Von Jutta Schütz Schliengen-Liel. Großbrand bei Liel mit drei Verletzten: Der Erlenbodenhof zwischen Schliengen und Liel wurde gestern ein Raub der Flammen. Betroffen ist das Hauptgebäude samt angrenzendem Stall und Tenne. Der 78-jährige Hofbesitzer und eine 58-jährige Frau, die sich zum Zeitpunkt des Brandes im Gebäude aufhielten, konnten sich in Sicherheit bringen und wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt, als er ein verletztes Pferd aus dem brennenden Stall rettete. In der Nacht zum Sonntag teilte gegen 4.43 Uhr ein Verkehrsteilnehmer der Polizei mit, dass er aus einem landwirtschaftlichen Anwesen ausserhalb von Liel Rauch aufsteigen sehe. Er begab sich hin und weckte die Bewohner. Kurz darauf brannte das Anwesen komplett. Schon als wenige Minuten später die Feuerwehr Richtung Liel hinauffuhr, war ein großer Feuerschein zu sehen, berichtete der stellvertretende Kommandant der Schliengener Feuerwehr, Johannes Schumacher. Der Schliengener Gesamtkommandant Alfred Barny verständigte deshalb auch die Wehr aus Kandern, die eine große Drehleiter besitzt, die Bellinger Wehr wurde in Bereitschaft versetzt. Am Erlenbodenhof stand der Dachboden bereits komplett in Flammen, als die Wehr anrückte. „Zwar ist am Ort ein Hydrant, allerdings reicht die Wassermenge bei so einem Großbrand nicht, und wir mussten über eine Strecke von rund zwei Kilometer eine Leitung zum Hochbehälter Erlenboden einrichten“, berichtete Schumacher. Ein Auto in einem Hofgebäude konnte gerade noch rechtzeitig aus der Garage gefahren werden. „Sonst hätte wegen des Tanks noch Explosionsgefahr gedroht“, meinte Schumacher. Weitere Maschinen und ein Traktor wurden ein Raub der Flammen, die sich blitzschnell ausbreiteten. „In den Fußböden sind noch die alten Lehmwickel zur Isolierung und Trittschalldämmung verarbeitet, die entzünden sich trotz des Regens immer wieder, außerdem haben wir es hier mit alten Holzbalkendecken zu tun“, erläuterte der stellvertretende Kommandant. In das Gebäude konnten die Feuerwehrleute wegen der Feuergefahr nicht vordringen. Auch der Kamin drohte einzustürzen. Zwei Giebelwände waren am Mittag bereits zusammengebrochen. Mehrere Helfer fuhren mit Traktoren rauchende Heuballen ab und verteilten sie auf den umliegenden nassen Feldern. Die Heuballen waren in Brand geraten, weil sie in unmittelbarer Nähe des Haupthauses lagerten. Die große Solaranlage auf dem Dach des Haupthauses lag in teils zertrümmerten Modulen vor dem Hauseingang. „Die Anlage produzierte zum Zeitpunkt des Feuers, da es noch dunkel war, keinen Strom, hier hatten wir noch Glück“, sagte Schumacher. Insgesamt waren 150 Feuerwehrleute mit 20 Feuerwehrautos im Einsatz; die Feuerwehren Kandern und Schliengen waren mit den kompletten Mannschaften vor Ort, die Wehr Bad Bellingen stand in Bereitschaft, auch Feuerwehrleute aus Weil am Rhein und Lörrach sowie ein Rettungswagen und ein Notarzt waren im Einsatz. Das DRK war unter der Leitung von Kreisbereitschaftsleiter Knut Nabbefeld mit 20 Einsatzkräften des Rettungsdienstes und des Ortsvereins Schliengen im Einsatz. Kräfte aus Müllheim mussten den Atemschutzeinsatz der Feuerwehr überwachen und die drei Verletzten versorgen. Alle drei Personen mussten in die Klinik zur weiteren Behandlung gebracht werden. Außerdem verpflegte das DRK die 150 Einsatzkräfte. Zudem verständigte man Bürgermeister Werner Bundschuh, der sich selbst vor Ort ein Bild machte, genauso wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Werner Schmid und ein Vertreter des Veterinäramtes. Die Ursache für das Feuer und die Schadenshöhewaren gestern noch nicht geklärt. Die Polizei ermittelte noch an Ort und Stelle. Die L 134 war im Bereich des Brands voll gesperrt.

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