Rümmingen Mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Wie sich die Verkehrssicherheit für die Schüler im Bereich Lörracher Straße und Schulweg verbessern lässt, damit beschäftigten sich die Rümminger Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung. Vor allem über die Umgestaltung des Areals, die damit einhergehenden Änderungen bei den Parkplätzen und mögliche verkehrslenkende Maßnahmen herrschte nicht immer Einigkeit.

Von Adrian Steineck

Rümmingen. Stephan Färber von der Wohnbau Lörrach stellte zunächst das Konzept für die Umgestaltung des Areals zwischen dem Rathaus und der Naturparkgrundschule dar. Dieses stelle eine gestalterische Aufwertung des Areals dar, machte er deutlich. So signalisiere die geplante verengte Durchfahrt am Rathaus den Beginn eines halböffentlichen Bereichs. Zudem sind die geplanten Poller am Parkplatz versenkbar, sodass der Schulhof abends genutzt werden kann. „In Binzen gibt es solche hochfahrbaren Poller bereits“, legte Färber dar. Damit hoffe die Gemeinde auch, der Situation Herr zu werden, dass die Eltern ihre Kinder mit dem Auto teilweise direkt bis vor den Eingang fahren. „Das Wenden bleibt weiterhin möglich, aber wir wollen den Leuten die Lust nehmen, in dieses Areal hineinzufahren“, machte Färber deutlich. Zugleich soll durch Einheitlichkeit der gestalterische Anschluss von Rathaus und Schule an den Dorfplatz geschaffen werden.

Mehr Sicherheit für Kinder

Mit den geplanten Maßnahmen werde ein Sicherheitsgewinn für Kinder erreicht. So sind durch das Ausweisen des Schulwegs als Spielstraße Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigt. Zudem soll durch einen Materialwechsel beim Belag an der Ecke des Rathauses die Aufmerksamkeit von Fußgängern und Autofahrern gefördert werden. Die Nutzung der Parkplätze nur durch Lehrkräfte reduziere den Fahrverkehr, und die geplanten Poller in den Pflasterstreifen würden das Ende des Schulhofs markieren. Dadurch könne der Schulweg sicherer gestaltet werden.

Kosten noch unklar

Was die geplanten Maßnahmen kosten, ist bisher noch unklar. Aufgrund der Corona-Krise soll zunächst die Steuerschätzung für Mai abgewartet werden, ehe es eine erste Prognose über die Auswirkungen der Pandemie auf den Rümminger Haushalt geben kann. Bei den Pollern ging Daniela Meier von Kosten in der Größenordnung von gut 1500 bis 2000 Euro aus.

Konzept kritisiert

Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass es in vergangenen Ratssitzungen bereits heftige Diskussionen um das Thema Parkplätze gegeben habe. Auch jetzt waren sich die Gemeinderäte uneins, was das geplante Umgestaltungskonzept anging. So fragte einer der Gemeinderäte, was Lehrer und Erzieher zu den Plänen sagen würden, und betonte mehrfach, dass das Konzept so für ihn „keinen Sinn machen“ würde. Meier sagte hierzu, dass den Wünschen der Lehrer durch die Poller und die Parkplätze Rechnung getragen würde, und wünschte sich alternative Vorschläge anstelle von bloßem Infrage stellen.

Verkehr wird verlagert

Gerhard Wildschütz fragte, wie sich die Umgestaltung auf den Verkehr auf der Lörracher Straße auswirke. Färber legte dar, dass es dadurch wohl mehr Abbieger in Richtung Dorfplatz gebe. Sabine Augustin sagte dazu, dass ihr die Verlegung des Verkehrs auf die Dorfstraße „Bauchschmerzen“ bereite. Auch ein anderer Gemeinderat monierte, dass durch die Neugestaltung der Verkehr nur an andere Stellen verlagert werde, an denen ohnehin bereits viel Verkehr herrsche. Henriette Benner-Boll zeigte sich positiv überrascht davon, dass das Konzept so weit fortgeschritten ist. Sie regte an, auf dem Schulhof auch schulische Inhalte zu berücksichtigen, etwa indem man den Kindern auch vermittle, wie lang ein Meter ist. Meier sagte dazu, dass dies bereits bei der Schulhofgestaltung vorgesehen ist.

Ein Gemeinderat stellte die Poller grundsätzlich infrage. Diese brauche es wohl nicht, schließlich seien schon Generationen von Schulkindern hier zur Schule gegangen. Meier widersprach hier, da der Schulträger hafte, wenn es zu einem Unfall kommt.

Gerhard Wildschütz regte nach einer guten Stunde an, diesen Punkt der Tagesordnung auf eine der nächsten Gemeinderatssitzungen zu verschieben, damit die Gemeinderäte über die Präsentation von Färber nochmals nachdenken könnten. Meier sagte aber, dass man bei allen notwendigen Diskussionen doch auch mit einem Ergebnis aus der Sitzung gehen solle.

Beschlussvorlage geändert

Ein von Wildschütz formulierter Beschlussvorschlag, dass die gezeigte Visualisierung nochmals überarbeitet werden soll, wurde mit drei Ja- zu drei Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen abgelehnt. Meiers Beschlussvorschlag, dass es eine Testphase geben soll, sobald die Grundschule, die derzeit Corona-bedingt auf Sparflamme kocht, wieder ihren vollen Betrieb aufgenommen hat und das Verkehrsaufkommen auch wieder entsprechend hoch ist, wurde mit sieben Ja-, zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. Voraussichtlich ab Herbst sollen dann die öffentlichen Parkplätze an der Schule wegfallen, damit ermittelt wird, wie sich dies auf den Verkehr auswirkt.

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