Schallbach Erosionsschäden verhindern

Wenn das Wasser nach Starkregen die Ortsverbindungsstraße herabschießt, verhindert der Buckel des einmündenden Wirtschaftswegs das Sammeln des Regenwassers in der Senke zwischen Wirtschaftsweg und Kreisstraße. Das und noch viel mehr soll geändert werden. Foto: Silke Hartenstein Foto: Weiler Zeitung

Die große Schippe gegen Starkregen, mitfinanziert durch hohe Landesfördergelder: Das strebt man für Schallbach laut einstimmigem Gemeinderatsbeschluss an.

Von Silke Hartenstein

Schallbach. Zum Hintergrund: Im Jahr 2018 schoss nach Starkregen das Wasser von der Ortsverbindungsstraße nach Fischingen aus über die Kreisstraße 6327 ins Ortszentrum und brachte auch viel Schlamm mit. Danach musste der Regenwasserkanal erst einmal durchgespült werden.

Im Zuge der Ergebnisse des Projekts „Erosionsereignisse durch Starkregen im Markgräflerland“ (EroL) wurden für Schallbach 14 Maßnahmen vorgeschlagen, um solche Ereignisse in Zukunft zu verhindern. Drei davon wurden bereits im Jahr 2019 dank der Initiative von Landwirten und Bürgern umgesetzt.

Kleiner Buckel an der Ortsverbindungsstraße wird abgetragen

In der Gemeinderatssitzung ging es zunächst um vier weitere EroL-Maßnahmen. Dazu gehört der Umbau des Kreuzungsbereichs der Ortsverbindungsstraße nach Fischingen  mit der K 6327. Dort verläuft ein asphaltierter Wirtschaftsweg etwas unterhalb der Kreisstraße und bildet kurz vor der Einmündung in die Ortsverbindungsstraße einen kleinen Buckel.

Dieser Buckel soll durch Tieferlegung des Wirtschaftswegs um rund 20 Zentimeter abgetragen werden, damit Starkregenwasser künftig in die Senke zwischen Wirtschaftsweg und Kreisstraßendamm hineinlaufen und sich dort sammeln kann. In den Straßendamm soll ein Einlaufbauwerk kommen, über das Oberflächenwasser kontrolliert in den Regenwasserkanal der Straßenquerung abgelassen werden kann.

Des weiteren sollen die Einläufe in den drei bestehenden Geländeeinschnitten Eggraben, Friedhof und Siedlerhof oberhalb der Kreisstraße so umgebaut werden, dass sie nicht verstopfen werden, und somit weniger Unrat in die Kanalisation gerät.

Diese Vorschläge erarbeitete Benno Moser vom Ingenieurbüro Moser in Laufenburg in Abstimmung mit Bürgermeister Martin Gräßlin und dem Werkhof des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal (GVV). Alles zusammen würde laut Mosers Kostenschätzung knapp 55 000 Euro kosten. Im laufenden Schallbacher Haushalt sind 25 000 Euro für Hochwasserschutz eingestellt. Die Kostenverteilung mit dem GVV muss noch abgeklärt werden.

Dieses Jahr wäre laut Gräßlins Einschätzung fürs Erste mit der Verwirklichung der neuen Einlaufschächte zu rechnen. Des Weiteren müsse man sich wegen Fördermöglichkeiten umfassend kundig machen.

Christian Iselin hatte recherchiert und verwies auf die Richtlinien des Landesumweltministeriums für die Förderung wasserwirtschaftlicher Vorhaben. Demnach wäre bei Investitionen in Hochwasser- und Erosionsschutz ab einem Betrag von 150 Euro pro Einwohner ein Fördersatz von 70 Prozent möglich. Für Schallbach mit seinen 795 Einwohnern würde das laut Iselin bedeuten: Von 119 250 Euro Investitionen könnten satte 83 500 Euro gefördert werden. Allerdings müsse die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden. Die Kosten dürften nicht um ein Vielfaches höher liegen als die zu erwartenden Schäden. Der Förderantrag für Maßnahmen im Jahr 2022 muss bis zum 1. Oktober gestellt sein.

Iselin schlug vor, als Ergänzung zur Beschlussvorlage für die vier EroL-Maßnahmen, das Ingenieurbüro Moser mit der Ausarbeitung von Kostenberechnungen für weitere fünf EroL-Maßnahmen zu beauftragen. Dies sind die Erweiterung eines 50 Meter langen Kanalabschnitts, die Erneuerung eines 200 Meter langen Kanalabschnitts, die Vertiefung der Straße „Im Hofacker“, ein Auslaufbauwerk, die Bachverdolung, die Bachlaufgestaltung und das Anlegen und Unterhalten eines Entwässerungsgrabens.

Die Kostenberechnung soll in der kommenden Gemeinderatssitzung vorgestellt werden.

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