Schliengen Fremdwasser im Gestein

Beatrice Ehrlich

Die Regale sind leer, Getränkehändler müssen passen beim Sprudel des Abfüllers Lieler Schlossbrunnen. Wegen Eindringens von Fremdwasser kann schon seit Anfang September kein Wasser mehr abgefüllt werden, sagt Geschäftsführer Thomas Sattler.

Von Beatrice Ehrlich

Schliengen-Liel - „Wir können im Moment immer weniger liefern“, berichtet Sattler. An einem Morgen Anfang September habe man festgestellt, dass Wasser aus einer nicht genutzten artesischen, das heißt unter Eigendruck stehenden, Mineralquelle in die Gesteinsschicht des Lieler Schlossbrunnen gelangt war und sich mit diesem mischte. Da die beiden Mineralwässer sehr unterschiedlich in der Mineralisation sind, habe die „Cuveé“ aus beiden nicht mehr den Werten der Anerkennungsanalyse des Lieler Schlossbrunnens entsprochen und konnte daher nicht abgefüllt werden, heißt es in einer Erklärung auf der Internet-Seite des Unternehmens.

Erdbeben ist nicht Ursache

Als Grund für das Eindringen des Fremdwassers nennt Sattler einen technischen Defekt in der Verrohrung jener Quelle, deren Ursprung in einer anderen Gesteinsschicht liegt als jener der Quelle, aus der das Mineralwasser derzeit gefördert wird.

Die Ursache dafür sei aber entgegen entprechender Vermutungen nicht das Erdbeben, welches am 10. September das Markgräflerland und die benachbarten Regionen erschüttert hat, betont er. Man sei nun dabei, den Schaden durch verschiedene technische Maßnahmen zu beheben und damit schon „recht weit“ gekommen, so Sattler. Beteiligt daran seien Brunnenbauunternehmen, Geologen und Hydrologen.

Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Abfüllbetriebs habe sich allerdings erst jüngst wieder zerschlagen. Nun sei er vorsichtig, hoffe aber, dass der Schaden in den nächsten 14 Tagen so weit behoben werden kann, dass man den Betrieb wieder aufnehmen könne.

In einem zweiten Schritt sei dann eine Befahrung mit der Kamera notwendig, um das Rohr dauerhaft sanieren zu können. Der Vorfall schränke den Betrieb des Lieler Schlossbrunnens stark ein, bedauert der Geschäftsführer.

Mitarbeiter in Kurzarbeit

Einige Mitarbeiter befinden sich seit September in Kurzarbeit, berichtet Sattler, andere bauten derzeit noch Überstunden vom Sommer ab.

Von der Verunreinigung mit Fremdwasser sind alle Produkte des Lieler Schlossbrunnens betroffen. Zunächst habe man noch weiter Getränke abfüllen können, da das Unternehmen über mehrere Tanks verfüge, so Sattler. Diese seien aber nur leer. „Das ist eine schwierige Situation, das ist klar, für mich und die Mitarbeiter“, gesteht er. Viel fehle aber nicht mehr zu einer Lösung des Problems, stellt er in Aussicht.

Darüber hinaus werde am zweiten Standort in Steinenstadt, aber auch in Liel weiterhin Wasser aus der Breisgauer Mineralquelle abgefüllt.

Kunden halten Treue

Bei allen Sorgen postitiv stimmen ihn die Reaktionen der Verbraucher, Privatkunden und Gastronomie, die immer wieder nachfragten nach den Produkten des Lieler Schlossbrunnens und diesem die Treue halten wollen. “Das bestärkt uns sehr“, erklärt Sattler.

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