Schliengen Einblicke in die Lokalgeschichte

Jonas Büchin vor den Wappentafeln der Ortsteile an der Schliengener Schlossmauer. Der 26-Jährige führt die Reihe der Wintervorträge des verstorbenen Horst Iburg fort. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Der junge Jonas Büchin setzt die Reihe der beliebten Wintervorträge fort, mit denen Horst Iburg über die vergangenen Jahre sein Publikum begeisterte. Im Dezember war der passionierte Heimatgeschichtler nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben.

Von Claudia Bötsch

Schliengen. Seit 2012 hatte Iburg mit seinen unterhaltsamen Streifzügen durch die Lokalgeschichte das Schliengener Veranstaltungsprogramm bereichert. „Über die Jahre ist ein großer Freundeskreis gewachsen, die Reihe hatte zahlreiche Interessenten“, beschreibt der 26-jährige Büchin seine Motivation, das Angebot fortzuführen.

Im Rahmen der Wintervorträge hatte Büchin in den vergangenen Jahren bereits seine beiden von ihm veröffentlichten Romane vorgestellt. „Vor einem Jahr hatten wir zudem darüber gesprochen, dass ich einzelne Vorträge übernehmen könnte.“

Büchin hat im Herbst sein Staatsexamen in Geschichte abgelegt. „Für die Vorträge habe ich Themen gewählt, die ich schon intensiv behandelt habe und diese mit der Geschichte Schliengens verknüpft“, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung. Eingebettet sei die Reihe in das 1200-Jahr-Jubiläum der Gemeinde.

Für die Vorträge hat Büchin unter anderem die Ortschronik genutzt, aber auch im Schliengener Archiv gestöbert. So habe er von Gemeindearchivarin Petra Maier zum Thema „Bedeutung und Geschichte der Fasnacht“ beispielsweise eine Fasnachtschronik von 1951 erhalten. „Darin habe ich sogar meinen Ur-Großvater entdeckt“, so Büchin. In der Chronik sei unter anderem das erste Schliengener Winzerfest Thema gewesen, das 1950 veranstaltet wurde, um neue Kirchenglocken anschaffen zu können. Auftreiben will er für den Fasnachtsvortrag noch ein traditionelles Häs, das die Narrenfigur verkörpert.

Für den Vortrag „Von Baden in die Welt – Deutsche Kolonien und die Auswanderer aus Schliengen“ hat Büchin Auswanderer-Briefe aus vergangenen Zeiten aufgetan, die noch bei Schliengener Bürgern lagerten. „Mir ist wichtig, bei meinen Power-Point-Vorträgen auch Anschauungsmaterial zeigen zu können.“ Schließlich sollen die Vorträge nicht trocken daherkommen, sondern „anschaulich und lebendig“, betont der 26-Jährige.

Er verspricht interessante Einblicke in die Lokalgeschichte. „Zum Beispiel werde ich erzählen, warum die Gasthäuser so heißen wie sie heißen und was das mit der Reformation zu tun hat.“ Und er werde darauf eingehen, was die Schlacht bei Schliengen mit der Fasnacht zu tun hat.

Die Vorträge finden neu im Pfarrsaal statt, Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Es gibt Wein und Knabbereien. Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht. „Da ich in diesem Jahr eine Europareise antreten will, freue ich mich, wenn etwas für die Reise übrigbleibt“, so Büchin.

Mittwoch, 22. Januar: Von Baden in die Welt – Deutsche Kolonien und die Auswanderer aus Schliengen

Mittwoch, 29. Januar: Das Trikot der Nationalmannschaft – Geschichte des Deutschen Ordens und Ordensbesitz in Schliengen

Mittwoch, 5. Februar: Wie das Schnitzel nach Schliengen kam – Reformation im Markgräflerland

Mittwoch, 12. Februar: Kirchen- und Narrenschiff – Bedeutung und Geschichte der Fasnacht und wie sie in Schliengen gefeiert wurde

Vortragsbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr im Schliengener Pfarrsaal. Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.

Zu den Vorträgen wird die katholische Seelsorgeeinheit Schliengen unter der Vorbereitung der beiden Pfarrgemeinderäte Siegfried Thoma aus Liel und Jonas Büchin, in Zusammenarbeit mit Petra Meier von der Gemeinde, eine Fahrt nach St. Gallen (dort liegt die Urkunde mit der Erstnennung von Schliengen) und Arlesheim organisieren, die am 22. Februar stattfindet. Am 5. Februar soll es dazu ausführliche Informationen geben.

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