärme-Plus will im Landkreis Lörrach erkunden, ob hier mit Hilfe der Tiefengeothermie Heizwärme gewonnen werden kann. Der Rümminger Gemeinderat hieß dieses Vorhaben jetzt gut.

Die Geothermie nutze den Umstand, dass die Erde im Innern hohe Temperaturen aufweist, erklärte Geschäftsführer Klaus Preiser dem Gemeinderat. Die Firma Badenova Wärme-Plus will im Kreis Lörrach heiße Wasserreservoire unter der Erde finden. Man hoffe, etwa 60 Grad heißes Wasser zu finden, das mit Hilfe einer Wärmepumpe auf 80 Grad aufgeheizt und in ein Fernwärmenetz eingespeist werden soll, sagte Preiser. Dafür müsse man wahrscheinlich 1200 bis 1400 Meter tief bohren.

Anderes Prinzip als in Basel

Dass die Bohrungen ein Erdbeben auslösen könnten, wie einst beim Geothermieprojekt Basel, schloss er aus. Dort habe man heißes Wasser in massiven Fels gepresst. Sein Unternehmen werde aber nicht in Felsen bohren, sondern in lockeren Muschelkalk oder Bundsandstein. Man werde auch kein Wasser ins Gestein pressen. Vielmehr hoffe man, in der Tiefe ein heißes Wasserreservoir zu finden. Dieses Wasser wolle man hochpumpen und nach der Nutzung abgekühlt wieder in die Erde zurück leiten.

Kaum Gefahr von Rissen

Preiser war auch optimistisch, dass die Geothermiebohrungen im Kreis Lörrach keine Risse und Schäden an Häusern verursachen würden, wie einst in Staufen. Dort habe eine Geothermiebohrung eine Gipskeuperschicht getroffen. Durch austretendes Wasser sei Gips entstanden und aufgequollen, erklärte er. Ein Vorkommen von Gipskeuper sei im Kreis Lörrach aber sehr unwahrscheinlich. Außerdem könne man Bohranlagen wasserdicht machen. Preiser verwies auf das Geothermieprojekt in Riehen, das seit fast 30 Jahren erfolgreich Heizwärme liefere.

Doch bis zur ersten Bohrung im Kreis Lörrach werden noch Jahre vergehen. Aktuell hat die Firma Badenova Wärme-Plus die Aufsuchung von Wärme, Lithium und Sole im Kreis Lörrach beantragt und zwar auf den Gebieten von Rümmingen und von 13 weiteren Gemeinden.

Standortsuche läuft

Um einen geeigneten Standort zu erkunden, werde man zunächst vorhandene Informationen aus den 1970er Jahren sichten, sagte Preiser. Damals wurde am Oberrhein nach Erdöl und Gas gebohrt. Später würden auch seismische 3-D-Messungen mit Lastwagen und Rüttelplatte durchgeführt. Nach etwa fünf bis sieben Jahren könne dann eine Bohranlage stehen, nannte Preiser den Zeithorizont.

Gemeinden gefragt

Aktuell können die betroffenen 14 Gemeinden zum Genehmigungsverfahren Stellung nehmen. Der Gemeinderat Rümmingen unterstützte den Aufsuchungsantrag von Badenova Wärme-Plus. Der Ausbau einer Kohlenstoffdioxid-freien Wärmeversorgung sei entscheidend für den Klimaschutz und auch für die Unabhängigkeit in Sachen Energie.

Frage aus dem Rat

Stadtrat Dieter Hagin (Rümminger Wählervereinigung) fragte, ob es in der hiesigen Erdbebenregion keine Schwierigkeiten geben könnte. Werde eine Bohrung von einem Erdbeben getroffen, sei das ein wirtschaftliches Risiko für seine Firma, sagte Preiser zu Hagins Anfrage. Aber Erdbeben auslösen werde man mit diesen Bohrungen nicht.

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