Schliengen „Die Wirtschaft gehört ins Dorf“

Für die Mauchener „Krone“, die 2022 ihr 160-jähriges Bestehen feiert, wird ein neuer Pächter gesucht. Foto: zVg

Ein Pächterwechsel steht der „Krone“ in Mauchen bevor. Einen Nachfolger zu finden ist in Corona-Zeiten allerdings nicht leicht, wie Heidi Schwarz-Schindler vom dazugehörigen Weingut Lämmlin-Schindler im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich macht – „obwohl die ,Krone’ eigentlich ein Selbstläufer ist“.

Von Claudia Bötsch

Schliengen-Mauchen. Ende November hören die aktuellen Pächter Anne Reckmann und Jan Kronberg auf. Das Ehepaar hat die Wirtschaft rund zehn Jahre geführt. „Sie wollen nach all den Jahren etwas ganz anderes machen und erst einmal auf Reisen gehen“, erläutert Schwarz- Schindler die Gründe. Sie bedauert das Ausscheiden: „Das war eine tolle Symbiose – die ,Krone’ und wir. Es hat alles immer gut geklappt“, lobt sie die Zusammenarbeit.

Gespräche mit Interessenten laufen

Derzeit sei man im Gespräch mit einigen Interessenten. „Ich bin optimistisch, dass wir jemand Geeignetes finden. Die ,Krone’ macht auf und ist voll – das war bisher eigentlich ein Selbstläufer“, sagt Schwarz-Schindler im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch wurden schon einige Veranstaltungen wie Taufen oder Hochzeiten – wenn auch unter Vorbehalt – für 2022 angenommen und gebucht. Gesucht werde bevorzugt wieder ein langfristiges Pachtverhältnis, schon die Vorgänger, Olaf und Doris Cassier, hatten die „Krone“ rund 20 Jahre geführt.

„Das wird schwer in diesen Zeiten“

Allerdings habe sie etliche befreundete Gastronomen gesprochen, die unisono meinten: „Ohje, das wird schwer in diesen Zeiten.“ Aufgrund der Pandemie würden momentan viele gute Gastronomen den Sprung in die Selbstständigkeit scheuen. Neben der Unsicherheit wegen Corona spielt hierbei auch die angespannte Personalsituation eine Rolle, die sich durch die Pandemie noch deutlich verstärkt hat. Der neue Pächter müsse sich darüber allerdings weniger Gedanken machen: „Wir haben zum Glück treue Mitarbeiter, die auch schon signalisiert haben, da zu bleiben“, sagt Heidi Schwarz-Schindler.

Fest steht für sie ohnehin: Die „Krone“ soll auf keinen Fall lange leerstehen – „und wenn wir selbst Veranstaltungen ausrichten wie etwa einen Liechtgang und einfache Speisen anbieten“. Denn: „Die Wirtschaft gehört ins Dorf und zu Schliengen“, betont sie. Zumal der Gasthof ein zentraler Treffpunkt in Mauchen sei.

Lange Tradition: seit 160 Jahren in Betrieb

Die „Krone“ blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im nächsten Jahr feiert das Gasthaus bereits sein 160-jähriges Bestehen. Die Corona-Krise habe der Gasthof relativ gut überstanden, berichtet Schwarz-Schindler. „Wir haben viele treue Stammgäste aus nah und fern.“ Geschätzt werde an der „Krone“ die gute, handgemachte Markgräfler Küche – das Gasthaus sei auch ein Beispiel für Markgräfler Lebensart.

Geschlossene Gasthäuser: „Jammerschade“

Die derzeitigen Veränderungen in der Schliengener Gastronomie (siehe untenstehenden Bericht) sieht Schwarz-Schindler mit Sorge und Bedauern. „Jammerschade“ findet sie, dass das Gasthaus „Am Berg“ altersbedingt und weil sich kein Nachfolger fand schließen musste. Die Geschichte des urigen Gasthauses reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück.

Sehr bedauerlich sei auch, dass das Gasthaus „Drei Linden“ derzeit seine Tore geschlossen hat. „Das ist sehr schade für Schliengen“, meint sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

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