Schliengen Bebauung ist zu massiv

Nach dem Ortschaftsrat hat auch der Bauausschuss eine Bauvoranfrage zum Bau von zwei Mehrfamilienhäusern am südlichen Ortsrand von Obereggenen abgelehnt.Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Schliengen (anl). Wie kann man Wohnraum schaffen, ohne viel Fläche zu versiegeln? Welcher Baukörper ist für ein Dorf angemessen und fügt sich in die Umgebung ein? Mit diesen Fragen mussten sich die Mitglieder des Bauausschusses des Schliengener Gemeinderats in ihrer jüngsten Sitzung gleich zweimal beschäftigen: einmal im Kernort an der Bad Bellinger Straße und einmal im Ortsteil Obereggenen. In beiden Fällen geht es um den Bau von Mehrfamilienhäusern und Konflikten mit der bestehenden Bebauung in der Nachbarschaft.

Kernort

In Schliengen geht es um den Abbruch eines ehemaligen Werkstattgebäudes und der bestehenden Wohnhäuser und den Bau eines Mehrfamilienwohnhauses an der Bad Bellinger Straße. Geplant sind hier 18 Wohneinheiten – je acht Ein- und Zwei-Zimmer sowie zwei Drei-Zimmer-Wohnungen in einem Gebäude mit zwei Voll- und einem Attikageschoss sowie Tiefgarage.

Ein Anwohner bemängelte in einem Schreiben, dass sich das Gebäude nicht in die Umgebung einfüge. 18 Wohneinheiten seien zuviel, zumal Besucher dann die Straße zuparken würden. Kritisiert wurde auch das Flachdach, hier bemerkte Bürgermeister Christian Renkert jedoch, dass laut entsprechender Gerichtsurteile die Dachform keine Rolle bei der Frage spiele, ob sich ein Gebäude in die Umgebung einfüge.

Gemeinderat Karsten Willmann meinte, man müsse die Sorgen der Nachbarn ernst nehmen. Auch aus seiner Sicht füge sich das Gebäude nicht in die Umgebung ein. Auch Georg Hoffmann befand, dass das Bauvorhaben nicht zwischen die vorhandenen alten Häuser passe, im Neubaugebiet „Wasengärtle“ aber in Ordnung wäre.

Das sei ein „Mords-Klotz“, befand auch Hartmut Sommerhalter.

Jürgen Czech zeigte hingegen Verständnis für den relativ großen Korpus und verwies darauf, dass man in der Vergangenheit immer wieder das Thema ressourcenschonendes Bauen diskutiert habe. Seiner Ansicht nach entspreche das Vorhaben den gesetzlichen Vorgaben. Dem schloss sich auch Bodo Zimmermann an: „Das Vorhaben ist gesetzeskonform, ob man das gut findet oder nicht.“

Letztlich stimmte der Ausschuss mit sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gegen den Bauantrag.

Obereggenen

Einstimmig abgelehnt hat der Bauausschuss, wie zuvor der Ortschaftsrat Obereggenen in seiner Sitzung am Montag, eine Bauvoranfrage zum Bau von zwei Mehrfamilienhäusern am südlichen Ortsrand von Obereggenen (wir berichteten).

In den Ortsteilen Nieder- und Obereggenen waren mehr als 150 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt worden.

Der Ausschuss schloss sich der Argumentation des Ortschaftsrats an, der die Bebauung als zu massiv empfindet, aber nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung ist.

Die betroffenen Anwohner – die recht zahlreich zur Bauausschuss-Sitzung gekommen waren – hatten insbesondere die Breite der beiden Häuser aber auch deren Höhe bemängelt. Dies vor dem Hintergrund, dass die bestehenden Häuser nur vier Meter Traufhöhe hätten.

Der Klassiker ist wieder da: Lesen Sie das ePaper bis zum Jahresende für nur 89 Euro! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Angela Merkel

Die Kanzlerfrage beschäftigt die Union. Wer wäre Ihrer Ansicht nach der bessere Kanzlerkandidat: Armin Laschet oder Markus Söder?

Ergebnis anzeigen
loading