Schallbach Der Bürgermeister berichtet

Das schlechte Wetter machte aus dem Dorfrundgang einen „Dorf Run“, der im Gemeindesaal endete. Bürgermeister Martin Gräßlin (vorne Mitte) griff kurzerhand auf Powerpoint-Präsentationen zurück.                                                                                                                                                  Foto: Silke Hartenstein

Zur Bürgermeisterwahl in Schallbach am 10. Oktober tritt auch der amtierende Bürgermeister Martin Gräßlin wieder an. Am Sonntag hatte er Schallbachs Bürger zu einem Dorfrundgang eingeladen. 34 Bürger nahmen teil, darunter die Gemeinderäte Florian Grether und Alexander Meier.

Von Silke Hartenstein

Schallbach. Wegen Dauerregen wurde der geplante Rundgang allerdings in die Gemeindehalle verlegt – ersatzweise mit Powerpointpräsentation der zwölf Stationen. „Ich möchte offen sein für alles was kommt und Gewachsenes erhalten, Schallbach gemeinsam gestalten und Konflikte offen ansprechen“, erklärte Gräßlin. Ganz wichtig sei ihm der Erhalt der Eigenständigkeit der schuldenfreien Gemeinde, stellte er fest.

Wie komplex die Arbeit eines Bürgermeisters ist, wurde während des einstündigen Vortrags deutlich. Es gelte, über Gesetzesänderungen und Fördermöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene informiert zu sein sowie die Zusammenarbeit innerhalb des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal (GVV) und mit benachbarten Gemeinden zu pflegen. Auf diese Kooperationen lege er großen Wert, betonte Gräßlin. Zur Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Verwaltung meinte er: Trotz mancher „Fights“ habe ihn das gute Team grundsätzlich immer unterstützt.

Getätigte Investitionen und Kompromisse

Viel wurde in den vergangenen acht Jahren investiert: in Kinderbetreuung, Grundschule, Sporthalle, Kindergarten, Feuerwehr, Kanalnetz, die Verwirklichung des Baugebiets „Hüttstall“ und den Ausbau des Rathauses zu Wohnraum für Geflüchtete. Für das Baumproblem am Friedhof fand sich nach heftigen Debatten eine Lösung und mit der Kirchengemeinde habe man einen guten Kompromiss zwecks Mitnutzung der kircheneigenen Grünfläche gefunden, so Gräßlin. Hierzu gehört der Fußweg durch den Pfarrgarten, als nächstes folgt die Anlage eines Boule-Platzes.

Die Gemeinde selbst vergrößert ihr „Schatzkästle“ durch Erwerb eines Grundstücks rechts vom Rathaus.

Der Löschwasserteich im Dorfzentrum braucht eine neue Umzäunung, der von Vereinen als Lagerraum genutzte Muni­stall eine Dachsanierung.

Im Zuge des Projekts „Erosionsereignisse durch Starkregen im Markgräflerland“ (EroL) wurden drei der 14 vorgeschlagenen Maßnahmen bereits durch die Initiative von Landwirten und Bürgern verwirklicht, weitere sollen folgen.

Handlungsbedarf sieht Gräßlin bei der Anbindung Schallbachs über die Buslinie 55, denn diese fiele bei einer Verwirklichung der Kandertal-S-Bahn weg, wie er sagt.

Weitere wichtige Auf- und Ausgaben stehen in näherer Zukunft an – viele davon infolge von Vorgaben des Landes. Schallbachs Grundschule mit drei Klassenzimmern erhielt 1995 einen Anbau. Ab 2026 gilt das Recht auf einen Ganztagsgrundschulplatz. Über die Umsetzung, so Gräßlin, müsse innerhalb des GVV beraten werden.

Fotovoltaikanlagen gibt es auf dem Dach der Schule und der Gemeindehalle, eine mögliche weitere Anlage auf dem Feuerwehrhaus wird derzeit geprüft.

Auch Feuerwehrautos müssen sauberer werden

2016 wurde ein neuer Gerätewagen Transport angeschafft. Bis in zehn Jahren fordere das Land alternative Antriebsarten für neue Feuerwehrfahrzeuge – bis dahin, hofft Gräßlin, werde das jetzt 20 Jahre alte Löschfahrzeug noch seinen Dienst tun. Nächstes Jahr kommt die Umstellung der Feuerwehr auf digitale Funkgeräte, hierfür werden Mittel in den Haushalt eingestellt. Bei der Anschaffung will der GVV an einem Strang ziehen.

Ebenfalls ab 2022 schreibt das Land vollständige Barrierefreiheit von Bushaltestellen vor. Hierfür, so Gräßlin, habe er bereits eine Fristverlängerung beantragt. Unabhängig davon besteht bei einigen Bushaltestellen im Dorf Handlungsbedarf, auch beim schlecht einsehbaren Buswartehaus bei der Schule.

Schallbach (sih). Die Bürger stellten auch Fragen an den amtierenden Bürgermeister, vor allem zum Thema Schutz vor Starkregen. Hierfür mahnte ein Bürger die Erneuerung der zweieinhalb Jahre alten Reisigwälle am Hang gen Fischingen an.

Der Werkhof, so Gräßlin, habe die Erneuerung im kommenden Jahr im Blick. Der Vorschlag, die Erdwälle gegen Starkregen zu erhöhen, ist indes nicht so einfach umsetzbar. Wie Gräßlin erklärte, gelte ein Wall ab einer Höhe von 50 Zentimetern als Damm – und hierfür gebe es aufwändige Vorgaben.

Ein Bürger forderte die Vertiefung bestehender Gräben und das gründliche Säubern der Straßeneinläufe. Hierzu sagte Gräßlin, der Bach hinter der Schule sei 2020 ausgebaggert worden. Der Ehgraben könne nicht vertieft werden, wie man bei einer Begehung feststellte, und die Straßeneinläufe würden jährlich gereinigt.

Auf die Frage nach Plänen für eine für Kinder sichere Radweganbindung nach Rümmingen und durch den Hohlweg nach Wittlingen sagte Gräßlin, hierzu gebe es aktuell Überlegungen im Gemeinderat. Allerdings brauche es für eine Umsetzung die Abstimmung mit den benachbarten Gemeinden. Auch würden für bezuschusste Radwege strenge Vorgaben betreffs der Breite der Straße und des Grünstreifens zwischen Straße und Radweg gelten.

Ein Senior fragte, wann es 5G in ganz Schallbach geben wird. Ein Teil der Schallbacher hat schnelles Internet nur über Funk.

Das Neubaugebiet „Hüttstall“ sei bereits zu 100 Prozent über Glasfaserkabel angebunden, betreffs der Anbindung der Grundschule seien für 2022 Fördergelder zugesagt worden, sagte Gräßlin.

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