Schliengen Die Keller sind wieder gut gefüllt

Alexander Anlicker
Nach zwei mageren Jahren fällt der diesjährige Jahrgang üppiger aus. Foto: Alexander Anlicker

Die Weinlese ist weitgehend abgeschlossen, die Keller sind gut gefüllt. Sowohl die Erste Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim als auch der Winzerkeller Auggener Schäf ziehen eine positive Bilanz.

Von Alexander Anlicker

Schliengen/Auggen. „Wir sind eigentlich sehr zufrieden“, sagt Heiko Schapitz, Geschäftsführer der Ersten-Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Schliengener Genossenschaft hat rund zwei Millionen Liter Wein eingelagert. Nachdem zwei Jahre lang relativ wenig im Keller eingelagert werden konnte – und einige Weine diesen Sommer ausverkauft waren –, reiche die diesjährige Menge bis zum nächsten Herbst, sagt Schapitz.

Die Oechsle seien – trotz des heißen Sommers – nicht ganz so hoch wie in den Jahren 2018, 2019 und 2020, stellt er fest. Das sei auch gut so, ergänzt er und verweist darauf, dass die Alkoholgehalte in den vergangenen Jahren zu hoch waren.

Angesichts der Sommerhitze habe man nicht mit der großen Menge gerechnet. Die Laubwand sei das ganze Jahr über grün gewesen, weil die Reben tief genug gewurzelt haben. Gerade die älteren Reben hatten immer genug Wasser, berichtet er. Wie die Weine letztendlich schmecken, werde man frühstens in drei Wochen wissen, fügt Schapitz hinzu.

Zufrieden ist auch Thomas Basler, Geschäftsführer des Winzerkellers Auggener Schäf. Auch er spricht von einem quantitativ großen Herbst. Der Winzerkeller hat an seinen beiden Standorten Auggen und Laufen insgesamt rund 5,5 Millionen Liter eingelagert. Der Herbst sei an der oberen Grenze, was für die Vermarktung gebraucht und gewünscht werde. „Es ist positiv, dass wir nach zwei kleinen Jahrgänge die Bestände und den Keller füllen können“, unterstreicht Basler.

Nach der Euphorie mit gutem Traubenansatz im Frühling, habe der heiße Sommer für etwas Ernüchterung gesorgt, gibt Basler allerdings zu bedenken. Gerade in der nach Süden ausgerichteten Steillage Letten habe sich der Trockenstress bemerkbar gemacht. Er berichtet von etwa 20 Prozent Ausfall in dieser Lage. Der Regen Ende August sei jedoch gerade rechtzeitig gekommen, und der größte Teil der Trauben habe davon profitiert.

Was die angelieferten Trauben angeht, spricht Auggens Kellermeister Andreas Philipp von einem „wirklich qualitativ hochwertigen Jahrgang“. Eine endgültige Aussage zur Weinqualität könne er aber erste nach der Gärung treffen. Es gehe in Richtung des Jahrgangs 2018, allerdings etwas leichter mit geringerem Alkoholgehalt. Schon jetzt zeichne sich bei den Sorten Muskateller und Gewürztraminer ab, dass es zwei aromatische und fruchtige Weine geben wird.

Investition in neue Technik

Für die Schlienger Winzergenossenschaft sei der Herbst auch aus technischer Sicht „picobello“ verlaufen. Die Genossenschaft hat rund 1,2 Millionen Euro in die Erneuerung der Traubenannahme mit Technik und Rohbauarbeiten investiert. Angesichts des frühen Herbstbeginns hatte man in Schliengen auch die Sorge, nicht rechtzeitig mit der Anlage fertig zu werden. Die Technik und Elektronik lief nach drei Tagen wie am Schnürchen. Die neue Anlage habe sich auch durch kürzere Wartezeiten der Traktoren vor der Traubenannahme positiv bemerkbar gemacht. „Für uns war das eine gute Entscheidung“, ergänzt Schapitz, auch mit Blick auf die Förderung durch die Europäische Union.

Weinlaube auf dem Gartenschaugelände

Der Winzerkeller Auggener Schäf, die Erste Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen und Müllheim, die Winzergenossenschaft Britzingen sowie Wein und Hof Hügelheim haben sich diesen Sommer mit einer Weinlaube auf der Landesgartenschau in Neuenburg präsentiert. Das Interesse an der Weinlaube und dem angrenzenden Schaugarten war aus Sicht von Basler groß, natürlich habe es auch Tage mit weniger Besuchern gegeben, insbesondere an den richtig heißen Tagen. Bei Veranstaltungen auf der Sparkassenbühne, wie beim Konzert der „Höhner“ oder von Axel Prahl, hat es laut Basler „geboomt“. „Wir sind zufrieden“, sagt er und erzählt, dass die Mitarbeiter in der Laube von vielen schönen Gesprächen berichtet hätten.

Wichtig sei für die beteiligten Genossenschaften, dass die Laube auch langfristig auf dem Landesgartenschau-Gelände betrieben werden kann.

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