Schliengen Auf dem Weg zur Gesundung

Der strikte Sanierungskurs der WG scheint Früchte zu tragen. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Hinter der Ersten Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim liegen schwere Zeiten. Doch inzwischen steht der Betrieb wieder besser da, teilt der Geschäftsführer Heiko Schapitz anlässlich der heutigen Generalversammlung für das Geschäftsjahr 2018/19 mit. Nach drei Jahren habe die WG wieder eine solide Bilanz vorzuweisen.

Schliengen. „Am Ende des dritten Sanierungsjahrs (1. Juni 2018 bis 31. Juli 2019) zeigen die Zahlen der Ersten Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim ein Unternehmen auf dem Weg zur Gesundung“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auszahlungspreise

Die Auszahlungsleistung für den 2018er-Herbst nähere sich mit 7500 Euro erstmals wieder an die Leistungen an, die vor dem Sanierungsprogramm gezahlt wurden – und die damals teils bankenfinanziert gewesen seien.

Im vergangenen Jahr hatten die Auszahlungspreise ihren Tiefstand erreicht: Für den Jahrgang 2017 gab es lediglich noch rund 4100 Euro pro Hektar. Und er wäre noch niedriger ausgefallen, wenn nicht eine halbe Million Euro aus dem Verkauf des Müllheimer Kellerei-Gebäudes in die Auszahlung geflossen wäre.

Sanierungskurs

Im Geschäftsjahr 2016/17 habe die langjährig negative Entwicklung auf Bilanz und Auszahlung durchgeschlagen. Auszahlungspreise von unter 5000 Euro pro Hektar seien die Folge gewesen. Die Verwaltung habe daraufhin sowohl einen Sanierungskurs als auch einen Führungswechsel beschlossen – seit August 2018 ist Heiko Schapitz Geschäftsführer der WG.

Verwiesen wird auf Kostensenkungsprogramme, Personalabbau, Schließung von Standorten, Verkauf von Anlagevermögen, die Einrichtung einer neuen Warenwirtschaft und einen tiefgreifenden Umbau in der Vertriebsorganisation sowie auf die Beendigung defizitärer Geschäfte. Außerdem seien die Vereinfachung der Unternehmensstruktur, die Instandsetzung maroder Einrichtungen, eine Sortimentsbereinigung und besonders die enge Anbindung an die Wein-Allianz die Erfolgsfaktoren für den „Turnaround“ gewesen, macht Schapitz deutlich.

Die inzwischen deutlich abgebaute Verschuldung werde von dem umfangreichen Bestand werthaltiger Immobilien getragen. Ein wesentlicher Baustein der Sanierung sei die immer weiterzuentwickelnde Abbildung der wirtschaftlichen Abläufe in der Informationstechnik (IT): von der Planung bis zur Bilanz jederzeit belastbare Informationen aus einem System.

Belebung der Umsätze

„Die wirtschaftliche Erholung leitet sich nach einem Rückgang der Umsätze von einem deutlichen Rückgang der Kosten ab“, heißt es in der Mitteilung weiter. Mit einer von mehr als 300 Hektar auf 241 Hektar im Jahr 2019 zurückgegangenen Fläche könne heute ohne Offenweinverkäufe und Discounter gewirtschaftet werden. „Nach einem Umsatzrückgang von zuletzt noch einem Prozent ist im neuen Geschäftsjahr eine erfreuliche Belebung der Umsätze zu beobachten“, stellt Schapitz fest.

Seit diesem Jahr ist Michael Nußbaumer neuer Erster Kellermeister der WG Schliengen – „mit Auge auf die qualitative Entwicklung“.

Starker Rückhalt

Eine Vielzahl an großen und kleinen Baustellen lasse Spielraum für weitere Verbesserungen, heißt es in der Mitteilung weiter. Auch strategischen Optionen werde man sich nicht verschließen. Der ursprünglich häufig in Frage gestellte Zusammenschluss mit Weingarten bei Karlsruhe und Bahlingen am Kaiserstuhl erweise sich inzwischen als ein starker Rückhalt für das neue Konzept.

Noch in einiger Entfernung vom Ziel sieht sich Siegfried Ernst, Vorstandsvorsitzender der WG: „Erfolg haben wir erst, wenn wir die Auszahlung im genossenschaftlichen Mittelfeld oder eine erwirtschaftete Flächenzahlung über 10 000 Euro haben. Schon der nächste Schritt über 8 000 Euro muss gemeinsam hart erarbeitet werden.“

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