Schallbach Kein Zustupf für kleine Maßnahmen

Nach drei Jahren konnte das Projekt „EroL – Erosionsereignisse durch Starkregen im Markgräflerland“ abgeschlossen werden. Zum ersten Mal wurde dabei die Starkregenproblematik mit dem Thema Bodenerosion verknüpft. Denn Schlamm- und Gerölllawinen stellen im Landkreis Lörrach eines der Hauptprobleme dar. Im Kreisumweltausschuss wurde jetzt Bilanz gezogen.

Von Alexandra Günzschel

Markgräflerland. Es ist die Vorbergzone des Landkreises zwischen Rheintal und Schwarzwald, die von Erosionsereignissen besonders betroffen ist. Ein hohes Gefährdungspotenzial haben beispielsweise Fischingen, Egringen und Schallbach. Das Projekt „EroL“ zielt auf eine Anpassung der negativen Folgen des Klimawandels wie Dürre oder zunehmende Starkregenereignisse ab. Es wurde vom Bundesumweltministerium mit 300 000 Euro gefördert, weitere 70 000 Euro stellte der Landkreis zur Verfügung.

Inga Nietz, Leiterin des Sachgebiets Klima und Boden beim Landkreis, sprach von bestens angelegtem Geld. Das dreiteilige Programm habe sich aus einer Gefährdungsanalyse, der Bestimmung von besonders gefährdeten Gebieten und Objekten sowie in einem dritten Schritt aus Handlungsempfehlungen an die Kommunen zusammengesetzt.

Eingerichtet wurde vergangenes Jahr ein Meldeportal für Schadensereignisse, das weitere wertvolle Erkenntnisse liefern soll. Für alle einsehbare Gefahrenkarten und Infobroschüren ergänzen das Angebot zum „EroL“-Projektabschluss.

Nun ist es an den Kommunen, die Empfehlungen umzusetzen. In Schallbach zum Beispiel haben vor zwei Jahren 40 Bürger in einer Gemeinschaftsaktion Reisig- und Erdwälle angelegt. Die Materialkosten beliefen sich auf 3500 Euro, wie Bürgermeister Martin Gräßlin auf Nachfrage berichtet. Eigentlich müsste der Wall nun nachgebessert werden.

Gräßlin bestätigt ein Problem, dass in der Ausschusssitzung mehrfach angesprochen wurde. Für die kleine Kandertalgemeinde ist es offenbar schwer, an Fördergelder heranzukommen.

Dies liegt zum einen daran, dass es für Maßnahmen, etwa zum Schutz von bestehenden Gebäuden, eine Bagatellgrenze von 10 000 Euro gibt, unter der keine Förderung zu bekommen ist, wie Andreas Tröndle vom Fachgebiet Wasser und Abwasser beim Landratsamt Lörrach erklärt. Ein anderer Faktor, der Zuschüsse in weite Ferne rücken lässt, ist Tröndle zufolge die Wirtschaftlichkeit. Ergibt eine Kosten-Nutzen-Analyse, dass die zu erwartende Schadenshöhe niedriger ist als die Investitionskosten für die Schutzmaßnahme kommt eine Förderung ebenfalls nicht in Frage.

„Wir haben alles selber bezahlt“, bestätigt Gräßlin und spricht von vielen kleinen Einzelmaßnahmen, mit denen die Förderschwelle nicht zu erreichen war. So wurde etwa ein drei Hektar großes Feld von der Gemeinde erworben. Weil jedoch nur ein Hektar dieser Fläche für den Erosionsschutz relevant ist, fiel auch dafür die Förderung am Ende flach.

Erosion sei bisher kein Fördertatbestand. Auch dies sei ein Ergebnis aus dem Projekt, meinte Nietz.

Von diesen Problemen abgesehen waren die Ausschussmitglieder voll des Lobes für das Leuchtturmprojekt „EroL“. Klaus Eberhardt sprach von einer sehr begrüßenswerten Initiative und lobte die kartografische Darstellung der Gefahrengebiete. Nils Schmidt hob das Meldeportal positiv hervor. Christian Renkert sprach von viel Sachverstand, der in das Projekt eingeflossen sei. Gut fand er auch, dass die Feuerwehr die Ergebnisse für sich nutzen kann.

Kevin Brändlin fand es gerade auch für die Landwirtschaft wichtig, dass Schäden nun besser vermieden werden können, während Michael Walkenhorst fragte, inwieweit die Art der Landwirtschaft in die Betrachtungen mit eingeflossen sei, die er für wesentlich hielt.

„Wir haben eng mit dem Fachbereich Landwirtschaft und den Landwirten zusammengearbeitet“, versicherte Nietz. Und es soll auch weiterhin „Runde Tische“ mit den Landwirten geben.

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