Schliengen Das Jubiläum, das gar keines ist

Schliengen - Nächste Woche wäre der Festakt der Jubiläumsfeierlichkeiten gewesen, stellte Schliengens Bürgermeister Christian Renkert bei der Vorstellung des diesjährigen Bandes von „Das Markgräflerland“ fest. Er stellte gemeinsam mit der Archivarin der Gemeinde, Petra Maier, und Hubert Bernnat vom Geschichtsverein Markgräflerland das 272 Seiten starke Büchlein vor, das sich dieses Jahr schwerpunktmäßig mit der Geschichte der Gemeinde Schliengen beschäftigt.

Geschichte werde immer dann interessant, wenn man die Weltgeschichte auf das Geschehen vor Ort herunterbrechen kann, machte der Rathauschef deutlich.

„Als an uns herangetragen wurde, dass im Jahr 2020 das Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung Schliengens vor 1200 Jahren ist, haben wir das gerne aufgegriffen und einen Schwerpunkt gesetzt“, erläuterte Schriftenleiter Hubert Bernnat. „Als viele Beiträge schon geschrieben waren, ist aufgefallen, dass die erste urkundliche Erwähnung nicht im Jahr 820, sondern erst 821 war“, berichtete Bernnat weiter. Folgerichtig hätte das Jubiläum erst im nächsten Jahr stattfinden müssen.

Allerdings seien die Daten der ersten urkundlichen Erwähnungen meist zufällig und hätten mehr mit Schenkungen als mit Gründungsdaten zu tun, erläuterte der Historiker. Da die Planungen für die Jubiläumsfeierlichkeiten bereits weit fortgeschritten waren, habe man sich darauf geeinigt, doch in diesem Jahr zu feiern. „Wir sind froh, dass der Band fertig geworden ist“, meinte Bernnat mit Blick auf die Corona-Pandemie und bedankte sich bei Petra Maier für die vielfältige Unterstützung.

Der Band 2020 sei mit 272 Seiten sehr umfangreich und einer der dicksten Bände der vergangenen Jahre, berichtete er und betonte, dass sich allein 140 Seiten mit der Gemeinde Schliengen befassten. Dabei hob er die große Bandbreite an Themen hervor, die tief in die Vergangenheit eintauchten und trotzdem Bezüge zur Gegenwart haben. Bernnat selbst beschäftigte sich in seinem Beitrag mit der ersten urkundlichen Erwähnung vor 1199 oder 1200 Jahre.

Als hochinteressant bezeichnete er den großen Beitrag der beiden Geologen Wolfgang Werner und Guntram Gassmann zu Bohnerz- und Jaspislagerstätten in Schliengen. Darüber hinaus sind zwei interessante Rundgänge durch Schliengen, von Petra Maier, und Liel, von Michael Koschmieder, beschrieben. Darstellungen aus der Sozialgeschichte von Schliengen und Mauchen lieferten Irmmgard Büchin-Wilhelm und Petra Maier.

Breites Themenspektrum

Dr. Andreas Hassis-Berner und Johannes Lauber befasste sich mit den Galgen von Schliengen. Und Günther Klugermann berichtete von einem „Akt der Unmenschlichkeit“. Heinz Zimmermann schrieb über die Mühlen von Liel. Petra Maier und Ursel Tanner berichteten von sechs Opfern der NS-Herrschaft aus Schliengen, die der Krankenmorde zum Opfer gefallen sind.

Besonders spannend ist der Beitrag von Museumsleiterin Maren Siegmann unter der Überschrift „Elefantenrennen!“. Sie beschäftigt sich intensiv mit dem Straßenbau in Schliengen und dem Wettstreit der Spediteure, die links- und rechtsrheinisch zwischen Frankfurt und Basel fuhren.

Der zweite Teil des Bandes beschäftigt sich mit Themen aus dem gesamten Markgräflerland. Unter anderem geht es um das ehemalige Kloster Gutnau südlich von Neuenburg und die Gotik auf Burg Rötteln.

Der Band 2020 von „Das Markgräflerland“ wird vom Geschichtsverein Markgräflerland herausgegeben und ist beim Uehlin Druck- und Medienhaus in Schopfheim erschienen. Das Buch (ISBN 978-3-932738-82-1) ist für 19,80 Euro im Buchhandel und im Rathaus Schliengen erhältlich.

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