Schallbach Gefaltete Wolkenformationen

Weiler Zeitung
Gabriele Menzer vor zwei Gemälden in der Schallbacher Ausstellung Foto: Walter Bronner Foto: Weiler Zeitung

Kulturtage: Vernissage zur Ausstellung von Gabriele Menzer

Schallbach (bn). Es scheint ganz so, als hätten sich die Schallbacher Kulturtage in der regionalen Kunst-, Musik- und Literaturszene schon zu einer festen Größe gemausert. Der Eröffnungsabend mit der Vernissage einer Gemälde- und Objekte-Ausstellung von Gabriele Menzer in der Dorfkirche geriet jedenfalls zum echten Besuchermagnet.

Dies sehr zur Freude von Bürgermeister Martin Gräßlin, der in seinem Grußwort den Gemeindezuschuss an die Kulturtage sinngemäß als gut angelegte Investition bewertete und den Veranstaltungen weiterhin viel Publikumserfolg wünschte.

Erfreut zeigte sich auch der neue Pfarrer Jens-Daniel Mauer, der am Sonntag in sein Amt eingeführt wird, über die hochkarätige Sondernutzung des ihm anvertrauten Gotteshauses, wofür er sowohl den Veranstaltern als auch den Sponsoren dankte. Musikalisch veredelt wurde der Anlass von Ute Hüffmann mit vier hochvirtuos interpretierten Sätzen aus der ersten Suite für Cello solo von Johann Sebastian Bach.

Dass mit Gabriele Menzer eine Künstlerin von überregionalem Renommee die Kulturtage beehrt, stellte Künstlerkollege Thomas Th. Willmann in seiner Einführungsrede besonders heraus. Die gebürtige Dresdnerin, die in Berlin und Mainz verschiedene Kunstrichtungen studierte und Kunsterzieherin am Lörracher Hans-Thoma-Gymnasium war, arbeitet seit 1981 freiberuflich. Ihre Kunst entwickle sich „abseits gängiger Strömungen“, aber doch mit bezwingender Stringenz und sowohl sanften wie kraftvollen Ausdrucksnuancen, gab Willmann zu verstehen.

Die in Schallbach präsentierte Werkauslese ist mit „Licht und Raum“ überschrieben und zeigt in subtiler Ölmalerei meist imaginäre Landschaften, deren Elemente – hier vor allem die Wolken und Fels- und Gebirgsformationen – eigenartig gefaltete Strukturen nach vorbereiteten Papiermodellen aufweisen. Das vorwiegend zarte Farbenspiel der Gemälde weist koloristische Anklänge an die Kunst der Romantik auf und ist auch deutlich inspiriert von Begegnungen mit Werken Caspar David Friedrichs. Zwei großformatig gemalte „Grüße“ an ihn, den großen Landschafts-Verklärer des 19. Jahrhunderts, sind denn auch in dieser Ausstellung anzutreffen.

Diese und die anderen Bilder huldigen zugleich den Prinzipien der Metamorphose (Umgestaltung, Verwandlung). Die Bilder „Vorahnung“, „Erinnerung“ oder „In Bewegung“ sind exemplarische Beispiele dafür. Kontemplative Stimmungen bewirken aber ebenso die Werke „Morgenlicht“, „Am See Genezareth“ oder „Licht in der Dunkelheit“. Sechs feinsinnig geformte Marmorskulpturen und das an einen Torso erinnernde, aus Papier und Holz modellierte sowie in Goldbronze gefasste Wandobjekt „Gestalt“ ergänzen die Ausstellung.

 Die Werke werden bis zum 21. Mai gezeigt und sind mittwochs, samstags und sonntags sowie am Pfingstmontag jeweils von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung zu besichtigen.

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