Schallbach Landfrauen brauchen Unterstützung

Alexandra Günzschel

Es ist das Los vieler Vereine. Gerne nehmen die Mitglieder günstige Angebote in Anspruch. Doch wenn es darum geht, sich zu engagieren, fehlt es oft an Freiwilligen. Die Schallbacher Landfrauen haben deshalb jetzt einen Aufruf gestartet. Dringend gesucht werden Vorstandsmitglieder, damit sich der Verein am Ende nicht doch noch auflösen muss.

Von Alexandra Günzschel

Schallbach. Denn schon einmal, ausgerechnet 2018, im Jahr des 50-jährigen Bestehens, stand der Fortbestand der Schallbacher Landfrauen auf der Kippe, weil sich niemand mehr engagieren wollte oder konnte. Doch schließlich fand sich für den Verein dann doch ein neues Vorstandsteam mit der Neubürgerin Carmen Kuenzer an der Spitze, die derzeit zudem noch als kommissarische Schriftführerin tätig ist.

Dieser jüngere Vorstand ist in leicht veränderter Besetzung nun erneut auf der Suche. Es fehlen für das kommende Jahr eine Rechnerin sowie zwei Beisitzerinnen. Seit mittlerweile fast zwei Jahren übt Claudia Trüby das Amt der Rechnerin kommissarisch aus.

Auch Personen, die nicht dem Verein angehören, können sich bei den Landfrauen melden: Männer sind ebenso willkommen wie Frauen; Auswärtige genauso wie Schallbacher.

„Wir setzten uns seit mehr als 50 Jahren für die Interessen der Frauen im ländlichen Raum ein. So vielfältig, wie unsere Mitglieder, so vielfältig sind auch unsere Angebote wie zum Beispiel der Dorfhock, das Schmücken der drei Dorfbrunnen zur Osterzeit, Seminare sowie Referate zu aktuellen Themen, Adventskranzbinden und vieles mehr“, so der Appell des Vorstands. Viel Hoffnung, dass es etwas bringt, haben die Frauen nicht.

„Es wäre schade, wenn sich die Schallbacher Landfrauen nach so langer Zeit auflösen würden“, sagt Carmen Kuenzer. Immerhin hat der Verein derzeit 76 Mitglieder, darunter auch Männer. Durch günstige Zumba- und Gymnastikkurse kamen auch jüngere Leute. Der Altersdurchschnitt wurde gesenkt.

Doch wenn es darum gehe, sich zu engagieren, seien alle immer gleich überfordert, bedauert Kuenzer. Die älteren Mitglieder würden zwar noch immer Kuchen backen für Feste, richtig mithelfen könnten sie zum Teil aber nicht mehr, beschreibt die Vorsitzende die Situation. Auch sieht sie die Mehrbelastung einiger Mitglieder. Denn das kleine Schallbach hat sieben Vereine. Da bleiben Doppelfunktionen bei den Engagierten nicht aus.

Sein Comeback unter neuer Leitung hatte der Verein im Herbst 2019 mit dem Dorfhock unter dem Motto „Alles Tolle aus der Knolle“. Im Februar 2020 folgte noch ganz regulär die Mitgliederversammlung, bei der sich die aktuellen Probleme schon abzeichneten. Im April schmückten die Landfrauen noch wie gewohnt die Dorfbrunnen. Doch größere Festivitäten ließ die Pandemie nicht mehr zu.

„Ohne Unterstützung geht es nicht“, macht Kuenzer deutlich. Der Vorstand habe alles getan, um den Verein aufrechtzuerhalten. Der Aufruf sei nun so etwas wie der letzte Versuch, damit sich bis zur geplanten Mitgliederversammlung im Frühjahr doch noch etwas tut. Enttäuschend fand Kuenzer die Resonanz auf die Mitgliederversammlung im September mit nur 15 bis 20 Besuchern.

Trotz Einnahmeausfällen durch die Pandemie steht der Verein Kuenzer zufolge finanziell nicht schlecht da. „Es wurde vor Corona gut gewirtschaftet“, stellt sie fest. Schade wäre es, wenn das Geld im Falle einer Auflösung zum südbadischen Dachverband nach Freiburg fließen würde, nennt Kuenzer eine weitere Motivation, um für den Fortbestand zu kämpfen.

Auch an Zusammenschlüsse wurde schon gedacht, etwa mit dem Frauenverein Schallbach oder den Landfrauen Binzen-Rümmimgen. Doch mit solchen Vorschlägen beißt die Neubürgerin offenbar auf Granit. „Das ist wie bei Asterix und Obelix“, meint sie schmunzelnd. Viele Schallbacher wollen nicht nach Binzen und umgekehrt.

Weitere Informationen: Interessenten können sich melden bei Carmen Kuenzer, Tel. 0160/915 440 56, E-Mail: carbikuenzer@gmx.de

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