Rümmingen Rümmingens Straßen sicherer gestalten

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Der untere Bereich der Lörracher Straße, wo ein breiter Fußweg nicht realisierbar erscheint. Foto: Schütz

Rümmingen (jut). Bürgermeisterin Daniela Meier redete sich im jüngsten Gemeinderat ihren Frust über das „Nein“ der CDU-Fraktion, der SPD und Grünen im Kreistag zur Rümminger Ortsumfahrung von der Seele: „50 Jahre Planung, 14 Jahre habe allein ich mich mit dem Genehmigungsverfahren beschäftigt. Das alles soll für die Katz sein?“ fragte sie und fuhr fort: „Denkt man hier auch an die vielen Bürger im Ortskern, die vom Lärm sehr stark belastet sind, an die viel zu schmalen beziehungsweise nicht vorhandenen Gehwege und an die gefährliche Kreuzung von Lörracher und Binzener Straße?“, listete sie auf.

Die größte Enttäuschung für sie sei, dass sich ausgerechnet die Nachbarn aus Binzen jetzt auch gegen die Teilortsumfahrung aussprechen. Die Begründung für die Beantragung eines Stopps des Planfeststellungsverfahrens, so die Fraktionen im Kreistag, liegen in veränderten ökologischen, wirtschaftlichen und juristischen Gegebenheiten. Zudem würde der Bürginhof in seiner Existenz gefährdet. Die Kosten der Umfahrung wurden 2020 noch mit mehr als neun Millionen Euro angegeben.

„Gemeinde hingehalten“

Meier sagte, sie habe den Eindruck, dass man die Gemeinde Jahr für Jahr hingehalten habe. Sie habe Landrätin Marion Dammann in einem Brief gebeten, das Planfeststellungsverfahren nicht zu stoppen, sondern zunächst ruhen zu lassen.

„Die Umweltauflagen haben dem Projekt den Hals gebrochen“, glaubte Gemeinderat Steffen Aenis. Er verwies darauf, dass es überall Widerstand gegen solche Projekte gebe und diese dann nicht mehr umgesetzt würden. Für ihn wirft der ganze Prozess und das jetzige Vorgehen „ein ganz schlechtes Licht auf Planfeststellungsverfahren“.

Sichere Bereiche schaffen

„Wo soll denn in Gottes Namen der sichere Gehweg in der Lörracher Straße hin, da kennt man doch die Flächenmaße?“, fragte Daniela Meier und fuhr fort: „Wie will man die gefährliche Kreuzung an der Lörracher, Schallbacher und Binzener Straße schnell verbessern? Es geht jetzt auch um Tempo 30 im gesamten Ort und um sichere Bereiche für Fußgänger und Radfahrer.“

Die angekündigte „zeitnahe Umsetzung“ von solchen Verbesserungen für Anwohner der Ortsdurchfahrt sei ein dehnbarer Begriff. Da halte sie es mit dem bekannten Aphorismus aus Goethes Faust: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

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