Schädling in der Regio Japankäfer ist gelandet – Obst- und Pflanzenbau in Gefahr

ov/sda
So klein und so schädlich: Der Japankäfer lässt an Bäumen nur das Gerippe der Blätter zurück. Foto: LTZ Augustenberg/Olaf Zimmermann

In Basel hat es Funde des Japankäfers gegeben. Eine Ansiedlung soll vermieden werden. Die Folgen wären ansonsten fatal.

Vor wenigen Tagen hat der Pflanzenschutzdienst in Basel an zwei Orten mehrere Japankäfer in Lockstofffallen gefunden. Fachleute befürchten, dass sich eine kleine Population gebildet hat. Nach Zürich-Kloten ist dies bereits die zweite Population des Japankäfers auf der Alpennordseite, direkt vor den Toren Baden-Württembergs, schreibt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in seiner Mitteilung.

Lage verschärft

Damit hat sich die Bedrohungslage für den Südwesten deutlich verschärft. Der Kanton Basel hat unverzüglich Maßnahmen eingeleitet, um die Ausbreitung des invasiven Schädlings zu verhindern. Der Japankäfer besitzt ein enormes Schadpotenzial für den Obst- und Pflanzenbau in Baden-Württemberg, aber auch für den Forst und für Hausgärten. Er frisst in den Befallsgebieten an mehr als 300 Wirtspflanzen. An Bäumen bleiben oft nur die Gerippe der Blätter zurück. Die Pflanzen werden stark geschwächt oder können absterben. Große Schäden können auch die Larven an Wiesen und Rasenflächen anrichten: Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in feuchten Grasflächen ab, die Larven fressen die Graswurzeln und hinterlassen braune Flächen mit abgestorbenen Pflanzen. Auch der Kanton Baselland hat Maßnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers eingeleitet, wie ein Bewässerungs- und Pflanzentransportverbot rund um den Fundort.

FC Basel-Rasen betroffen

Basel-Stadt bereitet ebenfalls eine Verfügung vor, denn es gab vergangene Woche mehrere Käferfunde. In Münchenstein und Basel wurden schon mehrere Rasenflächen abgedeckt. Betroffen ist auch ein Trainingsfeld des FC Basel, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Im Gebiet der Merian Gärten und Sportplätze in Münchenstein, unweit der Grenze zu Basel, wurden insgesamt 38 Japankäfer gefunden, fast alle in Lockfallen, wie Christoph Böbner, Leiter des Ebenrain-Zentrums für Landwirtschaft, bei einem Mediengespräch sagte. Auch der Kanton Basel-Landschaft hat eine Verfügung zur Bekämpfung des Schädlings erlassen. So gilt bis 30. September ein Bewässerungsverbot für Rasen und Grünflächen im ganzen Befallsherd, da die Larven des Japankäfers auf Bodenfeuchtigkeit angewiesen sind. Pflanzliches Kompostmaterial darf nicht aus dem Befallsherd herausbefördert werden.

Landkreis ist Pufferzone

Zur Befallszone zählt der Kanton die Gegend rund um die ehemalige Grün 80 und St. Jakob, also Teile der Gemeinden Münchenstein, Muttenz, Birsfelden sowie der Stadt Basel. Zur Pufferzone, also im Gebiet drumherum, gehören weitere Gemeinden in Baselland, Basel-Stadt, im Schwarzbubenland sowie im angrenzenden Südbaden und Elsass. Sowohl für den Befallsherd als auch für die Pufferzone gilt ein Verbot, Pflanzenmaterial aus der Grünpflege an andere Orte zu transportieren. Befallszonen werden in einem Umkreis von einem Kilometer um die Käferfunde ausgewiesen und zusätzlich eine befallsfreie Pufferzone von fünf Kilometern. In dieser Pufferzone liegen auch Teile der Gemeinden Grenzach-Wyhlen und Weil am Rhein. Standorte, an denen die Schädlinge in Lockfallen gefunden wurden, werden abgefräst und mit Plastikfolie isoliert. Dadurch werden die Puppen zerstört und auch die Käfer sterben. Auch die Trainingsfläche der ersten Mannschaft des FC Basel wurde abgedeckt und kann vorerst nicht mehr genutzt werden.

So sieht eine Käferfalle aus. Foto: Frauke Rinke/LTZ Augustenberg

Der Pflanzenschutzdienst hat in Baden-Württemberg zur Überwachung des Japankäfers entlang der Hauptverkehrswege insgesamt 55 Lockstofffallen installiert. Seit 2022 wird das Stadtgebiet in Weil am Rhein mit zwölf solcher Fallen überwacht. 2022 und 2023 ging dort je ein Käfer in die Falle, die vermutlich über den Verkehr aus Italien oder dem Tessin eingeschleppt wurden. Oberstes Ziel ist es, eine Ansiedlung des Käfers zu vermeiden, wozu die Mithilfe der Bürger gefragt ist. Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) bittet diese, die Käfer zu fotografieren und mit Angabe des Fundorts an die E-Mail-Adresse Pflanzengesundheit-kaefer@ltz.bwl.de zu senden.

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