Schallbach Publikum ins Reich der Träume entführt

Beeindruckende Vielfalt von modernem Chorgesang beim Jahreskonzert des Schallbacher Gesangvereins. Neben dem traditionellen gemischten Chor begeisterten auch die beiden Kinderchöre „Notenhopser“ und „Ohrwürmer“ das Publikum. Foto: Marco Schopferer Foto: Weiler Zeitung

Schallbach (mfs). So schön kann eine Entführung sein. Der Schallbacher Gesangverein nahm am Samstag bei seiner Jahresfeier im Gemeindesaal die Besucher mit auf eine faszinierende Reise in das Reich der freiheitsliebenden Träume – und wurde dafür gefeiert.

Dabei überraschte der Gesangverein mit einem rundum erneuerten Konzertkonzept. Hatte man im vergangenen Jahr bereits mit Tilman Fehse am Keyboard eine professionelle Musikerbegleitung verpflichten können, war diesmal Johannes Pfeiffer am Schlagzeug mit dabei. Das bringt Schwung in den Chorgesang, birgt aber auch Gefahren. Das Schlagzeug war im vorderen, linken Saaldrittel doch etwas zu dominant.

Die Bühne wurde von den gut 40 Sängerinnen und Sängern restlos ausgefüllt, der Gesang aus den sangesfreudigen Kehlen intonierte problemlos den Saal. Die Liedauswahl war nicht nur ausgeklügelt, sondern schlichtweg hervorragend. Nach „Guten Abend, gute Nacht“ intonierte man das archaische Eroberer-Opus „Conquest of Paradise“, gefolgt vom „Der ewigen Kreis“ und „Ich träumte einen Traum“, „Memory“ und dem durch Peter Maffay bekannt gewordenen Hit „Ich wollte nie erwachsen sein“ sowie „Dreamer“.

So mitreißend und intensiv kann die Sehnsucht nach Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden sein, wie sie Vereinsvorsitzende Gisela Sütterlin zu Beginn in Aussicht stellte. Dabei hatte man gerade erst die erste Hälfte des Konzerts bewältigt. Höhepunkte waren das „Nella Fantasia“, „Imagine“ von den „Beatles“, „Ihr von Morgen“ (bekannt durch Udo Jürgens), der Gänsehaut erzeugende „Les Misérables“-Hit „Hört ihr, wie das Volk erklingt“ sowie „Va pensero“ aus Guiseppe Verdis „Nabucco“.

Ein Hauch von Revolution lag bei den Texten in der Luft: Klassik trifft Moderne und küsst Pop. Und gemeinsam entführte man das Publikum ins Reich der Träume – mitreißend.

Harte Kost war dahingegen für die Sängerinnen und Sänger das Konzert. Bereits im Februar beginnt man mit der Auswahl der einzelnen Titel und danach geht es bei den dienstäglichen Singstunden ans Einstudieren. Mit dem jungen Vollblut-Dirigenten Alexander Sehringer hat man einen außergewöhnlichen Motivator und Vertreter des modernen Liedguts gefunden. Stolz ist der Chor auf das engagierte, junge Dirigat, aber es ist eben auch eine Herausforderung, selbst für das begeisterte Publikum. Als eine ältere Zuhörerin als Zugabe „Sierra madre“ herbeiklatschen wollte, musste Sehringer passen. Dieser Evergreen passt eben nicht mehr ins aktuelle Repertoire.

Vor dem Konzert des Gesangvereins beeindruckten die beiden Schallbacher Kinderchöre das Publikum. Die „Notenhopser“ boten das Kindermusical „Der große Turm“ frei nach der Geschichte vom Turmbau von Babel unter Leitung von Heinz Breininger, während die etwas älteren „Ohrwürmer“ mit dem afrikanischen Kanon „Banuwa“, „Teppich“ und den Pophit-Interpretationen „Diamonds“ (Rhiana), „Love me like you do“ (Ellie Goulding) und „Skyfall“ (Adele) die Besucher begeisterten. Gemeinsam sang man „So ist es heute, so war es damals“. Und wer das Funkeln in den Augen des Nachwuchses sah, durfte erwarten, dass auch die Zukunft des Schallbacher Gesangvereins gesichert ist.

n Das Konzert mit dem Erwachsenenchor wird übrigens am 7. Januar wiederholt. Dann gibt auch die Theatergruppe des FC Wittlingen mit dem Stück „Z´wenig Spauz“ ihr diesjähriges Debut in Schallbach.

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