Schliengen-Obereggenen (hs). Der Musikverein Eggenertal hat wieder bewiesen, dass er mit einer zünftigen Theateraufführung und neuen Musikstücken viel Publikum aus dem gesamten Umland anlocken und begeistern kann.

Zunächst war es das Blasorchester, das unter der Leitung des Dirigenten Aaron Solberg mit exzellent dargebotenen Kompositionen für den passenden Einstieg in einen unterhaltsamen Abend in der rappelvollen Blauenhalle sorgte. Dabei folgten einem gefälligen Tango der zackig gespielte St. Lorenzo-Marsch und der „Anna“-Polka. Mit teils schwierige Dissonanzen gespickt, gefiel auch die anspruchsvolle Ouvertüre „Argentina“. Mit dem markanten Marsch „Die Sonne geht auf“ – glanzvoll die Horn-Passagen – beschloss das Orchester seinen Reigen, der vor allem die Herzen so mancher altgedienter Blasmusikanten im Saal höher schlagen ließ.

Dann öffnete sich der Bühnenvorhang für das mit einiger Spannung erwartete turbulente Stück „Das cha jo heiter wärde“ von Fritz Klein nach einer Idee von Ulla King. Es ließ dann auch keine Wünsche des frenetisch applaudierenden Publikums offen. Denn ein Gag folgte dem anderen. Gelungen präsentierte sich auch das Bühnenbild mit einer Wohnstube, in der die gut vorbereiteten acht Laienspieler(innen) ihr Bestes gaben. Regie führte wieder Carola Zuberer.

Das konnte ja nicht gut gehen, wenn die zwei grundverschiedenen Großmütter gleichzeitig beim jungen Ehepaar (Christian Rufer, Sarah Oßwald mit Wickelkind Peterle) in deren beengten Wohnung auftauchen und den Haushalt kräftig durcheinanderwirbeln. Dabei umsorgt die aufgetakelte Oma (Karin Barth) ihren Sohn (Christian Rufer) unnötig, während die andere Oma (Martina Höllstin) als Bauerntrampel reüssiert. Unerwartet eingetroffen ist neben dem „städtischen“ Großvater (Jürgen Keim) mit seinen „Bräschden“ auch dessen arbeitsscheuer „GuruSohn“ (Martin Moritz), der seinem Vater beibringen will, wie man durch Yoga und körperliche Verrenkung zu geistigen Höhen gelangt. Später gesellen sich auch dessen Freundin (Miriam Höllstin) und der Pfarrer (Fabio Seger) dazu, der wegen eines Tauftermines für das Peterle beim jungen Paar vorsprechen will, aber von allen ignoriert wird.

Mit Raffinesse schafft es das junge Paar Toni und Barbara letztlich dann doch, die nervtötende Verwandtschaft nach der Kindstaufe wieder loszuwerden. Doch zuvor galt es noch, einige nicht ganz ehrliche Eingeständnisse zum beidseitigen ehelichen Vorleben bei diesbezüglich seltsamen mysteriösen Vorkommnissen im trauten Heim zu klären.