Schliengen Gerade in der heutigen Zeit wichtig

Weiler Zeitung, 14.03.2018 09:42 Uhr

Die Schliengener Landfrauen sind seit fast vier Jahrzehnten eine feste Säule im Vereinsleben der Gemeinde. Zum vielfältigen Engagement gehört die Teilnahme am Ostermarkt am kommenden Sonntag, 18. März. Für die Veranstaltung wird wieder eifrig gebastelt und gebacken.

Von Claudia Bötsch

Schliengen. Am Montag funktionierten die Landfrauen das Weihergärtle in Nieder­eggenen in eine Großbackstube um und produzierten Leckereien wie am Fließband. In gut sechs Stunden holten sie allein 70 Linzertorten aus dem Ofen. Außerdem wurden Mürbeteig-Häschen und -ostereier, Giottokugeln und Käsegebäck gezaubert. Die Linzertorte ist ein Verkaufsschlager – das Rezept darum auch Geheimsache, wie die Vorsitzende Brigitte Bächle mit einem Schmunzeln meint. Sehr gefragt ist auch das Bauernbrot, das am Sonntag frisch für den Markt gebacken wird.

Neben den Backwaren werden auch wieder selbst gebastelte Dekoartikel, unter anderem Türkränze sowie gefärbte Ostereier angeboten.

Die Schliengener Landfrauen pflegen ein sehr aktives Vereinsleben und bringen sich durch viele verschiedene Aktivitäten ins Gemeindeleben ein. Neben der Teilnahme an Oster-, Herbst- und Weihnachtsmarkt sowie an den Weintagen bietet der Verein ein vielfältiges Programm mit Fortbildungen, Vorträgen und Kochkursen. Zum Vereinsjahr gehören unter anderem auch regelmäßige Lauftreffs, eine Musicalfahrt oder eine Orchideenwanderung.

Die Landfrauen engagieren sich zudem sozial: Die Erlöse aus den Märkten spenden sie für gemeinnützige soziale Zwecke, beispielsweise an Kindergärten in der Gemeinde, die Sportfreunde oder an das Projekt „Tigerherz“ der Freiburger Uniklinik, das Kinder von krebskranken Eltern unterstützt.

Das Miteinander wird geschätzt

Die Landfrauen zählen 143 Mitglieder – „wir konnten in den vergangenen Jahren einige jüngere Frauen hinzugewinnen“, freut sich die Vorsitzende. Die Mitglieder kommen zum Großteil aus Schliengen sowie den Ortsteilen, aber auch aus Feldberg, Neuenburg, Steinen­stadt, Bad Bellingen, Kandern und Weil am Rhein. Die Altersspanne reicht von 40 bis gut 80 Jahre.

Weitere Mitglieder sind stets willkommen. „Wir freuen uns über jeden, der mit ins Boot kommen möchte“, macht Bächle deutlich. Dabei könne sich jeder einbringen, wie er kann und wie er mag.

Geschätzt werde von den Mitgliedern vor allem auch die Gemeinschaft im Verein. „Es herrscht ein sehr gutes Miteinander“, betont Bächle, die mit viel Herzblut ihr Amt ausfüllt. Der Verein bilde neben den Aktionen auch den Rahmen für geselliges Beisammensein und Austausch.

Im Vorfeld der Märkte treffen sich die Frauen stets zu diversen Bastelabenden und Backaktionen. Solche Gemeinschaftsaktionen und ein „schönes Miteinander“ findet Bächle „in der heutigen Zeit besonders wichtig“. Durch die Digitalisierung, Dauerberieselung durch PC, TV und Smartphone, „geht den Leuten schon viel verloren“. Zu beobachten sei, dass immer mehr „nebeneinander statt miteinander“ gelebt werde. „Das war früher schon anders, als mehr gemeinsam gemacht wurde“, bedauert die Landfrauen-Vorsitzende, die etwa auf Spiele- statt Fernsehabende verweist.

„Wir haben damals mit den Eltern und Nachbarn zum Beispiel Nüsse ausgemacht oder Kartoffeln gedämpft“, blickt Bächle auf Kindheitstage zurück. Dabei erinnert sie sich an „arbeitsreiche, aber vor allem auch schöne Stunden.“