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Schallbach Es bleibt bei kleineren Maßnahmen

Rolf Rhein
Sollen nicht für Bedrohung sorgen: Regenwolken über Schallbach. Foto: Rolf Rhein

Die als Begleiterscheinung des Klimawandels öfter auftretenden Starkregenereignisse sind schon seit einigen Jahren auch immer wieder ein Thema im Gemeinderat Schallbach. Die Ergebnisse der Starkregenschutzstudie wurden nun vorgestellt.

In Eigenregie wurden unter Mithilfe der Bevölkerung auch schon einige wirksamen Schutzmaßnahmen umgesetzt. Um eventuell eine umfassende Lösung zum Schutz der Gemeinde herbeiführen zu können, wurde das Planungsbüro Südwest beauftragt, eine Starkregenschutzstudie für die Gemeinde Schallbach zu erstellen. Zweck der Studie war, zu ermitteln, welche technischen Maßnahmen möglich wären und inwieweit man dafür Fördergelder im Rahmen des Leuchtturmprojekts „EroL“ (Erosionsereignisse durch Starkregen im Markgräflerland) generieren könnte.

Mit Rückhalteräumen?

In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats Schallbach am Donnerstag wurde das Ergebnis der Studie von Matthias Keller vom Planungsbüro Südwest vorgestellt. Die hauptsächliche Bedrohung bei Starkregen, kommt für Schallbach durch herabströmende Wassermassen vom westlich des Ortes gelegenen Berghang. Es wurde nun ermittelt, in welchem Umfang oberhalb der zwischen Schallbach und Berghang verlaufenden Kreisstraße 6327 zweckmäßige Rückhalteräume geschaffen werden könnten.

Möglich wäre dies laut Keller nur mit der Errichtung von zwei Schutzwällen von vier beziehungsweise zweieinhalb Metern Höhe. Für die Ableitung der damit zurückgehaltenen Wassermassen kämen das vorhandene Kanalnetz oder eine direkte Ableitung in tiefer gelegenes offenes Gelände in Frage. Um die (theoretisch) anfallenden Wassermengen verkraften zu können, ist das vorhandene Kanalnetz nicht leistungsfähig genug und müsste daher aufdimensioniert werden. Eine direkte Ableitung wäre technisch machbar, aber mit erheblichem Aufwand verbunden, da ein 18 Meter hoher Hügel im Weg steht.

Förderung nicht möglich

Im günstigsten Fall würden die Kosten bei rund vier Millionen Euro liegen. Um an Fördergelder des Leuchtturmprojekts EroL zu gelangen, muss die Wirtschaftlichkeit eines Projekts nachgewiesen werden. Dazu fordern Kreis und Land eine Gegenüberstellung von Kosten des Projekts und einem anzunehmenden Nutzenbarwert für die nächsten 80 Jahre. Dieser soll für Schallbach bei rund 2,4 Millionen Euro liegen. Ermittelt wurde dieser Wert über Statistiken des Landes, hieß es.

Da die durch das Projekt entstehenden Kosten den angenommenen Nutzenbarwert weit übersteigen würden, ist die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben und eine Förderung somit nicht möglich.

Weg weiter beschreiten

Bürgermeister Christian Iselin und der Gemeinderat waren sich einig, dass das Projekt für Schallbach daher finanziell nicht gestemmt werden könne. Man werde den bisher erfolgreich eingeschlagenen Weg fortsetzen, um mit Kleinmaßnahmen und punktuellem Objektschutz größere Schäden möglichst zu verhindern.

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