Rümmingen Mit der Schubkarre zur Abgabe

Regine Ounas-Kräusel
Der Rümminger Recyclinghof soll geschlossen werden. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Beim Landkreis gibt es Überlegungen, den Recyclinghof Rümmingen und drei weitere Höfe zu schließen. Der Gemeinderat setzte sich am Montag für die Erhaltung des Recyclinghofs Rümmingen ein. Bürgermeisterin Daniela Meier kündigte an: Sie werde sich gegen die Schließung wehren.

Von Regine Ounas-Kräusel

Rümmingen. Silke Bienroth, Betriebsleiterin des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Landkreises, erläuterte den aktuellen Stand: Bekanntlich hat der Kreistag eine Erhöhung der Müllgebühren beschlossen. Im Zuge der Gebührenberechnung kamen auch die Recyclinghöfe auf den Prüfstand. Ins Auge gefasst, vom Kreistag aber noch nicht beschlossen, ist die Schließung der Recyclinghöfe Rümmingen, Steinen, Zell und Rheinfelden-Stadt. Dabei spielen zwei Gründe eine Rolle. Zum einen sollen die Bürger im ganzen Landkreis Zugang zu gut ausgebauten Recyclinghöfen mit großzügigen Öffnungszeiten haben. Daher sollen die sechs verbleibenden Höfe nach einheitlichen Standards modernisiert werden: getrennte Zu- und Abfahrtswege sollen gebaut werden, per digitaler App sollen Bürger Anlieferungszeiten buchen können, das Personal soll geschult werden.

Außerdem sind die Recyclinghöfe im Landkreis ungleich verteilt, erklärte Bienroth: Auf der Achse Kandertal gebe es nördlich von Kandern keinen Hof mehr, weshalb zum Beispiel die Einwohner von Schliengen und Bad Bellingen weite Wege hätten. Im Raum Lörrach, Weil, Rheinfelden lägen die Höfe dagegen sehr dicht.

Die Schließung der vier Höfe und der Ausbau der anderen soll innerhalb von 20 Jahren verwirklicht werden. Dabei geht es auch um die Kosten. Es sei schwierig, die Kosten der Recyclinghöfe zu vergleichen, da sie unterschiedlich gut ausgebaut seien, sagte Silke Bienroth. Deshalb habe man die Kosten pro angelieferter Tonne berechnet. Diese lägen zwischen 32 und 102 Euro, wobei Rümmingen mit 102 Euro pro Tonne Spitzenreiter sei. Für den Landkreis am wirtschaftlichsten und am umweltfreundlichsten sei es, wenn die Bürger pro Anlieferung große Müllmengen bringen.

Die Diskussion

Der Recyclinghof Rümmingen hat am Freitagnachmittag und am Samstag insgesamt fünf Stunden geöffnet. Dieter Hagin bezeichnete es als Vorteil, dass die Rümminger zu ihrem Hof einen kurzen Weg hätten. Viele brächten ihren Abfall sogar per Schubkarre, Rad oder verbänden dies mit einem Einkauf. Es gebe immer mehr ältere, weniger mobile Menschen sowie Singles mit kleinen Abfallmengen, ergänzte Gerhard Wildschütz. Betriebsleiterin Bienroth warb dafür, dass die Rümminger den Recyclinghof Lörrach mit wesentlich großzügigeren Öffnungszeiten nutzen. Voraussichtlich werde auch der Hof in Märkt geschlossen und stattdessen bei Haltingen ein großes Recyling-Zentrum eröffnet.

Natalie Corsten fragte, woher die Menschen kommen, die in Rümmingen ihre Abfälle entsorgen. Dies sei noch nie erfasst worden, sagte Bienroth. Corsten befürchtete, dass Bürger aus umliegenden Orten, etwa Schallbach, künftig durch Rümmingen zum Recyclinghof Lörrach fahren könnten.

Mehr Verkehr erwartet

Das befürchtete auch Bürgermeisterin Daniela Meier und betonte: „Unser Ziel ist weniger Verkehr auf der Lörracher Straße.“ Deshalb werde sie sich gegen die Schließung des Recyclinghofs wehren. Matthias Aenis und Thomas Szamro schlugen vor, dass ein Abfallmobil regelmäßig oder bei Bedarf nach Rümmingen kommt.

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