Schallbach Als „Guschti vom Räbland“ legendär

Gustav Händle an seinem Instrument. Foto: Walter Bronner

Schallbach - Seit seiner Bubenzeit war Gustav Händle in die Volksmusik und den deutschen Schlager regelrecht vernarrt. Später wurde er ein weithin populärer Tanz- und Unterhaltungsmusiker, der sich zu seinen besten Zeiten vor Engagements kaum retten konnte. Jetzt ist der als „Guschti vom Räb-land“ legendär gewordene Schallbacher im Alter von 79 Jahren verstorben.

In letzter Zeit war es recht still geworden um ihn. Ein fortschreitendes Altersleiden ließ schon lange keine öffentlichen Auftritte mehr zu.

Begonnen hatte seine „nebenberufliche“ Musikantenlaufbahn schon in den 1950er-Jahren, als der damals 16-jährige Bauernsohn bei örtlichen Vereinsfeiern auftrat. Von seinem ersten selbst verdienten Geld hatte er sich damals eine Ziehharmonika geleistet und autodidaktisch die Grundlagen des Handorgelspiels erlernt. Beharrliches „Selbststudium“ ließ sein Talent sukzessive reifen.

Die berufliche Umorientierung vom Landwirt zum feinmechanischen Spezialisten, Heirat, zwei Kinder und Bau eines Eigenheims unterbrachen dann aber die öffentliche Hobbypflege für längere Zeit. Das änderte sich Anfang der 1970er-Jahre, als Händle eher zufällig auf Schlagzeug umsattelte und zusammen mit Hammond-Organist Walter Hurst als „Duo Flamingo“ ein viel gefragtes Tanzmusiker-Gespann bildete.

Als sich der Partner später anders orientierte, kaufte Händle selbst eine Orgel und nahm – erstmals in seinem Leben – richtigen Instrumental-Unterricht. Nächtelanges Üben steigerte sein Können, und jedes Wochenende irgendwelche Engagements machten ihn rasch zum gefragten Alleinunterhalter, forderten seiner Familie freilich und vor allem Ehefrau Helga auch ein Höchstmaß an Toleranz ab. Händles musikalischer Aktionsradius umfasste in jenen Jahren das ganze Gebiet zwischen Freiburg und Bad Säckingen und auch in seinen entfernten Feriendomizilen in der Eifel, an der Blumenriviera und auf Sardinien hinterließ „Guschti“ wiederholt seine klingende Visitenkarte. Sein Repertoire an beschwingter Volksmusik und Schlagern hätte dabei ohne Wiederholungen für mehrere Konzertabende hintereinander ausgereicht.

Mit Beginn des Rentenalters und den zeitgleichen Veränderungen in der Unterhaltungsszene konnte er es dann etwas ruhiger angehen, war aber immer noch sehr gefragt bei Senioren-, Vereins- und Familienfeiern und nicht zuletzt beim Schallbacher Gesangverein, dem er sechs Jahrzehnte als Aktivsänger angehörte und ihm auch viele Jahre als Vizedirigent und Vorstandsmitglied diente.

 Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung der Urne findet am Mittwoch, 16. Januar, ab 14 Uhr von der Kirche in Schallbach aus statt.

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