SC Freiburg Genuss statt Verdruss

Die Oberbadische, 04.07.2017 23:01 Uhr

Fünf Wochen, fast schon ein wenig zu lange, habe er abgeschaltet. „Das war auch notwendig“, sagt Ralf Moser, Coach des Verbandsliga-Aufsteigers FV Lörrach-Brombach. Nun, gleich zu Beginn der Vorbereitung, gibt es gleich den Mega-Vergleich. Seine Schützlinge stehen morgen ab 18 Uhr im Grütt den Profis des SC Freiburg gegenüber.

Von Mirko Bähr

Lörrach. „Das freut mich riesig, dass der SC uns als Testspielgegner ausgewählt hat“, meint Moser, der am Rande der Begegnung, zu der rund 3000 Zuschauer erwartet werden, das eine oder andere Wort mit seinem Trainerkollegen Christian Streich wechseln möchte.

Ein unerfreuliches Thema, das der FVLB-Übungsleiter dabei nicht aussparen will, ist die Kanterniederlage, die ihm von Streich & Co. in der Jugend beigefügt wurde. „In der C- oder B-Jugend haben wir mal mit dem FV Brombach gegen den FV Lörrach mit Streich 0:15 oder so verloren, auf alle Fälle war es zweistellig“, erinnert sich der Kriminalhauptkommissar. Die Lörracher seien gespickt mit Auswahlspielern gewesen, weiß Moser noch zu gut.

Diesmal soll es nicht mehr so eine vernichtende Niederlage geben. „Dieses Jugendspiel reicht mir, das darf sich nicht wiederholen“, schmunzelt Moser. Auf alle Fälle wolle sich der Underdog gut aus der Affäre ziehen und „nicht untergehen“. Und dabei hilft vielleicht die Tatsache, dass der Sportclub erst am Montag mit der Vorbereitung auf die neue Runde begonnen und noch nicht alle Spieler beisammen hat.

Allerdings sei der „Qualitätsunterschied“ noch immer groß genug, zuckt Moser mit den Schultern. Und so sollen seine Jungs diese Partie genießen. „Es wäre schon, wenn sie sich bewusst machen, gegen wen sie da kicken dürfen, kompakt agieren, so lange als möglich einen Gegentreffer vermeiden und selbst den einen oder anderen Akzent setzen und selbst Aktion kreieren.“ Dabei wäre es Moser tausendmal lieber, einen schönen Doppelpass seiner Schützlinge zu bewundern, als ein überhebliches Kabinettstück eines Einzelnen.

Die FVLB-Equipe sieht den Test, der im übrigen viermal 30 Minuten dauert, als eine wichtige Trainingseinheit im Hinblick auf die Verbandsliga-Premierensaison an. „Jede Einheit, jedes Spiel bringt uns weiter. Diesmal vor allem in körperlicher Hinsicht. Schon das Spiel gegen die Freiburger U19 war physisch sehr anspruchsvoll. Wir mussten viel, sehr viel laufen.“

Der Kader des FVLB umfasst morgen Abend 25 Akteure. Und es sollen auch alle Mann zum Einsatz kommen und ihre Spielzeit erhalten. Etwas länger ran dürfen, und daraus macht Moser keinen Hehl, die Jungs, die in der vergangenen Runde den Landesliga-Titel perfekt gemacht haben. „Das Spiel ist eine Belohnung für sie“, macht Moser deutlich.

Liegt die Gastspielerlaubnis vor, wird auch Angelo Di Palma (jetzt FC Tiengen) auflaufen dürfen. Tim Behringer, der nach Schönau wechselte, hätte ebenfalls in den Genuss dieses Matches kommen dürfen. Er weilt jedoch beruflich in Ulm.