Schallbach Lieber gleich das ganz große Paket

Bürgereinsatz gegen Erosion und Überflutungen durch Starkregen im Februar 2019 Foto: Silke Hartenstein

Erst die Planung, dann die Antragstellung und frühestens 2023 die ersten Arbeiten am Starkregenschutz. Dieser Beschlussvorschlag von Florian Grether soll Schallbach einen umfangreichen, bis zu 70 Prozent geförderten Schutz vor Erosionsschäden bieten. Hierfür gab es in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag vier Befürworter und drei Gegenstimmen.

Von Silke Hartenstein

Schallbach. Im Rahmen des Projekts „Erosionsereignisse durch Starkregen im Markgräflerland“ (EroL) wurden für Schallbach 14 Maßnahmen erarbeitet, drei davon konnten bereits 2019 umgesetzt werden.

Im Juli wurde über vier weitere Maßnahmen beraten: Dem Abtragen eines Buckels am Wirtschaftsweg im Bereich der Kreuzung Ortsverbindungsstraße Schallbach-Fischingen/K 6327, damit sich das Wasser künftig in der Senke zwischen Wirtschaftsweg und Kreisstraßendamm sammeln kann. Von dort soll es dann über ein neues Einlaufbauwerk im Damm kontrolliert in den Regenwasserkanal der Straßenquerung abgelassen werden.

Darüber hinaus war der Umbau dreier Einlaufwerke in den drei bestehenden Geländeeinschnitten Eggraben, Friedhof und Siedlerhof oberhalb der Kreisstraße geplant. Für die vier Maßnahmen kam das Laufenburger Ingenieurbüro Moser auf Kosten von insgesamt 55 000 Euro.

Im Schallbacher Haushalt sind 25 000 Euro für den Hochwasserschutz eingestellt, der Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal signalisierte bereits eine Förderung in Höhe von 15 000 Euro.

Bürgermeister Martin Gräßlin schlug daher auch in der jüngsten Sitzung die Umsetzung der vier Maßnahmen vor, mit denen im kommenden Jahr begonnen werden könnte. Doch dafür fand sich mit dreimal Ja, dreimal Nein und einer Enthaltung keine Mehrheit.

Stattdessen sollen die Haushaltsmittel nun für die Planung des großen EroL-Maßnahmenpakets verwendet werden. Denn bei Investitionen in Hochwasser- und Erosionsschutz ist ab einem Betrag von 150 Euro pro Einwohner ein Fördersatz des Landes von 70 Prozent möglich. Für Schallbach mit seinen 780 Einwohnern wären das 117 000 Euro.

Allein 137 000 Euro für die Entschärfung einer Engstelle

Der Ingenieur Benno Moser wurde im Juli vom Gemeinderat mit einer Kostenschätzung von zehn EroL-Maßnahmen beauftragt und kam auf insgesamt 363 000 Euro. Größter Posten mit 137 000 Euro ist die bauliche Entschärfung einer Engstelle. Wie Gräßlin auf Anfrage erklärte, münden im Bereich Dorfstraße 42 drei Regenwasserkanäle in einen einzigen und von dort weiter in den Eggraben.

Wie Moser am Donnerstag ausführte, werde die ursprünglich für den Hochwasserschutz angelegte Förderrichtlinie Wasserwirtschaft mittlerweile auch auf Starkregen angewandt. Ab Gesamtausgaben von 200 000 Euro sei für den Förderantrag eine dynamische Kostenvergleichsrechnung nach den Richtlinien der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall vorzulegen, des Weiteren ein Wirtschaftlichkeitsnachweis und eine Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen.

Die Kosten für die Entwurfsplanung bezifferte Moser auf rund 30 000 Euro, hierum wird sich nun sein Ingenieurbüro kümmern. Die Planung wird bis Januar der Unteren Wasserbehörde im Landratsamt präsentiert, der Förderantrag soll im Oktober 2022 gestellt werden.

Moser nannte auch die Risiken dieser Vorgehensweise: Es sei nicht garantiert, dass sämtliche Maßnahmen mit 70 Prozent gefördert würden, die Arbeiten könnten frühestens 2023 beginnen – und niemand wisse, wann der nächste Starkregen kommt.

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