„Wir sind gut ins neue Schuljahr gestartet“, machten Andreas Schlageter, Rektor der Hebelschule, und Christine Aniol vom erweiterten Schulleitungsteam bei einem Pressegespräch deutlich.

Von Claudia Bötsch

Schliengen. Mit sechs neuen Kräften ist das Kollegium auf 51 Lehrer angewachsen. Inklusive den Grundschulstandorten in den Ortsteilen zählt die Gemeinschaftsschule nun 472 Schüler. Dazu gehören 43 neue Fünftklässler, die zwei Klassen bilden.

Im Juli haben die ersten Schüler in Schliengen ihren Realschulabschluss gemacht. Das nimmt die Schule zum Anlass, eine erste Bilanz zu ziehen.

So gut wie die Realschule

Zum Schuljahr 2012/13 hatte Schliengen als eine der 42 Starterschulen in Baden-Württemberg die neue Schulform eingeführt, inzwischen gebe es mehr als 300 Gemeinschaftsschulen im Land. Nach sechs Jahren könne man auf eine „sehr erfolgreiche Pionierarbeit“ zurückblicken, die durch die Abschlüsse des Starterjahrgangs bestätigt würde. Im vergangenen Schuljahr hatten in Schliengen knapp 40 Schüler ihre Realschulabschlussprüfung angetreten, und alle haben bestanden. Die Ergebnisse hätten gezeigt, „wir sind insgesamt genauso gut wie die Realschule“, resümierte Schlageter. Die übrigen der insgesamt 67 Schüler des Starterjahrgangs haben ihren Hauptschulabschluss gemacht.

In Mathematik seien die Ergebnisse der Zehntklässler vergleichsweise zwar „nicht so gut“ gewesen, im Fach Deutsch dafür besser. Bei den fächerübergreifenden Kompetenzen hätten die Hebelschüler sogar überdurchschnittliche Leistungen erbracht.

Den Erfolg der neuen Schulart belege auch die Bilanz des Vereins für Gemeinschaftsschulen, der auf die „sehr respektablen Abschlussergebnisse“ der landesweit 1600 Schüler des Starterjahrgangs bei den Realschulprüfungen verwies. Fazit des Vereins: „Bildungsgerechtigkeit ist möglich“ und die Gemeinschaftsschule eine „leistungsstarke Schulart“.

Verein Gemeinschaftsschule

Im Zentrum der Erhebung des Vereins stand die Frage, welche Schulempfehlung seitens der Grundschule die gut 1600 Schüler des ersten Gemeinschaftsschul-Jahrgangs letztlich zu welchen Abschlüssen geführt hat.

Die Prognose auf die Zukunft der Starterjahrgangskinder lautete demnach für 47 Prozent eigentlich Hauptschule, 37 Prozent Realschule sowie 16 Prozent Gymnasium. „De facto haben jedoch nur 19 Prozent der Kinder einen Hauptschulabschluss absolviert, zwei Drittel der Kinder sind hingegen zur mittleren Reife weitergegangen – und haben die Empfehlung aus der Grundschule damit Lügen gestraft. 14 Prozent der Schüler haben sich für eine Versetzung in die Kursstufe nach gymnasialer Versetzungsordnung entschieden.“

Die positive Bilanz des Vereins decke sich mit den Erfahrungen und Ergebnissen der Hebelschule. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, betonte der Schulleiter im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das Konzept des gemeinsamen Lernens und des „Stärken stärken“ funktioniere, ergänzte Aniol. „Der Gemeinschaftsschule gelingt es tatsächlich, den Anteil der höher qualifizierten Abschlüsse zu steigern.“

Eine gymnasiale Oberstufe gibt es an der Hebelschule zwar nicht – allerdings sind die Weichen für einen möglichen Übergang gestellt. An der Schule unterrichten inzwischen sieben Gymnasiallehrer. Zudem gibt es von Klasse acht an wählbare Profilfächer. Angeboten wird zum Beispiel das Fach Spanisch.