Schallbach Heimkehr nach vier Jahren

Schallbach (bn/mao). Recht auffällig am „Zeechefescht“ in Schallbach war diesmal die stattliche Zahl junger Zimmerleute, die sich sowohl am späten Samstagabend als auch an den beiden anderen Tagen unters Publikum mischten. Hintergrund der Handwerkerinvasion war die Rückkehr des Schallbacher Zimmergesellen Jan Westermann, der am Samstag nach vierjähriger Tipellei zurück ins Dorf fand.

Live-Musik und Tränen empfingen den 26-Jährigen am Samstagnachmittag. Fast hundert Freunde des jungen Zimmerers nebst Familie bereiteten dem rückkehrenden Weltenbummler einen bewegenden Empfang. Auch ein Dutzend Tippelbrüder hatte der junge Schallbacher im Schlepptau, allesamt Wandergesellen, die den Zimmerer fast bis nach Hause begleiteten.

Doch rund 25 Meter vor dem Ortsschild war Schluss, die letzten Meter musste Jan Westermann alleine gehen, direkt in die offenen Arme seiner Mutter. Unmengen an Tränen flossen in den darauffolgenden Minuten, und auch der Vater wurde vom Sohnemann mit einer standesgemäßen und laut schallenden Backpfeife begrüßt.

Ganz bewusst hatte Jan seine Heimkehr zeitgleich zum „Zeechefescht“ gelegt, wo das Dutzend Zimmerergesellen einen Blickfang für die Festgäste darstellte in ihrer zünftigen Kluft – also mit Zylinder oder breitkrempigem Hut, Manchesterhose mit weitem Schlag, die „Ehrbarkeit“ (krawattenähnliche schmale schwarze Stoffstreifen am Staude), weißes Oberhemd und Weste mit den Zunfterkennungszeichen daran. Lediglich auf das Jackett aus schwerem Tuch verzichteten die Zunftgesellen angesichts der herrschenden Hitze über die Festtage.

Aus der Heimat verabschiedet hatte Jan Westermann sich Ende August 2011, unmittelbar nach dem damaligen „Zeechefescht“. Seine überdurchschnittlich lange Walz führte ihn durch mehrere Länder Europas sowie durch die afrikanischen Staaten Ghana, Namibia und Sambia und nach Südamerika mit einem längerem Brasilien-Aufenthalt.

Gedanken um seine Zukunft nach der Heimkehr konnte sich Jan Westermann während der anstrengenden Schallbacher Festtage im feierfreudigen Kollegenkreis bisher noch nicht machen. „Vielleicht gehe ich wieder nach Brasilien, wo meine Freundin zu Hause ist“, gab er beiläufig zu verstehen.

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