Schallbach Schallbacher Chor auf neuen Wegen

Unter Alexander Sehringers inspirierter Leitung boten die 42 Sänger und Sängerinnen des gemischten Chors Schallbach bei ihrem Jahreskonzert eine reife Leistung. Foto: Silke Hartenstein Foto: Weiler Zeitung

„Hinein in neue Zeiten“. Dieser Konzerttitel passte bestens zum Jahreskonzert des gemischten Chors Schallbach. Unter Alexander Sehringers inspirierter Leitung boten die 42 Sänger und Sängerinnen eine bemerkenswerte, erfrischende Bandbreite von den altertümlich-schönen Harmonien eines französischen Lieds aus der Renaissance bis zu Andreas Bouranis mitreißendem WM-Song „Ein Hoch auf uns“.

Von Silke Hartenstein

Schallbach. Zugleich zeigten sie, dass moderne Chorliteratur nicht zwingend englischsprachig sein muss, neun der 13 Lieder hatten deutsche Texte.

„Es sieht schön aus von da oben“, freute sich Vorsitzende und Ansagerin Gisela Sütterlin angesichts der vollen Gemeindehalle. Dieses Kompliment konnte man zurückgeben: Schön sah es auch von „da unten“ aus angesichts der in allen Farben des Regenbogens leuchtenden Sängerschar. Als optischem Kontrast hierzu eröffnete der in klarem Schwarz-Weiß gekleidete Nachwuchs das Konzert.

Aus dem früheren Kinderchor ist nun der „Jugendchor Schallbach“ geworden. „Girl Group“ würde es eher treffen, denn die sechs Sängerinnen unter Sehringers Leitung präsentierten sich mit sparsamer, doch effektvoller Choreografie und angesagten Popsongs.

Notenblätter brauchten die Teenager nicht. Schweigend betraten sie zu Tilman Fehses sensibler Pianobegleitung die abgedunkelte Bühne und eröffneten mit leisem Stakkatogesang Christina Perris „A thousand year“. Selbstbewusst, mit ausgefeilter Dynamik, gutem Rhythmusgefühl und sauberen Einsätzen rockten sie sodann die Halle mit Titeln von Enyas „Only time“ bis zu Alice Mertons energiegeladenem „No roots“ und bekamen für ihren starken Auftritt kräftigen und verdienten Applaus.

„Man muss etwas wagen, man muss sich auf neue Wege machen. Das ist unsere Botschaft heute“. Mit diesen Worten eröffnete Sütterlin den Part des gemischten Chors. Hier wurde thematisch der Bogen geschlagen von Udo Lindenbergs melancholisch-getragenem „Durch die schweren Zeiten“, mit schönen Effekten wie den von den Vokalisen der Sänger unterlegten hellen Frauenstimmen bis hin zu Michael Jacksons Hymne an die Hoffnung „Heal the world“.

Dazwischen erzählte der Chor mit „Je ne l’ose dire“ und ausgefeilter, sauber umgesetzter Mehrstimmigkeit die 446 Jahre alte Geschichte vom betrogenen Ehemann, über den das ganze Dorf spricht. Mit viel Gefühl und guter Dynamik brachten die Sänger John Lennons Vision einer besseren Welt „Imagine“ zum Klingen, setzten mit sauberen Stakkato-Passagen die kraftvolle Stimmung von Xavier Naidoos „Bitte hör nicht auf zu träumen“ um und brachten mit nostalgisch-schönen, auf irischen Traditionals basierenden Liedern das Publikum zum Träumen.

Auch eine Uraufführung gab es, mit Alexander Sehringers suggestiver Komposition „Was fangen wir mit unserer Freiheit an“. Zuletzt vereinten sich Jugend- und gemischter Chor und mit „Heal the world“ gab es nochmals ganz große Gefühle.

Groß war auch der Beifall und mit der Zugabe „Say the world“ verabschiedete sich der in neuen musikalischen Zeiten angekommene Chor.

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