Schallbach 121 neue Bäume in Schallbach gepflanzt

Silke Hartenstein
Bürgermeister Christian Iselin und Gärtner-Azubi Pascal Millkorb befestigen einen Stützpfahl mit der Pfahlramme. Rechts neben Millkorb steht Gärtnermeister Markus Hügel. Foto: Silke Hartenstein

Weltweit gehen jedes Jahr große Waldflächen verloren. Auf Schallbachs Gemarkung dagegen stehen nun 121 neue Laubbäume

44 neue Bäume stehen auf privaten Grundstücken und 77 auf Gemeindeland. Mit ihrer Baumpflanzaktion will die 830 Einwohner starke Gemeinde einen Beitrag gegen die Klimaerhitzung leisten. Bürger, Gemeinderäte und Bürgermeister Christian Iselin packten hierfür am Samstag mit an.

9 Uhr morgens: Bäume verschiedenster Arten liegen in Reih und Glied beim Schallbacher Friedhof. 35 Bürger, darunter zehn Kinder, haben sich hier eingefunden. Vier Traktoren, drei Radlader und zwei Anhänger kommen zum Einsatz. Als der erste Esskastanienbaum eingepflanzt ist, sagt eine Mutter zu ihrem kleinen Kind: „Denk mal, wie groß unsere Esskastanie daheim ist. Wenn du groß bist, ist der Baum hier auch groß.“ Der Gärtnermeister und Baumpfleger Markus Hügel zeigt, was alles zu beachten ist. „Bei so einem tiefen Loch lässt man sich gern verleiten, zu viel Erde einzufüllen“, erklärt er. Als dann der aus Hasendraht selbst gefertigte Wühlmauskorb hinein muss, zeigt sich: Damit der Korb Platz hat, muss wieder Erde hinaus. „Das ist der Vorführeffekt“, scherzt ein Bürger. Überhaupt ist die Stimmung bestens.

Gärtner zeigt wie es geht

Vom Stutzen der Zweige und Wurzelenden, dem Einbringen von organischem Bodenaktivator und Dünger bis zum Anlegen des Gießrands demonstriert Hügel die fachgerechte Vorgehensweise. Wühlmauskörbe schützen die Baumwurzeln, drei mit Halbmondpfählen verbundene Stützpfähle sorgen für geraden Wuchs und Schutz vor dem Mulcher. Baum und Stützvorrichtung werden mit Kokosfaserstricken miteinander verbunden. Drahtkörbe und Stricke werden bis in drei Jahren verrostet und verrottet sein und das weitere Baumwachstum nicht behindern. Die Sorten und Standorte in und rund um das Dorf hatten die Gemeinderäte im Vorfeld festgelegt, die Pflanzlöcher sind bereits ausgebaggert.

Gießpaten und Wassersäcke

Bewässert werden die Bäume in den kommenden zwei, drei Sommern teils von Mitarbeitern des GVV-Bauhofs, sagte Iselin, zudem werde man sich über Gießpaten und Wassersäcke Gedanken machen. Nach 35 Minuten ist der erste Baum fachgerecht gesetzt. Damit die verbleibenden 76 Gemeindebäume noch am selben Tag eine neue Heimat finden, muss es nun schneller gehen, Hügel leitet die logistische Vorgehensweise an. Eine Gruppe transportiert die Bäume zu ihren Standorten, die nächste Gruppe liefert die Stützpfähle.

Hügel und seine Ehefrau Claudia sind bis zum Ende der Aktion um 16 Uhr mit dabei. Die Bäume stammen aus ihrer Baumschule in Rümmingen. Was sinnvollerweise gepflanzt werden kann, erläuterte er im Frühjahr in einer Gemeinderatssitzung.

Zuschuss für Private

Die Gemeinde machte dann eine Sammelbestellung und bezuschusst jeden privat gepflanzten Baum mit 25 Euro, was insgesamt 1100 Euro Förderung ausmacht.

Als Gemeindebäume wählte der Gemeinderat viele Esskastanien und Walnussbäume - denn sie sind preislich im Mittelfeld und der zunehmenden Hitze und Dürre gewachsen. Dazu kommen Spitz- und Rotahorn, Winterlinde, Hängeweide, Pappel und Erle für feuchtere Standorte, des weiteren Eberesche, Birnbäume und der Speierling, als Wildgehölz – eine der seltensten Baumarten in Deutschland.

Um 10 Uhr wird gerade außerorts eine Walnussbaumallee verlängert. Günther Lang und sein Compagnon legen die Jungbäume ab.

Auf die Frage, warum sie hier mitarbeiten, sagt er heiter: „Mir sin ja Rentner, mir hän Zit.“ Kurz darauf liefern Simon Hanemann, Michael Sütterlin und ihre Jungs die Stützpfähle. Sie helfen mit: „Weil wir Schallbacher sind.“

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