Schliengen Blütenfest ist eine Institution

Normalerweise stecken die Mitglieder des Männerchors Eggenertal um diese Jahreszeit inmitten der Vorbereitungen für das Blütenfest auf der Stelli. Coronabedingt fällt diese über das Eggenertal hinaus beliebte Veranstaltung nun schon zum zweiten Mal aus.

Von Alexander Anlicker

Schliengen-Niedereggenen. Wie geht es den Sängern im Eggenertal mit dieser Situation? Das wollten wir von Michael Deiss aus dem Vorstand des Vereins wissen.

Frage: Herr Deiss, wie sehr schmerzt es die Sänger, dass das Fest nun wieder ausfallen muss?

Das Fest wäre unter den momentanen Bedingungen nicht durchführbar. Normalerweise machen mehrere tausend Besucher auf ihrer Wanderung durch die Kirschblüte im Eggenertal auf der Stelli Station. Es schmerzt schon, dass das Blütenfest ausfällt. Wir machen das nicht nur wegen der Einnahmen, sondern weil das Blütenfest eine Institution geworden ist. Die Leute fragen schon Monate vorher, wann das Fest wieder stattfindet. Und die Besucher kommen nicht nur aus dem näheren Umfeld. Wir wissen jetzt natürlich auch nicht, wie es nächstes Jahr wieder anläuft.

Frage: Das Fest ist die wichtigste Einnahmequelle des Vereins, wie kommen Sie finanziell über die Runden?

Das Blütenfest ist in der Tat die Haupteinnahmequelle des Vereins. Glücklicherweise haben wir so gut wie keine laufenden Kosten. Unser Dirigent Norbert Weisenseel verzichtet auf die Vergütung. Die Gemeinde Schliengen stellt uns die Halle im Weihergärtle kostenlos als Probelokal zur Verfügung, wobei wir jetzt seit mehr als einem Jahr nicht mehr geprobt haben. Wir haben auch vom Land eine kleine Corona-Unterstützung erhalten.

Frage: Wann haben Sie zum letzten Mal alle zusammen geprobt?

Wir hatten am 12. März 2020 unsere letzte Probe, ein paar Tage vor dem ersten Lockdown. Seitdem sind wir alle zuhause. Nur im Sommer haben wir uns alle einmal im Freien – mit viel Abstand – getroffen. Nicht zum Singen, sondern zum Beisammensein, das hat allen gut getan. Im vergangenen Herbst, als die Fallzahlen noch niedrig waren, haben wir ein Hygienekonzept zusammen mit der Gemeinde erstellt. Wir haben uns dafür getroffen, mit Abstand und Maske, und uns überlegt, ob wir wieder proben wollen. Dann kam der zweite Lockdown.

Frage: Was ist für dieses Jahr geplant?

Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr wieder mit Proben anfangen können. Viele Sänger sind älteren Semesters, deshalb waren und sind wir vorsichtig. Wenn die Mehrzahl der Sänger geimpft ist, fangen wir wieder mit den Proben an.

Vielleicht kann dann im Herbst auch wieder eine kleine Freiluft-Veranstaltung in den Reben stattfinden. Wir sind vom Musikverein Eggenertal angesprochen worden, ob wir da mitmachen wollen Aber vorerst findet nichts statt. Es sind weder Gesangsauftritte in der Kirche oder bei Trauerfeiern auf dem Friedhof möglich. Beides Dinge, die für uns Sänger zum Vereinsleben dazugehören.

Frage: Es gibt bei Ihnen auch keine Online-Proben, warum?

Für unsere Sänger ist das zu unpersönlich. Ich hätte das auch nicht gewollt.

Frage: Haben Sie die Sorge, dass sich die Sänger andere Hobbys gesucht oder sich an den Fernsehabend gewöhnt haben, und nach Corona nicht mehr kommen?

Ich glaube, dass sich alle darauf freuen. Es sind die Kontakte, die fehlen. Es ist nicht nur das Singen, man tauscht sich auch untereinander aus. Alle wollen wieder das normale Zusammensein erleben.

Frage: Wann haben Sie das letzte mal gesungen? Singen Sie alleine zuhause?

Nein, alleine zu singen macht dann doch keinen Spaß. Ich persönlich singe noch im Kirchenchor in Schliengen, der konnte im vergangenen Sommer – als es kurzzeitig möglich war – ein paar mal proben.

bildet mit Hans-Rudi Heinrich und Fritz Deininger das Führungstrio des Männerchors Eggenertal. Der 60-Jährige ist im Jahr 2000 mit seiner Familie nach Niedereggenen gezogen und singt seit 2001 als Tenor beim Männerchor Eggenertal, wo er auch gleich im Vorstand das Amt des Schriftführers übernahm. Seit zwei Jahren ist er nun einer von drei Vorsitzenden.

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