Schallbach Gemeinsame Schritte weg vom Individualverkehr

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Knotenpunkt Kanderner Bahnhof: Hier treffen viele Buslinien aufeinander. Das Mobilitätskonzept konzentriert sich auch auf den Weg dorthin. Foto: Alexan­dra Günzschel

Schallbach/Kandern (sih/ag). Auch Schallbach und Kandern machen mit beim Projekt „Netzwerk für nachhaltige Mobilität im Doppelkorridor Kandertal / Oberrhein“. Ziel dabei ist die Verwirklichung aufeinander abgestimmter und zukunftsweisender Mobilitätslösungen über Gemeindegrenzen hinweg, wie es heißt. Es geht um das Schließen von Lücken im Radwegenetz, bessere Umstiegsmöglichkeiten auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch Bike & Ride-Angebote, den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, die Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel durch Sharing-Angebote sowie um sichere, attraktive Wege für Fußgänger.

Für das Projekt wird beim Bund eine Förderung für Aufbau und Betrieb kommunaler Netzwerke beantragt. Ob die Förderung kommt, wird sich im Spätherbst zeigen, bei Bewilligung des Antrags werden 60 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet. Des Weiteren sollen Teile der Kosten über die Strukturförderung des Landkreises Lörrach sowie das Programm des Vereins Agglo Basel bezuschusst werden.

Wird der Förderantrag bewilligt, werden die teilnehmenden Gemeinden verstärkt durch zusätzliche personelle Ressourcen zum Anschieben und zur Begleitung von Maßnahmen. Dafür erhalten die teilnehmenden Gemeinden von Herbst 2022 bis Herbst 2025 je nach Bedarf eine unterschiedliche Anzahl von Arbeitstagen zugeteilt.

Schallbach

Gemeinderätin Christina Neu, Schallbacher Vertreterin in der Steuerungsgruppe Raumkonzept Kandertal, stellte das Projekt in der Gemeinderatssitzung vor.

In Schallbach, wo durchgehend Tempo 30 gilt und es keine großen Gewerbebetriebe gibt, besteht hauptsächlich Bedarf in Sachen Radverkehr und Carsharing. Insgesamt wurde für den Ort ein Aufwand von 29,8 Arbeitstagen ermittelt, das macht für drei Jahre insgesamt 26 600 Euro. Nach Abzug der Förderung und unter Voraussetzung weiterer Zuschüsse beträgt Schallbachs Eigenanteil 6360 Euro, also pro Jahr 2120 Euro.

Nur wenn all diese Zuschüsse auch fließen, ist Schallbach mit dabei. Dem stimmte der Gemeinderat mit einer Enthaltung zu.

Kandern

Auch der Kanderner Gemeinderat stimmte zu. Allerdings gab es drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen.

Angesichts der drängenden Probleme mit Blick auf den Klimawandel hätte sich Heike Neudecker ein Programm gewünscht, dass den Schwerpunkt auf den ÖPNV legt. Dies jedoch sei Sache des Landkreises und könne von den zehn beteiligten Gemeinden nicht im Alleingang organisiert werden, wurde ihr erwidert.

Gabriele Weber lobte den Zusammenschluss der beiden Korridore, die vorher künstlich getrennt gewesen seien. Sie sah darin große Chancen auf Synergieeffekte.

Ebenfalls positiv bewertete Max Sütterlin das Netzwerk, fand es jedoch bedauerlich, dass Weil am Rhein als die Stadt zwischen den Korridoren nicht mit dabei sei.

„Ladestationen und Sharingangebote können wir auch selber hinkriegen. Ich sehe den Nutzen nicht“, kritisierte Martin Schellhorn.

Bürgermeisterin Simone Penner verdeutlichte vor der Abstimmung noch einmal, dass es vor allem darum gehe, die Leute von ihrem Wohnort auch ohne eigenes Auto zu den ÖPNV-Knotenpunkten zu bringen. Unabhängig davon könne die Gemeinde auch weiterhin selbstständig tätig werden.

Die Stadt Kandern hat für die drei Jahre ein Gesamtpaket in Höhe von 66 666 Euro gebucht. Die Verwaltung rechnet mit einem jährlichen Eigenanteil in Höhe von 7144 Euro.

Angestoßen werden sollen Projekte in den Bereichen Radverkehr und Bike & Ride, Knotenpunkte für den ÖPNV, Ladeinfrastruktur, Fußgänger sowie Carsharing. Lediglich beim Thema Ortsmitte sieht Kandern wie die meisten anderen beteiligten Kommunen keinen Bedarf.

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