SC Freiburg „Genauso ist beides extrem schön“

Nicolas Höfler ist bereits vierfacher Vater.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Wie für alle SC-Profis war auch für Freiburgs erfahrenen Mittelfeldstrategen Nicolas Höfler nach dem Coronavirus-Abbruch unlängst noch striktes Homeoffice angesagt. Inzwischen trainieren die Freiburger in Kleingruppen.

Freiburg (pd). Der einzige Unterschied für Nicolas Höfler während seiner Abstinenz zu den Teamkollegen: die vier kleinen Kinder, die zu Hause ebenfalls seine Aufmerksamkeit brauchten. Im Interview spricht „Chicco“ mit „scfreiburg.com“ über die gewonnene Zeit mit der Familie und die zaghafte Rückkehr in den Arbeitsalltag am Schwarzwald-Stadion.

Frage: Chicco, was verlangte Dir mehr ab: 90 Minuten Bundesliga oder Isolation mit vier kleinen Kids?

Das ist schwierig zu vergleichen. Natürlich ist beides anstrengend, aber genauso ist beides extrem schön. Auch wenn die Umstände traurig sind, genieße ich es zu Hause im Moment total. Meine Frau Caro und ich haben plötzlich Zeit für die Dinge, die sonst auf der Strecke bleiben. Wir versuchen für unsere Kinder, aber auch für uns selbst das Beste aus der Zeit rauszuholen.

Frage: Kannst Du uns einen kleinen Einblick in die vergangenen Wochen im Hause Höfler geben?

Wir waren mit den Kindern viel draußen: Wir waren im Wald wandern, wir haben Radtouren gemacht und oft auch einfach in unserem Garten gespielt. Wenn wir drinnen waren, haben wir zum Beispiel mal für ein Handpuppenspiel aus Karton ein Häuschen samt Figuren gebastelt. Sonst kommen die Kinder oft gar nicht auf die Idee, uns in ihr Spiel miteinzubeziehen oder uns fehlt die Zeit und wir müssen sie vertrösten.

Frage: Eure Kinder sind zwischen zwei und sechs Jahre alt. Wie haben Du und Deine Frau ihnen die aktuelle Situation erklärt?

Wir haben das ziemlich anschaulich versucht: Wir haben gesagt, dass es gerade einen Corona-Virus gibt, der Leute krank machen kann, und dass wir jetzt alle ein bisschen Abstand halten müssen, weil er von Menschen zu Menschen springt. Die Große versteht das schon.

Frage: Deine Frau ist Lehrerin, und auch Du hattest einen Trainingsplan daheim zu absolvieren. Wie hat das im Homeoffice funktioniert?

Caro hat ihre Schüler online mit Unterricht versorgt, und ich habe meine ein bis zwei Stunden Training am Tag gemacht. Das haben wir ganz gut organisiert bekommen.

Frage: Unlängst durftest Du wieder an Deinen Arbeitsplatz zurückkehren. Wie war es, ein bisschen Normalität zu haben?

Auf jeden Fall schön! Auch wenn wir erstmal nur in Kleingruppen trainieren können, tat und tut es gut, richtig mit dem Ball zu arbeiten. Vor allem, weil noch vor kurzem vollkommen ungewiss war, wann wir wieder auf den Platz können.

Frage: Wie lief die erste Einheit am Schwarzwald-Stadion ab?

Wir waren in Zweiergruppen eingeteilt, ich war zusammen mit Amir (Abrashi, d. Red.). Wir sind schon umgezogen zum Trainingsplatz gekommen und hatten dann fünf Stationen auf dem Rasen, die wir - natürlich mit dem erforderlichen Sicherheitsabstand - abgearbeitet haben. Im Anschluss sind wir wieder in unsere Autos, geduscht und gegessen haben wir daheim. Große Gespräche haben Amir und ich deshalb nicht führen können, aber es war auf jeden Fall ganz gut, um wieder reinzukommen.

Frage: Normalerweise trainierst Du, um am Ende der Woche ein Spiel zu absolvieren. Noch steht nicht fest, wann das nächste Spiel gegen Leipzig stattfinden kann. Woher nimmst Du also die Motivation?

Es fühlt sich im Moment ein bisschen an wie in der Vorbereitung. Damit kann man es vielleicht vergleichen: Das heißt, das Training ist noch angepasst, wir werden uns Woche für Woche steigern und geben alles, um am ersten Spieltag top in Form zu sein. Leipzig ist dabei bisher nicht im Hinterkopf, dafür ist es einfach noch zu weit weg. Wir beschäftigen uns aktuell nur mit uns und hoffen, dass wir bald wieder in größeren Gruppen trainieren können.

Frage: Was ist das Erste, das Du tun wirst, wenn die Ausgangsbeschränkung aufgehoben ist?

Ich werde dann auf jeden Fall auch wieder unsere Freunde außerhalb des Fußballs treffen. So von Angesicht zu Angesicht. Das fehlt uns als Familie gerade schon ein bisschen.

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