Rümmingen Lotsen durch unsere digitale Welt

Thomas Ullrich, Steffi Wiedemann und Natalie Corsten (von links) sind die neuen Digitallotsen in Rümmingen. Beim ersten Vor-Ort-Termin am Samstag war der Andrang noch verhalten. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Unsere Welt ist digitaler geworden. Wer sich da nicht auskennt, hat das Nachsehen. Insbesondere ältere Mitbürger stehen den neuen Möglichkeiten häufig ratlos gegenüber. Damit sie nicht den Anschluss verlieren, gibt es in Rümmingen jetzt drei Digitallotsen, die man bei Problemen mit Smartphone, Tablet oder Computer zu Rate ziehen kann.

Von Alexandra Günzschel

Rümmingen. Zu diesen Helfern gehört auch die Gemeinderätin Natalie Corsten. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt sie, was sich hinter dem neuen Konzept verbirgt und wie es angelaufen ist.

Frage: Frau Corsten, Sie haben sich dazu bereit erklärt, Mitbürgern bei ihren Alltagsproblemen im Umgang mit digitalen Endgeräten zu helfen. Wie kam es eigentlich zu dieser Idee?

Im Zuge der Landtagswahl haben zwei ältere Frauen Bürgermeisterin Daniela Meier angesprochen. Sie kommen mit ihren Computern nicht zurecht und wollten wissen, wer ihnen dabei helfen kann.

Die Verwaltung hat sich daraufhin schlau gemacht und die Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental in Zell gefunden. Die Akademie ist Standort des Projekts „Digital-Kompass“, das Internet-Lotsen dabei helfen will, Ältere im Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen.

Frage: Was steckt da genau dahinter?

Ziel ist es, Senioren in einer Welt, die immer digitaler wird, die Teilhabe zu ermöglichen. Dabei geht es vor allem auch um Hilfe zur Selbsthilfe. Wir versuchen zu vermitteln, wie man Lösungen finden oder wen man fragen kann.

Manchmal geht es nur darum, wie man bei einer Nachricht an die Enkel ein Foto anhängt. Andere wollen online eine Bahnreise buchen. Wir Digitallotsen nehmen uns dann Zeit für diese Probleme.

Wenn wir nicht selber helfen können, vermitteln wir Kontakte zu Fachleuten oder regen beispielsweise einen VHS-Kurs zum jeweiligen Thema an.

Frage: Inwieweit unterstützt die Seniorenakademie dabei?

Wir haben die Möglichkeit, Schulungen zu besuchen. Außerdem werden wir mit Info-Material zum Thema versorgt. Es gibt Ansprechpartner, die wir fragen können, wenn wir selbst nicht weiterkommen, sowie Online-Veranstaltungen.

Frage: Bisher gab es einen Termin für eine Telefonberatung sowie eine Präsenzveranstaltung. Wie ist das Projekt angelaufen?

Noch sehr verhalten. Es braucht wohl etwas Zeit, bis sich das Angebot herumspricht. Steffi Wiedemann, Thomas Ullrich und ich stehen auch im Austausch mit Mike Wechlin aus Weil am Rhein, der schon länger Digitallotse ist. Wir denken über gemeinsame Veranstaltungen nach, eventuell ein Digitalcafé oder Vorträge zu einzelnen Themen.

Frage: Welche Probleme tauchen denn besonders häufig auf?

Es geht zum Beispiel um Hilfe beim Online-Banking. Viele haben Angst, ihre Daten im Internet zu übermitteln. Oft geht es auch um Alltägliches wie den Unterschied zwischen WhatsApp oder Signal. Ein weiteres Thema sind die Möglichkeiten, die das Internet bietet, angefangen bei den sozialen Netzwerken über Online-Shopping bis hin zu YouTube oder GoogleMaps. Auch Gesundheits-Apps stoßen auf Interesse.

Frage: Ab welchem Alter darf man Sie eigentlich konsultieren?

Wir kümmern uns um alle Anfragen, egal von wem sie kommen. Den Begriff Senior würden viele ja auch ganz unterschiedlich auslegen.

Frage: Welche konkreten Anfragen hatten Sie in Rümmingen bereits?

Ein Bürger wollte ein Hotel buchen und hat sich bei uns erkundigt, welche Anbieter im Internet seriös sind. Wir haben ihn dann an Hotelbewertungsportale herangeführt.

Die Digitallotsen in Rümmingen können telefonisch und per E-Mail erreicht werden:

Unter Tel. 07621/9529449 können Anfragen auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden. Die E-Mail-Adresse der Digitallotsen lautet: hilfe@rümmingen-digital.de.

Zusätzlich bietet Mike Wechlin immer mittwochs von 10 bis 13 Uhr eine Sprechstunde an: Tel. 07621/64935.

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