Schliengen 1000 neue Bäume für die Vielfalt

Claudia Bötsch
Bei der Pflanzaktion wurden unter anderem auf einer rund 0,4 Hektar großen Fläche 700 Traubeneichen gesetzt. Beim Pressetermin im Schliengener Gemeindewald (v.l.): Bürgermeister Christian Renkert, Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer, Dietmar Kößler (Volksbank Breisgau-Markgräflerland) und Revierförster Patrick Tröndle Foto: Claudia Bötsch

Im Gemeindewald Schliengen stehen seit kurzem 1000 neue Bäume. Die Pflanzaktion fand im Rahmen des bundesweiten Projekts „Wurzeln“ statt, das die Volksbanken in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) umsetzen.

Von Claudia Bötsch

Schliengen. Gesetzt wurden trockenheitstolerante, an den Standort angepasste Baumarten. „Es geht darum, den Wald angesichts des Klimawandels zukunftsfähig aufzustellen“, machten Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer und Revierförster Patrick   Tröndle   beim Pressege-spräch deutlich.

Hitze- und Trockenverluste

So wurden zum einen auf einer rund 0,4 Hektar großen Fläche in Südlage im Bürgler Wald 700 Traubeneichen gepflanzt. Dort standen zuvor Buchen und Fichten, die jedoch abgestorben waren. Tröndle verwies hier auf Hitze- und Trockenverluste sowie Ausfälle durch den Borkenkäfer. Die Fläche sei abgeräumt, sauber gemacht und neu bepflanzt worden. Die dreijährigen Eichen wurden jeweils mit einem Wildschutz versehen. Dazwischen stehen kleine Buchen aus dem Altbestand, die im Zuge der Naturverjüngung ihre Wurzeln schlagen.

In fünf bis sieben Jahren sei hier wieder eine geschlossene Dickung erreicht, so die Experten. Wichtig sei hier die Pflege und Bewirtschaftung des Waldes: „Sonst würde die Buche als dominierende Baumart die Eichen überwachsen und wir hätten einen reinen Buchenwald“, erläuterte Schirmer.

Trockenresistente Eiche

Die Fläche sei prädestiniert für die wärme- und trockenresistenten Eichen, meinte Tröndle, der auf den nährstoffarmen Boden mit Sandanteilen verwies. Die Baumart sei zudem ökologisch wertvoll – auf keiner anderen einheimischen Baumart leben mehr Insektenarten. Zum anderen sei die Eiche für die Holznutzung sehr gefragt, unter anderem für Möbel oder etwa auch Barrique-Fässer.

Auf einem weiteren Stück haben die Forstleute 260 Douglasien und 40 Bergahorne gesetzt.

Vielfalt und Mischbestände

Man reagiere mit trockenheitstoleranten Bäumen und kleinstandörtlicher Vielfalt auf den Klimawandel, machten Schirmer und Tröndle deutlich. Angesichts der zunehmenden Wärme und Trockenheit müsse der Wald entsprechend „umgebaut“ werden, um ihn „zukunftsfit“ zu machen. „Klima-Anpassung funktioniert am besten über Vielfalt und Mischbestände“, betonte der Leiter des Forstbezirks Kandern, der auf eine gewisse Risiko-Streuung verwies. Die Eiche fungiere hierbei als „Hoffnungsträger“.

Hingegen werde inzwischen beispielsweise davon abgeraten, in den unteren Lagen Fichten zu pflanzen.

Schon jetzt breit aufgestellt

Der Schliengener Gemeindewald umfasst insgesamt rund 800 Hektar, dazu kommen noch Flächen des Staatswaldes. Mit vielen verschiedenen Baumarten sei man schon jetzt breit aufgestellt, den Wald zeichne eine stabile Mischung aus, so Schirmer. Dennoch: Die vergangenen viel zu trockenen Jahre – mit Ausnahme von 2021 – haben auch im Schliengener Wald ihre Spuren hinterlassen.

„Unser Wald ist wie ein Schwamm, der ausgetrocknet ist“, machte Tröndle deutlich. Durch die jahrelange Trockenheit seien die Bäume brüchiger und damit auch anfälliger für Schädlinge. „Das ganze System ist labiler geworden“, bilanzierte der Revierförster.

Angesichts des Klimawandels geht Schirmer davon aus, „dass wir künftig mehr nachpflanzen müssen als früher“.

6000-Euro-Spende

Für die Pflanzung der 1000 Bäume hat die Volksbank Breisgau-Markgräflerland rund 6000 Euro gespendet – das Geld stammt aus den Reinertragsmitteln des Gewinnsparens, die gemeinnützigen Zwecken zugute kommen. Bürgermeister Christian Renkert freute sich über das „schöne Projekt“ und bedankte sich bei der Volksbank für ihr Engagement.

„Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft zählt jeder Beitrag“, so Norbert Lange, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Breisgau-Markgräflerland. Die Genossenschaftsbank unterstütze aktiv die Klima-Initiative „Morgen kann kommen“ und setze damit auch vor Ort ein Zeichen für gemeinschaftlichen Klimaschutz.

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