Schallbach Klappt Plan A oder B für Finanzhaushalt?

Silke Hartenstein
So sieht Plan A für den Finanzhaushalt aus: Sollte das Anwesen einen Käufer finden, wird Schallbachs Haushalt deutlich besser dastehen als derzeit geplant. Foto: Silke Hartenstein

Von Silke Hartenstein

Schallbach . Schallbachs Haushaltsplan 2023 sieht deutlich besser aus, als bei den Vorberatungen im Dezember erwartet wurde. Anstelle eines Minus von 40 000 Euro im Ergebnishaushaushalt wird nun mit 1 700 Euro Plus gerechnet. Ein Kredit muss nicht aufgenommen werden. Der Gemeinderat stimmte dem Haushalt 2023 in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend zu.

„Bei der Gemeinde Schallbach handelt es sich grundsätzlich um eine finanziell gesunde Kommune“ – so steht es im Zahlenwerk, das der stellvertretende Rechnungsamtsleiter des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal (GVV), Achim Blaschke, ausgearbeitet hatte.

Bei Erträgen und Aufwendungen im Ergebnishaushalt von jeweils rund zwei Millionen Euro bleibt unter dem Strich ein ordentliches Ergebnis von 1700 Euro. Auf der Einnahmenseite steigen Schlüsselzuweisungen, kommunale Investitionspauschale und Familienleistungsausgleich gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 130 000 Euro, der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer steigt um 89 540 Euro auf knapp 649 000 Euro.

Auch Einsparungen und Minderausgaben tragen zum besseren Ergebnis bei, so Blaschke. So wurden etwa die Ausgaben für den Winterdienst an das Vorjahresergebnis angepasst und betragen nun 2000 statt 5000 Euro. Im Zuge der aktuellen Abwasserkalkulation sinkt der Straßenentwässerungsanteil um 4750 Euro auf rund 21 800 Euro.

Da eine neue Erzieherstelle lediglich einen Umfang von 25 Prozent haben soll, fallen auch die Personalkosten niedriger aus, die Einsparung liegt bei rund 15 300 Euro.

Auf der Ausgabenseite steigen die Finanzausgleichsumlage um 16 170 Euro, die Kreisumlage um 22 500 Euro und die Verbandsumlage um 27 000 Euro. Und da nun fünf Schüler mehr die Grundschule in Schallbach besuchen, steigt die Schulumlage um 5730 Euro.

Im Dezember 2022 hatte der Gemeinderat eine Erhöhung der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer mehrheitlich abgelehnt. Diese Anhebungen waren im ersten Haushaltsplan für 2023 bereits eingepreist. Da sie wegfallen, gibt es nun insgesamt 9030 Euro Mindereinnahmen. Der Schuldenstand der Gemeinde Schallbach sinkt zum Jahresende 2023 auf 412 500  Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 495 Euro entspricht.

Im Finanzhaushalt stehen sich Ausgaben von 672 400  Euro und Einnahmen von 474 000 Euro gegenüber. Das wäre eine Differenz von 199 000 Euro. Doch sei dies ein „Finanzhaushalt nach Plan B“, befand Schallbachs Bürgermeister Christian Iselin, und: „Es sieht so aus, als könnte Plan A wahr werden.“

Plan A ist der Verkauf des gemeindeeigenen Anwesens Dorfstraße 2. Plan B steht für den Umbau des Anwesens zu Wohnraum für Flüchtlinge. Hierfür sind 250 000 Euro in den Haushalt eingestellt, dies würde das Land mit 214 000 Euro fördern.

Weitere größere Investitionen sind 50 000 Euro für Photovoltaikanlagen auf dem Kindergarten- und Rathausdach, 20 000 Euro für den Umbau einer Bushaltestelle und 10 000 Euro für Digitalfunkgeräte für die Freiwillige Feuerwehr.

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